Neuer Kollektivvertrag soll auch das Skihütten-Personal umfassen

© ©Stefan Eisend

Kollektivvertrag
02/14/2017

1500 Euro Mindestlohn in der Gastronomie

Wirtschaftskammer und Gewerkschaft einigten sich, weitere Detail-Verhandlungen über neuen Kollektivvertrag laufen.

von Kid Möchel, Franz Jandrasits

Für die 220.000 Beschäftigten in der Gastronomie-Branche und Hotellerie wird ein neuer Kollektivvertrag verhandelt. "Wir wollen einen Kollektivvertrag, der für den Mitarbeiter eines Würstelstandes genauso gilt wie für den Küchenchef eines Fünf-Sterne-Hotels", sagt Mario Pulker, Obmann des Fachverbands Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich. "Und wir haben in der Gastronomie mittlerweile eine derartige Breite, dass man auf spezifische Mitarbeiter-Gruppen eingehen muss." Dazu zählen die Beschäftigten von Event- und Cateringfirmen oder von Saisonbetrieben wie Skihütten.

"Auch wird sich ein Hotel in Vorarlberg oder in Tirol andere Gehälter leisten müssen als ein kleines Wirtshaus im Weinviertel", sagt der WKÖ-Funktionär. "Da muss ein Unterschied sein und diesen müssen wir abbilden."

Laut vida-Gewerkschafter Berend Tusch soll außerdem eine fünfstufige Lohntabelle eingeführt werden. "Der Küchenchef wird Stufe eins und der Abwäscher Stufe fünf", sagt Tusch zum KURIER. Kürzlich wurden einige Parameter für die weiteren Verhandlungen festgelegt. "Wir haben uns darauf verständigt, dass für die gesamte Branche ab dem 1. Mai 2018 ein Mindest-Kollektivvertrag für ungelernte Arbeitskräfte von 1500 Euro brutto gilt", sagt Pulker, der ein Vier-Sterne-Hotel samt Restaurant in der Wachau betreibt. "Es gibt Bundesländer, die bei noch rund 1400 Euro liegen, und die trifft die Erhöhung schon stark."

Henry am Zug

Ein Sonderfall ist nach wie vor der ÖBB-Caterer Henry am Zug von Attila Dogudan. "Die Eisenbahner-Gewerkschaft hat unserem Verhandlungspartner von der Gastro-Sparte der vida das Mandat entzogen. Sie haben gesagt, Henry am Zug gehöre zum Schienenverkehr und habe nichts in der Gastronomie verloren, weil die Henry-Mitarbeiter auch andere Dienstleistungen am Zug mitmachen, wie die Sicherheitsbetreuung", sagt Pulker. "Man hat uns und unsere Verhandlungspartner offenbar ein Jahr lang Scheinverhandlungen führen lassen."

Vida-Chef und ÖBB-Betriebsratsboss Roman Hebenstreit reagiert empört: "Das ist absurd, wir haben nie scheinverhandelt. So etwas ist gar nicht möglich, da zum Verhandeln immer zwei gehören." Die Gewerkschaft vida sei für beide Branchen, Gastronomie und Eisenbahn, zuständig, "und es hat sich herausgestellt, dass eine Lösung im Eisenbahner-KV für beide Seiten sinnvoller ist".

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