Nach Verhaftung wegen Streich-Videos: YouTuber wird abgeschoben
Der Influencer Vitaly Zdorovetskiy ist für seine Streiche im Netz bekannt. Im April 2025 wurde er auf den Philippinen verhaftet.
Mehr als zehn Millionen Menschen folgen Vitaly Zdorovetskiy auf YouTube. Auf seinem Kanal VitalyzdTv regelmäßig veröffentlicht er regelmäßig Videos, in denen er Pranks (zu Deutsch: Streiche) zeigt und seine Mitmenschen provoziert. Im April 2025 wurde er auf den Philippinen verhaftet, weil er unter anderem Passanten belästigt hatte.
VitalyzdTv wird nach Russland abgeschoben
Der philippinische Innenminister Jovnic Remulla bestätigte Mitte Jänner, dass der Influencer seine Strafe verbüßt hat und nun darauf vorbereitet wird, abgeschoben zu werden. Zwar habe Zdorovetskiy eine Green Card in den USA, sie aber weiterhin russischer Staatsbürger, wie Manila Standard berichtet. Gemäß den üblichen Einwanderungsverfahren wird der 33-Jährige nach Russland abgeschoben. Der Prank-YouTuber soll innerhalb einer Woche das Land verlassen und mit einem Flug nach Moskau ausreisen.
"Dies soll all unsere Besucher hier auf den Philippinen daran erinnern, dass wir zwar Touristen willkommen heißen und sie mit Respekt behandeln, aber auch erwarten, dass sie sich an unsere Gesetze halten, genau wie wir es tun, wenn wir ins Ausland reisen“, sagte Remulla. "Wir hegen keinen Groll gegen Vitaly. Er hat seine Strafe verbüßt, Reue gezeigt und ist nun ein freier Mann, wenn er nach Russland zurückkehrt."
Was zuvor geschah:
Mai 2025: Influencer drohen 20 Jahre für Motorrad-Diebstahl
Wie mehrere internationale Medien berichten, ist der 33-Jährige am 2. April in dem Geschäftsviertel Bonifacio Global City auf den Philippinen verhaftet worden. Der Grund dafür war, dass er in einem Kick-Livestream Passanten und Passantinnen sowie Sicherheitspersonal belästigt haben soll. So stahl er unter anderem die Kopfbedeckung von Beamten und ein Motorrad – zudem wollte er sogar die Waffe eines Polizisten entwenden. Content Creator Atozy sprach mit dem philippinischen Rechtsanwalt und YouTuber Neil Abayon über die Situation des Verhafteten.
Laut Abayon wartet Zdorovetskiy gerade auf seinen Abschiebungsprozess. Die Möglichkeit, auf Kaution freizukommen, besteht zurzeit nicht. Bis der Prozess beginnt, können laut dem Anwalt bis zu sechs Monate vergehen – bis dahin wird er im Gewahrsam der philippinischen Behörden bleiben. Laut dem Experten gibt es in dem südostasiatischem Land ein eigenes Gesetz für "Carnapping", was sich auf den Diebstahl von Autos oder Motorrädern bezieht. Allein dafür könnten dem YouTuber bis zu 20 Jahre Gefängnis drohen, falls er tatsächlich verurteilt wird.
Kritik in den Kommentaren
Auf Instagram veröffentlichte der YouTuber Ende März ein Video, in dem er philippinischen Bewohnern Geld und Geschenke gibt. Das kam bei den Usern alles andere als gut an:
- "Danke Philippinen 😎 Bitte behalten Sie ihn für 20 Jahre."
- "Das zu tun, macht nicht die Tatsache wett, dass du andere Einheimische belästigt hast, um Aufmerksamkeit zu bekommen."
- "Bis in 24 Jahren. Karma gewinnt immer."
- "Raus aus unserem Land."
- "Gott ist gut, du bist im Gefängnis🙏😂😂😂"
Der US-amerikanische YouTuber mit russischen Wurzeln hat durch seine Aktionen bereits in der Vergangenheit für Ärger gesorgt:
- 2014 rannte er beispielsweise während des Fußball-World-Cup-Finales (Deutschland spielte gegen Argentinien) auf den Rasen und versuchte, den deutschen Fußballer Benedikt "Benni" Höwedes zu küssen.
- 2020 wurde er verhaftet, weil er im Zuge eines Pranks eine Frau in Miami zu Boden gedrückt und geschlagen hat. Die Joggerin, der sich der YouTuber in den Weg stellte, musste über dem Auge genäht werden.
- Im selben Jahr gab er an, dass er in Ägypten verhaftet wurde, weil er auf die Pyramiden von Gizeh geklettert ist.
- 2022 wiederholte er seinen Fußballstreich und stürmte bei der Weltmeisterschaft während des Viertelfinales zwischen Argentinien und den Niederlanden erneut auf das Spielfeld.
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