Jugendsprache: Was bedeutet es, eine "Karen" zu sein?
Im Netz wird eine bestimmte Gruppe an Menschen mit dem Namen "Karen" versehen. Doch jetzt soll Jessica diesen ersetzen. (Symbolfoto)
Eltern von Teenies haben vielleicht schon einmal gehört, wenn ihre Sprösslinge davon sprechen, dass eine Person "voll die Karen ist". Schnell poppen tausend Fragezeichen im Kopf auf: Ist damit gemeint, dass die Person einfach diesen Namen trägt?
Fast, denn hinter der Bedeutung des Internet-Slangs steckt eine eigene Definition und ein Trend, der seit einem Jahrzehnt Social Media regiert.
Was bedeutet Karen?
Als Karen werden vor allem Menschen bezeichnet, die als besonders rassistisch, anspruchsvoll, verklemmt und nervig wahrgenommen werden. Dabei bezieht man sich in den meisten Fällen vor allem auf Weiße Frauen mittleren Alters, die der Generation X oder Babyboomer angehören.
Bereits 2016 etablierten sich dazu zahlreiche Memes, die zeigen, dass Karens sich gerne beschweren. Dabei möchten sie vor allem "mit dem Manager" sprechen. Auch der Karen-Look kann meist durch einen fransigen Bob-Haarschnitt identifiziert werden.
- Baby Boomer: geboren zwischen 1956 und 1965
- Generation X: geboren 1966 bis 1980
- Generation Y/Millennials: geboren 1981 bis 1995
- Generation Z: geboren ab 1995 bis 2009
- Generation Alpha: geboren ab 2010 bis heute
Im Netz gibt es zahlreiche Videos von Karens, die sich über aberwitzige Dinge beschweren oder meist grundlos die Polizei rufen. Sei es, dass jemand "angeblich" falsch geparkt habe, Kinder im Garten "ohne Gewerbeschein" Limonade verkaufen oder etwas nicht dem Weltbild der Karen entspricht. Diese größtenteils Weißen Personen seien sich ihren Privilegien nicht bewusst.
- 2020 wurde der Begriff auch gerne für Personen verwendet, die sich in der Corona-Pandemie weigerten, eine Mundschutzmaske zu tragen.
- Das männliche Äquivalent für "Karen" sind häufig die Namen "Ken" oder "Kevin" – in vielen Fällen beschreibt man im Netz Männer als "männliche Karens".
Ist der Begriff Karen diskriminierend?
Im Juni 2025 berichtete The Independent, dass ein Arbeitsgericht urteilte, dass die Bezeichnung "grenzwertig rassistisch, sexistisch und altersdiskriminierend" sei. Dies wurde im Zuge einer Klage entschieden, nachdem die Angeklagte von der Klägerin als "stereotypische Karen" beschrieben wurde. Der Fall wurde vor Gericht anschließend abgelehnt.
Wird Jessica die neue Karen der Millennials?
Auf Social Media ist man der Meinung, dass bei Generation Y auch bald einen "Karen"-Ersatz geben wird. Vor allem der Name "Jessica" ist heiß im Rennen. Da einige Menschen damit negatives Verhalten assoziieren: "Jessica ist immer unnötig gemein und aggressiv", kommentierte eine Userin auf TikTok. Aber auch Namen wie "Jennifer" oder "Ashley" sind äußerst beliebt, um in die Jugendsprache aufgenommen zu werden.
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