Keine Schattensperre mehr? 3 TikTok-Alternativen, die viral gehen

Smartphone-Bildschirm mit Apps wie Instagram, TikTok und YouTube.
Immer mehr User und Userinnen beklagen sich darüber, dass ihre TikTok-Videos unter einem "Shadowban" leiden. Nun sucht das Netz nach Alternativen zur Plattform.

Immer mehr User und Userinnen leiden unter dem sogenannten "Shadowban" (auf Deutsch: Schattensperre) auf TikTok. Darunter versteht man eine heimliche Einschränkung der Sichtbarkeit von Profilen oder Content auf Social-Media-Plattformen, die, ohne die Nutzer und Nutzerinnen zu informieren, vorgenommen wird.

Vor allem Themen wie das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE oder Content, in denen sich positiv über Palästina geäußert wird, soll laut mehreren Nutzer und Nutzerinnen gebannt werden. Auch Stars wie Billie Eilish und ihr Bruder Finneas haben sich zu der Situation geäußert und darauf hingewiesen, dass Content vor ihren Fans "zurückgehalten" wird. Seine Videos über den Tod von Alex Pretti, der von ICE-Beamten erschossen wurde, erhielt nur ein paar Hunderttausend Klicks, obwohl der Musiker mehr als drei Millionen Follower und Followerinnen hat. 

Der Wunsch nach einer Alternative zu TikTok wird daher immer größer. Diese drei Apps könnten als TikTok-Ersatz herhalten. 

Was ist Upscrolled? 

UpScrolled ist eine Social-Media-Plattform, die vom palästinensischen Unternehmer Issam Hijazi gegründet wurde. Sie soll vor allem das zensurfreie teilen von Content ermöglichen. Auf der Webseite wird die App mit folgenden Worten beschrieben: "Anderswo shadowbanned? Nicht hier. UpScrolled ist die soziale Plattform, auf der jede Stimme die gleiche Macht hat. Keine Shadowbans. Keine algorithmischen Spielchen. Keine Pay-to-Play-Bevorzugung. Nur authentische Verbindungen, bei denen Ihre Inhalte die Menschen erreichen, die Ihnen am wichtigsten sind." 

Die Applikation sei ein Ort, an dem User und Userinnen "frei sprechen" können. "UpScrolled ist für alle da: von Minderheiten über kleine Unternehmen bis hin zu Content Creaotren und ganz normalen Menschen", heißt es auf der Webseite weiter. 

2020 gegründet: Was kann Lemon8?

Lemon8 ist eine Lifestyle-App von ByteDance, also dem gleichen Unternehmen, das auch TikTok betreibt. Man kann sie sich als eine Mischung aus Instagram und Pinterest vorstellen: ein Ort, an dem man sich durch kuratierte Beiträge zu Mode, Beauty, Essen, Reisen und Wellness scrollt – und gleichzeitig eigene Inhalte teilen kann.

Auch wenn es sich wie ein ganz neuer Hype anfühlt, wurde Lemon8 tatsächlich schon 2020 in Japan gestartet und ist seitdem in weitere Länder expandiert. Derzeit klettert die App rasant in den Charts und liegt zum Zeitpunkt des Artikels auf Platz 1 in der Kategorie Lifestyle im britischen App Store. Aber auch andere Plattformen freuen sich über Zuwachs, einigen könnten sogar ein Comeback feiern.

Wird die App Red Note die neue GenZ-Oase?

Eine mögliche TikTok-Alternative stellt auch die App Xiaohongshu, besser bekannt als Red Note, dar. Die chinesische Applikation stürmte mittlerweile die US-Charts in den Apple- und Google-Stores. Rednote ist eine Lifestyle- und Social-Media-App, die ebenfalls E-Commerce-Aspekte beinhaltet. 

US-Amerikaner lernen Mandarin 

Auf TikTok künditgen bereits Anfang 2025 immer mehr Nutzer an, dass sie bereits einen Account auf Red Note haben und dafür sogar Mandarin lernen würden, um neue Follower zu generieren. Dieser Hype kam vor allem im Zuge des ersten US-Verbots von TikTok (welches wieder aufgehoben wurde). 

Im Netz zeigten sich schon zahlreiche User von der neuen Plattform begeistert, die einen "2019 TikTok-Vibe" bieten würde. Vor allem die chinesischen Red-Note-User und -Userinnen begrüßten damals die US-amerikanischen "TikTok"-Flüchtlinge auf ihrer App und harmonieren bisher gut gemeinsam. 

Auf Red Note tauchen zudem immer mehr Posts auf, in denen die chinesischen User die neuen Nutzer aus der USA um Hilfe bei ihren Englisch-Hausaufgaben bitten. Die US-amerikanischen User müssen sich jedoch auch im Klaren sein, dass die App wesentlich mehr zensiert wird, als TikTok. Über Politik zu posten, wird auf Red Note eher nicht möglich sein. Viele US-TikToker berichteten, dass politische Informationen einer der Kernpunkte war, warum sie die Plattform genutzt haben. Wie sich dies auf Red Note entwickeln wird, bleibt abzuwarten. 

Kommt Vine wieder zurück? 

In einem X-Beitrag  schreibt Nutzer @D_Radiance daran, dass der US-Bann an das Ende der Videoplattform Vine im Jahr 2017 erinnert: "Bei TikTok passiert gerade das, was auch beim Vine-Ende geschah, nach dem TikTok-Verbot werden andere oder mehrere Ersatz-Apps aus dem Nichts auftauchen." Die Plattform, die 2012 von Twitter gekauft wurde, war vor allem für seine kurzen Videos ein Hit, ging aber nach schwindender Popularität und der steigenden Konkurrenz durch Instagrams Video-Feature wieder unter. 

Bereits im Frühling 2024 wurde darüber diskutiert, ob sogar Vine sein Comeback feiern wird. Elon Musk wollte auf X von den Nutzern wissen, ob das Videoportal wieder online gehen soll. Laut Forbes nahmen mehr als 450.000 Nutzer an der Umfrage teil, es bleibt jedoch abzuwarten, ob nun nach einem TikTok-Bann mit einer Vine-Rückkehr zu rechnen ist.

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