"Sprengt den Wal!": Provokanter Song löst heftige Reaktionen aus

Die Berliner Band TULPE polarisiert mit ihrem neuen Song, der das Schicksal des gestrandeten Buckelwals Timmy satirisch aufgreift.
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Der Fall des gestrandeten Buckelwals Timmy ist längst zum Politikum geworden. Seit Wochen kämpft er vor der Insel Poel in der Ostsee ums Überleben. Selbst eine privat finanzierte Rettungsaktion gestaltet sich als äußerst komplex. Zuletzt heizte der sogenannte "Wal-O-Mat", eine ironische Anspielung auf die bekannte Wahlentscheidungshilfe, die Debatte darüber an, wie das Schicksal des Meeressäugers aussehen soll. 

Berliner Band provoziert mit Song "Sprengt den Wal!"

Fest steht: Wal Timmy polarisiert. Das macht sich die Berliner Band TULPE zunutze. Ihr neuer Song "Sprengt den Wal!", der bereits auf Spotify verfügbar ist, greift das Thema gesellschaftskritisch auf und sorgt mit bewusst überspitzten Pointen für hitzige Diskussionen in den sozialen Medien. 

"Wenn man Timmy einfach sprengt, wär das kosteneffizient"

Die Poprock-Musiker sind bekannt für ihre emotionalen Songs mit eingängigen Refrains, die sich irgendwo zwischen Satire, Theatralik, Alltag und Gesellschaftskritik bewegen. Ihr neuester Track "Sprengt den Wal!", der das Schicksal von Wal Timmy auf satirische Weise aufgreift, sorgt derzeit für Gesprächsstoff. Darin heißt es etwa:

  • "Sprengt den Wal, macht ihn weg, lasst es Wal-Salami regnen und Kotelett!"
  • "Wenn man Timmy einfach sprengt, wär das kosteneffizient, so viel Ärger um ein Fischstäbchen."
  • "Fragt mal jemand Donald Trump, ob der ihn nicht sprengen kann. Sag ihm, Timmy ist ein erdölreiches Land."
  • "Sprengt den Wal, wir meinens nicht böse, ihr seht doch auch, der will nach Haus in die Fritteuse."

Quasi mit Zynismus das "Problem" bekämpfen – auch das wiederum als Satire gemeint, versteht sich. 

Satire-Song über das Schicksal von Wal Timmy

Im Gespräch mit RTL beschreibt Frontmann Joachim Foerster die Entstehung des provokanten Songs in bewusst überspitzter, humorvoller Weise: "Rockmusik und Tiere haben ja eine gewisse Tradition. Ozzy Osbourne hat einer Fledermaus den Kopf abgebissen, wir wollten das Ganze einfach ein bisschen weiterdenken und sowieso immer schon mal etwas in die Luft sprengen. Plötzlich lag der Wal da."

Song löst Diskussion auf Social Media aus

In der Instagram-Bio der Band heißt es: "Könige von trotzdem". Gegenüber RTL erklärt TULPE, was damit gemeint ist: "Weil wir auch trotz herausfordernder Zeiten einen humorvollen Blick auf die Dinge nicht verlieren wollen." Mit Humor möchte die Band ernste Themen, die bereits einen breiten Diskurs angestoßen haben, leichter aufarbeiten, um dem Ganzen ein Stück Schwere zu nehmen. Dabei stellt sich unweigerlich die Frage: Was darf die Kunst und wie weit darf sie gehen? 

Bei dem Song gehen die Meinungen in den sozialen Medien jedenfalls deutlich auseinander. Die einen zeigen sich begeistert auf Instagram:

  • "Lieb‘s ja schon n bisschen 🤣❤️"

  • "🤣 Ab auf Spotify damit!"

  • "Omg... Ich muss so lachen. Super weiter so. Aber Satire versteht nicht jeder. Das nächste Mal kennzeichnen 😂"

Andere wiederum äußern Kritik:

  • "Abartig 🤮🤮"

  • "Sorry, das hat aber nichts mit Satire oder sonstwas zu tun. Alle, die das feiern, sollten sich mal überlegen, wie krank das ist."

  • "Ich bin ja ein Fan von euch ... Hier habt ihr aber nichts Tolles zusammengeschustert ... Niemand will ernsthaft den Wal sprengen und aufessen ..."

Klar ist, der Song polarisiert und genau damit haben die vier Bandmitglieder ihr Ziel offenbar bereits erreicht. 

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