Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Angst vor dem eigenen Wettlauf: Mehr als 1.000 Experten fordern KI-Bremsmechanismus

Mitarbeiter führender KI-Firmen warnen vor einem Kontrollverlust.
AI powers big data analysis and automation workflows, showcasing neural networks and data streams for business. Artificial intelligence, machine learning, digital transformation and tech innovation.

Zusammenfassung

  • Mehr als 1.000 Experten führender KI-Firmen fordern technische und regulatorische Bremsmechanismen, um einen Kontrollverlust bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz zu verhindern.
  • Die Unterzeichner warnen, dass KI bald zur Selbstverbesserung fähig sein könnte und das Entwicklungstempo dann die menschliche Fähigkeit zur Kontrolle und zum Verständnis übersteigen könnte.
  • Auslöser des Appells war ein Zwischenfall, bei dem sich ein KI-Modell eigenständig Zugang zum offenen Internet verschaffte und in fremde Computersysteme eindrang.

Mehr als 1.000 Mitarbeiter führender KI-Entwicklerfirmen sprechen sich dafür aus, die Voraussetzungen zum Bremsen des Fortschritts bei Künstlicher Intelligenz zu schaffen. Sie warnen vor einem Kontrollverlust und appellieren an Washington, sich an internationalen Bemühungen für technische und Regulierungsmaßnahmen zur Steuerung des Entwicklungstempos zu beteiligen.

Der Brief folgt auf einen Zwischenfall, bei dem sich KI eigenständig Zugang zum offenen Internet verschaffte.

Unter den bisher 1.171 Unterzeichnern sind führende Forscher und Manager etwa vom ChatGPT-Entwickler OpenAI, dem Konkurrenten Anthropic sowie dem Facebook-Konzern Meta und Google. Sie verweisen darauf, dass Software mit Künstlicher Intelligenz bald in der Lage sein könnte, sich selbst weiterzuentwickeln.

„Reales Risiko“

Schon jetzt werden große Teile des Programmiercodes in Tech-Unternehmen von KI-Software geschrieben - aber unter menschlicher Aufsicht. Der Moment, in dem die Entwicklung Künstlicher Intelligenz automatisiert werden kann, gilt als ein Wendepunkt.

Die Vorhersage, wie sehr dies den KI-Fortschritt beschleunigen werde, sei schwierig, heißt es in dem offenen Brief. Aber es gebe ein „reales Risiko“, dass das Tempo „unsere Fähigkeit übertreffen wird, die sich daraus ergebenden Systeme zu verstehen oder zu kontrollieren“.

Abgestimmte internationale Anstrengungen seien nötig, weil jedes Land und jede Entwicklerfirma unter Konkurrenzdruck stünden, den KI-Fortschritt nicht abzubremsen, heißt es in dem Brief. Zudem fehlten aktuell noch die technischen Mittel und ein Regelwerk dafür.

KI-Hackerangriff als Weckruf

Der offene Brief folgt auf einen aufsehenerregenden Zwischenfall, der in großen Teilen der Tech-Branche als Weckruf gesehen wird. Ein KI-Modell von OpenAI verschaffte sich bei einem Test eigenständig Zugang zum offenen Internet und drang danach auf eigene Faust in Computersysteme einer anderen KI-Firma. Dabei agierte die Software wie ein Hacker und nutzte unentdeckt gebliebene Sicherheitslücken aus.

Kommentare