Kassenzettel von 1982: So günstig war der Einkauf in Österreich
Ein Kassenzettel aus den 80ern zeigt, wie viel der Alltagseinkauf damals in Österreich kostete und wie teuer er heute wäre.
In den vergangenen Jahren sind die Preise für Lebensmittel spürbar gestiegen. Ursachen dafür sind unter anderem gestiegene Energie- und Produktionskosten sowie die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, welche die Teuerungen zusätzlich verstärkt haben.
Doch wie viel günstiger waren Kaffee, Milch & Co. eigentlich früher? Viele merken zwar den Preisanstieg im Supermarkt, können sich aber kaum mehr erinnern, wie viel einzelne Produkte vor einigen Jahren gekostet haben.
Lebensmittelpreise in Österreich Anfang der 80er
Wie erschwinglich Lebensmittel damals waren, zeigt KURIER-Leserin Edeltraud Schiefer. Sie schickte uns Kassenbelege, einer davon aus dem Jahr 1982. Darauf sind unter anderem:
- Joghurt: 5 Schilling (damals rund 36 Cent)
- Milch: 5,50 Schilling (damals ca. 40 Cent)
- Zigaretten (Packung): 20 Schilling (damals ca. 1,45 Euro; inflationsbereinigt ca. 2,78 Euro).
Zum Vergleich: Heute kostet eine Packung Zigaretten im Schnitt zwischen 6 und 7 Euro. Auch der Einkauf beim Bäcker war vor einigen Jahrzehnten deutlich günstiger: Vier Briochekipferl, vier Handsemmeln, ein Mohnweckerl und Brot kosteten Anfang der 80er gerade mal 48,80 Schilling (damals ca. 3,55 Euro; inflationsbereinigt ca. 6,78 Euro).
KURIER-Leserin Edeltraud Schiefer schickte uns ein Foto eines alten Kassenzettels vom 17. September 1982.
US-Amerikanerin findet Supermarkt-Kassenzettel von 1997
Doch die Teuerung betrifft nicht nur Österreich: US-Amerikanerin Zoe Dippel (24) traute ihren Augen kaum, als sie einen alten Kassenzettel aus dem Jahr 1997 entdeckte und diesen in einem viralen TikTok-Video herzeigte. Die Zeitreise führte ihr vor Augen, wie sehr sich das Alltagspreisniveau verändert hat.
Lebensmittelpreise von damals machen wehmütig
Dippel fand den Kassenzettel ganz zufällig im Haus ihrer Schwägerin. Der Alltagseinkauf umfasste 122 Artikel und der Gesamtbetrag des doch recht langen Zettels aus dem Juni 1997 betrug 155 US-Dollar (circa 133 Euro). Für damalige Verhältnisse schon ein stattlicher Betrag, doch heute wirken die Preise aus dieser Zeit geradezu günstig. Einzelne Posten verdeutlichen, wie erschwinglich Lebensmittel noch vor 30 Jahren waren:
- Kaffee: 2,47 Dollar (2,12 Euro)
- Brownies: 1,09 Dollar (94 Cent)
- Joghurt: 0,50 Dollar (43 Cent)
- Honig: 2,49 Dollar (2,14 Euro)
- diverses Gemüse: 0,25 Dollar (0,21 Euro)
- Laib Brot: 1,26 Dollar (1,08 Euro)
- große Packung Windeln: 12,99 Dollar (11,15 Euro)
Im Interview mit dem Nachrichtenportal Today erklärte die 24-Jährige: "Wir waren sofort geschockt. [...] Erst in diesem Moment wurde mir wirklich bewusst, wie sehr sich die Welt in fast 30 Jahren verändert hat."
Vergleichseinkauf verdeutlicht Preisanstieg
Dippel machte daraufhin einen nachgestellten Vergleichseinkauf: Sie legte gleiche oder ähnliche Artikel aus den 122 Posten des alten Lassenzettels in den Warenkorb eines Online-Supermarkts. Die Endrechnung von 504 US-Dollar (etwa 432 Euro) überraschte.
Zum Vergleich: Vor drei Jahrzehnten hatte derselbe Einkauf nur 155 Dollar gekostet. Die beiden Videos der US-Amerikanerin erzielten bereits über drei Millionen Aufrufe und sorgten damit für große Aufmerksamkeit.
Preissteigerungen bei Lebensmittel sind grundsätzlich nichts Ungewöhnliches, schließlich steigen die Kosten für Rohstoffe und Transport im Laufe der Zeit und auch die Inflation wirkt sich auf die Preise im Supermarkt aus. Auch Löhne haben sich in vielen Fällen angepasst, was die steigenden Preise zumindest teilweise abfedert.
Dennoch empfinden viele die Anstiege der vergangenen Jahre als besonders deutlich, weil sie vergleichsweise stärker und schneller ausfallen als in früheren Jahrzehnten, was den Alltag deutlich teurer macht.
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