Wegen Kritik an indischer Bewegung? Influencerin (†45) erstochen

Die Influencerin Nancy Grewal war nicht nur für ihren Lifestyle-Content, sondern auch für ihre Kritik an der separatistischen Khalistan-Bewegung bekannt.
Frau mit Brille und kurzem Haar sitzt in einem Raum mit Holzdecke und geschlossenen Türen.

Die 45-jährige Nancy Grewal wurde am 3. März vor dem Haus in der kanadischen Stadt LaSalle getötet, wo sie als Pflegeassistenz tätig war. Mehr als 16.000 Menschen folgen der Influencerin auf Instagram, die für ihren Fitness- und Lifestyle-Content bekannt ist. Doch jetzt müssen ihre Fans traurige Nachrichten verkraften: Die Kanadierin mit indischen Wurzeln wurde erstochen.  

Polizei ermittelt in Mordfall

Wie die Polizei von LaSalle in einer Pressemitteilung erklärte, ereignete sich der Mord um 21:30 Uhr. Grewal, die aus Windsor stammte, wurde vom Rettungsdienst Essex-Windsor ins Krankenhaus gebracht, wo sie später ihren Verletzungen erlag. Die Ermittler sind überzeugt, dass es sich nicht um eine "zufällige Gewalttat" gehandelt habe. Der Mord wird "als vorsätzliche Tat" untersucht. 

Mit 18 Stichen getötet

Laut CBC wurde 18 Mal auf die Frau eingestochen. Ihre Mutter, Shinderpal Kaur, äußerte sich gegenüber indischen Medien und berichtete, dass ihre Tochter versucht habe, während der Attacke zum Haus ihres Klienten zurückzulaufen. Sie konnte sich jedoch nicht retten, weil die Tür verschlossen war. Sie lief laut Angaben ihrer Mutter zu der Rückseite des Hauses, wo sie von zwei Angreifern abgefangen und getötet wurde.

Was ist die Khalistan-Bewegung? 

Das Motiv für die Tat könnten die kritischen Äußerungen Grewals auf Social Media sein. Die Influencerin hatte sich regelmäßig negativ über die Khalistan-Bewegung geäußert. 

  • Die Bewegung strebt einen unabhängigen Sikh-Staat an, der aus Indien herausgelöst werden soll.
  • Die Idee geht auf die Unabhängigkeit Indiens und Pakistans im Jahr 1947 zurück, als dieses Thema der Verhandlungen vor der Teilung der Region Punjab zwischen den beiden neuen Ländern vorangetrieben wurde.
  • Nicht alle Separatisten und Anhänger der Bewegung befürworten Gewalt. Extremistische Fraktionen der Bewegung waren jedoch an gewalttätigen Vorfällen beteiligt.

Influencerin berichtete von Morddrohungen 

Wie die Schwester von Grewal, Alishaa, erklärte, gegenüber dem Medium, dass die Influencerin in den sozialen Medien Mord- und Gewaltdrohungen erhalten hatte. Weniger als eine Woche vor ihrem Tod sprach Nancy Grewal mit CBC über die Drohungen, denen sie ausgesetzt war. "Ich weiß, dass ich manchmal Angst habe, wenn sie sagen "[wir werden] dich töten", dann sage ich "OK, ihr könnt mich jederzeit töten'", sagte sie in dem Interview vom 25. Februar. 

Wer die Angreifer von Nancy Grewal waren, ist bis dato unbekannt. 

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