Umfrage: Gen Z im Arbeitsalltag stressanfälliger als Boomer

Neue Umfrage zeigt: Die junge Generation fühlt sich im Job deutlich stärker unter Druck als ihre älteren Kolleginnen und Kollegen.
Frau mit Brille blickt verzweifelt auf die Tastatur ihres Laptops.

Junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland fühlen sich deutlich stärker gestresst als ihre älteren Kollegen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Instituts YouGov, durchgeführt im Auftrag der Lebensversicherung Swiss Life.

Babyboomer belastbarer

Ältere Mitarbeitende, insbesondere die Babyboomer, scheinen durch Erfahrung und Routine besser mit Stress umgehen zu können. Die Generation Z hingegen ist deutlich anfälliger, was langfristig nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen kann.

Stresslevel: Junge vs. alte Generation im Detail

Die Studie befragte im Oktober 2025 insgesamt 2.004 Personen ab 18 Jahren. Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild:

  • Generation Z (Geburtsjahre 1997–2007): 48 % berichten von "eher hohem" oder "sehr hohem" Stress in Beruf, Studium oder Ausbildung.
  • Babyboomer (Geburtsjahre 1946–1964): Nur 20 % fühlen sich in ähnlichem Maße belastet.

Damit erlebt die jüngste Generation mehr als doppelt so häufig Stress wie die ältesten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dazwischen liegen die Millennials (1981–1996) und die Generation X (1965–1980), deren Stressempfinden laut Umfrage ebenfalls linear abnimmt, je älter die Befragten sind.

Gen Z klagt über körperliche Folgen

Stress wirkt sich nicht nur auf die Psyche aus, sondern hinterlässt oft auch körperliche Spuren. Junge Arbeitnehmer klagen dabei vor allem über Müdigkeit und Schlafprobleme 82 % aller Befragten gaben an, in den letzten drei Monaten mindestens eine stressbedingte Beschwerde gehabt zu haben.

Am häufigsten traten auf:

  • Kopfschmerzen: 55 %
  • Schlafstörungen: 48 %
  • Innere Unruhe: 47 %

Damit ist deutlich: Jüngere Generationen tragen die körperlichen und psychischen Folgen von Stress besonders stark.

Unternehmensangebote oft unzureichend

Laut Swiss Life könnten viele Unternehmen deutlich mehr tun, um auf die steigende Stressbelastung ihrer Mitarbeitenden zu reagieren. 23 Prozent der Befragten gaben an, dass es in ihrem Betrieb keinerlei Angebote zur Stressminderung gebe. Und selbst dort, wo Maßnahmen existieren, bleiben diese häufig auf flexible Arbeitszeiten (35 Prozent) oder die Möglichkeit zum Homeoffice (31 Prozent) beschränkt.

"Warnsignal" für Unternehmen 

Dirk von der Crone, Deutschlandchef von Swiss Life, warnt daher: "Dass viele Menschen trotz technologischen Fortschritts und Homeoffice über hohe Stressbelastung klagen, ist ein Warnsignal." Psychische Erkrankungen zählen seit Jahren zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit, ein Trend, der Unternehmen zunehmend unter Handlungsdruck setzt.

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