Neues Jahr, neue Technik
Dominierendes Thema im Las Vegas Convention Center, wo die „CES“ seit vielen Jahren stattfindet, war die künstliche Intelligenz. Jedoch nicht mehr als vorrangiges Softwarefeature, wie man es von vergangenen Jahren kannte, sondern vielmehr als Kerninfrastruktur für Haushaltsgeräte, Wearables und Co. Die Prozesse, welche die Abwicklung von Befehlen bedingen, laufen nicht mehr über die Cloud, sondern offline direkt auf den Endgeräten. Im Fachjargon wird dies als „Edge AI“ bezeichnet, weil die Arbeitsschritte „am Rande des Netzwerkes“ vor Ort geschehen. Die dazu benötigten leistungsstarken Prozessoren wurden auf der „CES“ etwa von AMD und Nordic Semiconductor präsentiert.
Selbst ist der Roboter!
Vor allem das Robotik-Segment profitiert immens von der Weiterentwicklung hochkomplexer KI-Funktionen. In Las Vegas waren zahlreiche Alltagsroboter zu sehen, deren Leistungsfähigkeit weit über das Reinigen von Böden und Fenstern hinausgeht. „CLOiD“ von LG kann waschen und kochen, der „Saros Rover“ aus dem Hause Roborock überwindet dank ausklappbarer Beine sogar Treppenstufen, und der „Dreame X60 Max Ultra Complete“ macht dank seiner lediglich acht Zentimeter Gehäusehöhe sogar dort sauber, wo herkömmliche Saugroboter bislang nicht hinkamen – unter der Couch. Quintessenz: Der Mensch soll nicht ersetzt werden, sondern entlastet. Auch wenn Roboter „Nylo“ auf der „CES“ völlig selbstständig den Messestand seines Herstellers „IntBot“ betreute.
Bloßes Tracking war einmal
Ebenfalls häufig zu sehen in den riesigen Messehallen: Wearables. Bereits heutzutage werden sehr viele Daten unseres Körpers gemessen – mittels Smartwatch oder Smart Ring. Der Trend geht zu einer vollumfänglichen Erhebung von Gesundheitsdaten inklusive der Erkennung von ungesunden Lebensmustern und daraus resultierenden Risiken für den Körper. Es wird vermehrt auf den modischen Aspekt solcher Gadgets Wert gelegt, wie etwa die smarten Ringe von J-Style oder das „Luna Band“, ein displayloser Gesundheitstracker mit Sprachinterface, beweisen. Noch einen Schritt weiter geht der Hersteller Nirva, der die smarten Hals- und Armkettchen „AI Jewelry“ ausgestellt hat. Sie erfassen die Stimmung von Trägerin oder Träger, beherrschen Journaling und können sogar Wellnesstipps geben. Ergänzend zu Fitnessgadgets, die man ständig am Körper trägt, sollen in Zukunft vermehrt stationäre Geräte unterstützen. So ist beispielsweise die „Body Scan 2“, eine smarte Waage von Withings, in der Lage, den Stoffwechsel, die Zellgesundheit und die Blutzuckerregulation der benutzenden Person zu bewerten. Zudem weist sie auf ein etwaiges Bluthochdruckrisiko hin.
Durchbruch bei Smart Glasses
In den letzten Jahren tauchten immer öfter smarte Brillen in den Messehallen auf, man hatte jedoch den Eindruck, dass ihr genauer Einsatzzweck noch nicht gefunden worden war. In diesem Jahr schien das anders zu sein, waren doch etliche Exponate zu sehen, die in erster Linie die Liveübersetzung von Sprache in den Vordergrund rücken. Die „Infinix AI Glasses“ geben einen transkribierten Text über Open-Ear-Lautsprecher wieder, während die „Leion Hey2“ von LLVision den übersetzten Text per Untertitel ins Blickfeld bringen. Bei XGIMI – den Hersteller kannte man bislang vor allem aus dem Beamer-Segment – haben Nutzerinnen und Nutzer sogar die Wahl. Die „MemoMind“-Serie gibt es als Standardmodell mit visueller und Audio-Wiedergabe, aber auch als Variante ohne Ton und mit nur einem Display am rechten Auge sowie als schlanke Ausführung lediglich mit Audio-Feedback. Da alle Modelle auf Kameras verzichten, sind sie die leichtesten und dezentesten ihrer Art – und verdienen sich somit das Prädikat „salonfähig“.
Fernseher, Handys und Co.
Was auf einer Messe für Unterhaltungselektronik nicht fehlen darf, sind Klassiker wie TV-Geräte, Smartphones oder Computer. LG zeigte mit dem „Wallpaper TV“ einen Fernseher mit nur neun Millimetern Gehäusetiefe, sattem OLED-Screen und intelligenter Erkennung der unterschiedlichen Benutzerinnen und Benutzer, an die sich der Startbildschirm anpassen lässt. Samsung präsentierte den weltweit ersten 130-Zoll-Micro-RGB-Fernseher mit extravagantem Rahmen, dem KI-Features dabei helfen, das Fernsehbild maximal realistisch und natürlich darzustellen. Auch in puncto Smartphones hatte Samsung einen Hingucker ausgestellt. Das „Galaxy Z TriFold“ ist ein Foldable, das nicht ein-, sondern gleich zweimal gefaltet wird. Ausgeklappt steht somit ein zehn Zoll großes Display zur Verfügung, während das Gerät mit 12,9 Millimetern im gefalteten Zustand eine gerade noch verschmerzbare Dicke für den Transport in der Hosentasche aufweist. Apropos Kompaktheit: Einen ganzen PC, verbaut in einer herkömmlichen Computertastatur, stellte HP mit dem „EliteBoard G1a“ aus. Diese Ausführung eignet sich optimal für alle, die gerne an wechselnden stationären Standorten arbeiten, also etwa zwischen Büro und Homeoffice pendeln.
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