Eine Frage der Qualität
Streaming gilt unter Audiophilen oftmals als verpönt, weil die Komprimierung des Ausgangsmaterials nicht nur mess-, sondern in vielen Set-ups auch hörbar ist. Bei Dateiformaten wie MP3 oder AAC werden für das menschliche Ohr kaum hörbare Signalanteile entfernt, was zu kleineren Dateigrößen und somit auch zu weniger Datenverbrauch führt. Ideal für Streaming, das viele mit Standardkopfhörern oder via Bluetooth nutzen. Qualitätseinbußen sollten dabei praktisch nicht merkbar sein. Musikfans, die Inhalte hingegen per kabelgebundenen hochwertigen Kopfhörern oder auf der High-End-Hi-Fi-Anlage konsumieren, werden jedoch ziemlich deutlich die verminderte Qualität erkennen. Die Streamingindustrie hat diese Zielgruppe jahrelang vernachlässigt. Lediglich „Tidal“ und „Qobuz“ boten verlustfreies Material an – zu einem deutlich höheren Preis, als etwa ein „Spotify“-Monatsabo kostet. Inzwischen gibt es aber auch bei „Spotify“, „Apple Music“ und Co. immer mehr Musikstücke, die mit der Bezeichnung „Lossless“ oder „Hi-Res“ versehen sind. Doch was genau verbirgt sich hinter diesen Begriffen?.
Lossless: Qualität wie auf einer CD
Gängige Dateiformate für verlustfreie Musik sind FLAC, WAV oder ALAC. Werden Musikstücke in diesen Formaten gespeichert, liefern sie im Prinzip dieselbe Klangqualität wie eine Audio-CD. Die Musikdatei wird zwar komprimiert, allerdings werden keinerlei Klanginformationen entfernt, wie etwa bei MP3 oder AAC. Somit bleiben bei Lossless-Formaten selbst feinste Details erhalten und Instrumente klingen klar und deutlich unterscheidbar. Als klassischer Lossless-Standard gilt eine Abtastrate von 44,1 kHz bei einem Dynamikumfang von 16 Bit. Mit guten Kopfhörern oder einer leistungsfähigen Hi-Fi-Anlage lassen sich im Vergleich zu stark komprimierten Dateien oft mehr Details, klarere Stimmen und vor allem ein voluminöseres Klangbild wahrnehmen. Bei Liveaufnahmen, aber auch bei Akustik- oder Klassikinhalten sind deutliche Unterschiede zu komprimierter Musik hörbar.
Hi-Res: Für alle, die noch mehr wollen
Die Steigerung von „Lossless Audio“ ist „Hi-Res“. Musik ist noch höher aufgelöst und bewegt sich typischerweise zwischen 96 kHz und 192 kHz und einem 24-Bit-Dynamikumfang. In der Theorie werden so noch mehr Dynamik und feinere Details geboten, in der Praxis hören viele Menschen allerdings keinen Unterschied zu herkömmlicher Lossless-Qualität in 16 Bit und 44,1 kHz. Weitere Begriffe, die im Zusammenhang mit hochwertigem Streaming oft verwendet werden, sind „Dolby Atmos“ oder „Spatial Audio“. Allerdings stehen beide für etwas anderes, nämlich räumlichen Klang und einen 3D-Effekt. Verlustfreie Qualität ist damit nicht zwingend geboten.
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