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Style
07/04/2019

Marina Hoermanseder will Buffalo-Schuhe wieder zum Trend machen

Die Neunziger Jahre lassen grüßen: In Berlin zeigte die Wienerin Neonfarben, Puffärmel und klobige Sneakers.

Mit der Kollektion für Frühjahr und Sommer 2020 von Marina Hoermanseder geht es auf eine Zeitreise zurück in die 80er- und 90er-Jahre: Neon- und Pastellfarben, Glitzer, Puffärmel und Schulterpolster versetzten die Besucher der Show in einer riesigen Berliner Sportanlage aus DDR-Zeiten am Donnerstagnachmittag flugs auf einen Highschool-Abschlussball im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Prom Night

Bunt und unkonventionell wirkte die "Prom Night", zu der die aus Wien stammende Wahl-Berlinerin im Rahmen der Fashion Week ins SEZ Landsberger Allee geladen hatte. Das ehemalige Sportzentrum hatte sich in eine rosa und babyblaue "University of MH" verwandet, wie ein großes Banner gleich beim Eingang verkündete. Auf dem Laufsteg in der dekorierten Turnhalle waren dann schillernde Rüschenkleider und strenge Korsetts, Hawaiihemden mit Pythonmuster und Perlenverzierungen auf handgefertigten Statement-Stücken aus Leder zu sehen.

Neonfarben, vor allem Gelb und Orange, dürfen bei einem solchen Zeitensprung nicht fehlen, und sie paarten sich erstaunlich gut mit den vielen pastelligen Zuckerlfarben, in die Marina Hoermanseder ihren Traum vom Abschlussball gegossen hat. Auch sie propagiert jetzt übrigens die Radlerhose als "echtes" Kleidungsstück, Bauchtaschen sind neonfarben und übergroß, und über all dem ansteckend lustigen Treiben baumelte eine große Discokugel.

Die pompösen "Vasen"-Kleider und steifen Riemenröcke wurden wieder über den Laufsteg getragen, diesmal auch in Batik-Optik als Verbeugung vor dem kalifornischen Lebensgefühl. Lederkorsett, "Strap Skirt" und "Vase" gehören bei Hoermanseder seit Beginn dazu und erinnern an ihre Inspirationsquelle, die professionellen Orthopädie mit dem historischen Stützkorsett.

Viele transparente Materialien verhalfen der Kollektion in weiten Teilen aber auch zu einer federleichten Wirkung. Das Krönchen der "Prom Queen" gebührt den gerüschten Minikleidern mit Maxi-Schulterpolstern. Asymmetrische Ausschnitte und überbordende Volants unterstrichen den selbstironischen Hang der Wienerin zu gleichermaßen Glamour wie Trash. Den Schlussapplaus nahm sie zu "I Wanna Dance With Somebody", einem Hit der 80er-Popikone Whitney Houston, mit ihrem Team entgegen.

Neben der aktuellen Kollektion hat Marina Hoermanseder für das deutsche Schuhlabel Buffalo entworfen, u.a. klobige Sneakers in babyblau, softpink und ganz viel Glitzer. 13 Modelle werden in limitierter Stückzahl erhältlich sein.