George R. R. Martin bei der "GoT"-Premiere in New York, April 2019.

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08/19/2019

Wie "Game of Thrones" George R. R. Martins Schreiben ruinierte

Die Serienversion seines Werks habe bisher verhindert, dass die ausständigen zwei Romane fertig werden.

Als "Game of Thrones" im Jahr 2011 sein Debüt auf den Bildschirmen feierte und weit entfernt davon war ein weltweites Phänomen zu werden, hatte Schöpfer George R. R. Martin (70) bereits fünf Bücher fertig. Das erste hatte er 1996 veröffentlicht.

Nachdem die Serie Fahrt aufnahm, waren in seiner Saga noch zwei Romane ausständig. Doch diese sind - nun nach dem offziellen Ende der Serie - immer noch nicht fertig. Obwohl die Geschichte in ihrer filmischen Form bereits auserzählt ist.

Zu viel Druck

Die Schuld dafür gibt Martin ausgerechnet der Show selbst, die ihm zu weltweitem Ruhm verhalf und seine Bücher unter die Bestseller katapultierte. Doch gerade das habe so dem Schriftsteller so viel Stress verursacht, dass er nicht habe Schreiben können. Und nun hängt er mit dem schriftlichen Ende seines Lebenswerkes weit hinter dem filmischen her.

"Es gab ein paar Jahre, in denen ich, wenn ich das Buch hätte fertigstellen können, noch ein paar Jahre Vorsprung vor der Serie gehabt hätte", erzählte er der britischen Zeitung The Observer. "Ich denke nicht, dass es sehr gut für mich war, denn genau das, was mich hätte beschleunigen sollen, hat mich tatsächlich verlangsamt."

Vier statt Vierzig

"Jeden Tag habe ich mich hingesetzt, um zu schreiben, und selbst wenn ich einen guten Tag hatte - und ein guter Tag für mich sind drei oder vier Seiten - habe ich mich schrecklich gefühlt, weil ich dachte: 'Mein Gott, ich muss fertig werden.' Ich habe nur vier Seiten geschrieben, wenn ich 40 hätte schreiben sollen."

Nach acht Staffeln und dem Finale im Mai diesen Jahres sei der Stress für Martin nun endlich vorbei, er könne nun in seinem eigenen Tempo schreiben. In sein Ende wolle er sich auch nicht reinreden lassen, nachdem viel Kritik an den Schicksalen einzelner Figuren laut geworden war. "Man kann nicht allen gefallen, also muss man sich selbst gefallen", so Martin.