"Unheilig"-Sänger Der Graf über schmerzhaften Tod seiner Eltern

Die Mutter des Grafen starb Anfang des Jahres, sein Vater nur wenige Wochen zuvor. Das habe ihm "den Boden unter den Füßen weggerissen", sagt er.
Ein Mann im Anzug singt in ein Mikrofon auf einer Bühne.

Der Sänger von Unheilig, bekannt als Der Graf, spricht erstmals öffentlich über den tragischen Verlust seiner Eltern, die innerhalb nur weniger Monate verstarben. Anfang des Jahres musste er sich von seiner Mutter verabschieden, Ende 2025 bereits von seinem Vater. 

Der plötzliche Verlust seiner beiden Elternteile erschütterte ihn tief. "Während unserer letzten Tour im Dezember ist mein Papa verstorben. Als dann Anfang des Jahres die Nachricht kam, dass meine Mama nicht mehr lange leben wird, hat mir das den Boden unter den Füßen weggerissen", so Der Graf im Interview mit der Bild-Zeitung über die schmerzvolle Zeit.

Musikalische Trauerarbeit

Obwohl er von der Trauer überwältigt war, entschied sich der Musiker, weiter aufzutreten und Konzerte zu geben. Besonders der Tod seines Vaters traf ihn unerwartet. "Das ging so schnell, damit hatte keiner gerechnet", erklärte er. Es war ihm nicht mehr vergönnt, von ihm Abschied nehmen zu können.

Auch im Tonstudio konnte Der Graf seine schmerzlichen Gefühle verarbeiten. Im November 2025 widmete er seiner Mutter den Song "Mein Löwe". Der Song ist auf dem Comeback-Album "LIEBE GLAUBE MONSTER" zu hören, das am 13. März erscheint.

Im Song beschreibt er, wie sich die Beziehung zwischen Eltern und Kindern über die Jahrzehnte verändert. Aber es steckt noch mehr in "Der Löwe": "Der Titel bezieht sich auf ihr Sternzeichen Löwe und darauf, dass sie für mich immer wie ein Löwe gekämpft hat – fürsorglich, stark und unerschütterlich", so Der Graf gegenüber Bild. Im Schreibprozess floss starker emotionaler Schmerz: "Den habe ich unter Tränen geschrieben. Es war mir wichtig, mir den Text wirklich von der Seele zu schreiben."

Mutter des Grafen regelte Dinge für ihn bis zuletzt

Der Verlust seiner Mutter überschattete auch die Dreharbeiten zur VOX-Sendung "Sing meinen Song". Kurz vor Beginn der Dreharbeiten in Südafrika bekam er die Nachricht, dass seine Mutter bald sterben würde. 

Kurz vor seinem Abflug besuchte Der Graf seine Mama ein letztes Mal und verabschiedete sich von ihr. "Ich bin zu ihr gegangen, um mich bei ihr für alles zu bedanken und ihr Lebewohl zu sagen – im Gefühl, dass es vielleicht das letzte Mal ist." Ihre Reaktion sei typisch für sie gewesen: "Du sagst aber jetzt nichts ab, oder?" Der Graf kommentierte das schmunzelnd mit den Worten: "Typisch Mama! Sie regelt immer noch die Dinge für mich." Am Tag vor seiner Abreise verstarb sie schließlich.

Ursprünglich wollte der Graf die Sendung absagen. Erst durch die Rückendeckung seiner Familie und die Hilfe des Produktionsteams entschied er sich doch noch zur Teilnahme. "Heute weiß ich: Ohne die Musik und diese Sendung hätte ich den Verlust meiner Eltern nicht so schnell verkraftet", gestand der Sänger im Interview.

Musikalisches Comeback

Unheilig ist nach einer längeren Pause zurück im Musik-Geschäft. 2014 hatte sich der Graf eigentlich von seinen Fans verabschiedet und danach gesagt, dass er einen "Rücktritt vom Rücktritt" ausschließen könne. 2016 gab es das vermeintlich letzte Konzert. Er wolle sich nun mehr um seine Familie kümmern, hatte der Graf damals erklärt. 

Ende 2025 kehrte Unheilig allerdings mit einer Comeback-Single zurück. Er habe in seiner Auszeit einfach erkannt, dass Zeit endlich sei, erklärte der Sänger zum Comeback. "Bestimmte Träume und bestimmte Wünsche kann man sich irgendwann nicht mehr erfüllen. Zum Beispiel noch einmal auf der Bühne zu stehen." Die Auszeit habe er aber in der Tat genutzt, um sich seiner Familie zu widmen. "Ich konnte da sein, als meine Eltern älter wurden", berichtete er. 

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