Unheilig: 7 Dinge, die Sie vielleicht noch nicht über den Graf wussten

Unheilig ist nach einer längeren Pause zurück im Musik-Geschäft. Sein Privatleben schützt der Graf.
Der Graf von Unheilig steht im schwarzen Anzug mit Mikrofon auf einer Bühne vor grünem Hintergrund.

Unheilig ist nach einer längeren Pause zurück im Musik-Geschäft. 2014 hatte sich der Graf eigentlich von seinen Fans verabschiedet und danach gesagt, dass er einen "Rücktritt vom Rücktritt" ausschließen könne. 2016 gab es das vermeintlich letzte Konzert. Er wolle sich nun mehr um seine Familie kümmern, hatte der Graf damals erklärt. 

Ende 2025 kehrte Unheilig allerdings mit einer Comeback-Single zurück. Er habe in seiner Auszeit einfach erkannt, dass Zeit endlich sei, erklärte der Sänger zum Comeback. "Bestimmte Träume und bestimmte Wünsche kann man sich irgendwann nicht mehr erfüllen. Zum Beispiel noch einmal auf der Bühne zu stehen." Die Auszeit habe er aber in der Tat genutzt, um sich seiner Familie zu widmen. "Ich konnte da sein, als meine Eltern älter wurden", berichtete er. Am 13. März brachte der Sänger aus der Nähe von Aachen, der sich stets in einer etwas düsteren Optik inszeniert, ein neues Album auf den Markt: "Liebe Glaube Monster". 

Was Sie vielleicht noch nicht über den Grafen wussten

Der Graf im Anzug zwinkert und streckt die Hand aus.

Was Sie vielleicht noch nicht über den Grafen wussten

  • Schockmoment führte zu Comeback

"Bis zum Jänner 2025 habe ich wirklich noch gedacht, das mache ich nicht", betont der Graf in einem APA-Interview über eine Rückkehr auf die Bühne. "Ich konnte es mir einfach nicht vorstellen." Er habe zunächst "die Musik auch nicht vermisst". Ab dem vierten, fünften Jahr fing er in seinem "Exil", wie er sagt, wieder mit dem Texten an, ohne an Veröffentlichung zu denken. "Denn ich wollte nicht mehr dort weitermachen, wo ich aufgehört habe." Dann wurde bei ihm bei einer Vorsorgeuntersuchung hoher Blutdruck festgestellt, der Arzt schickte den Grafen zum Durchchecken in eine Klinik. Ein stiller Herzinfarkt war es zum Glück nicht. "Aber ich habe mir gesagt: Wenn ich hier rauskomme und alles ist gut, dann überlege ich wirklich noch mal, ob ich in meinem Leben wirklich alles so lasse oder ob wir nicht doch was ändern."

Der Graf im Anzug zeigt mit den Fingern nach vorne, im Hintergrund eine verschneite Berglandschaft.

Was Sie vielleicht noch nicht über den Grafen wussten

  • Frau als Kind im Urlaub kennengelernt

Der Graf hat seine spätere Frau im Urlaub kennengelernt - und das schon als Kind. "Wir haben uns im Urlaub am Bodensee kennengelernt, in einer kleinen Pension. Wir waren beide erst fünf Jahre alt. Unsere Eltern waren dort zur gleichen Zeit zu Gast", verriet der Musiker in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die Begegnung in Kindertagen habe damals einen besonderen Eindruck hinterlassen. "Als sie nach einer Woche abreisen musste, war ich so unendlich traurig", sagte der Graf rückblickend. "Ich sagte damals zu meiner Mutter: 'Wenn ich groß bin, will ich die mal heiraten'". Genau so sei es schließlich auch gekommen.

Der Graf von Unheilig steht im schwarzen Anzug und mit Mikrofon auf einer Bühne und lächelt während eines Auftritts.

Was Sie vielleicht noch nicht über den Grafen wussten

  • Gelernter Hörgeräteakustiker

"Wir sind zusammen durch den Kindergarten gegangen, durch die Grundschule und die Realschule. Wir haben diesen kompletten Lebensweg mit allen Höhen und Tiefen gemeinsam bestritten", erzählte der Graf der dpa. "Ich glaube, wenn es einen Menschen gibt, der mich besser kennt als ich mich selbst, dann ist sie das." Seine Frau sei auch in schweren Phasen an seiner Seite gewesen. Mit 29 Jahren habe er seinen Beruf als Hörgeräteakustiker aufgegeben. "Meine Frau sagte damals: 'Ich bringe jetzt das Geld nach Hause und wir schauen mal, ob du als Musiker etwas auf die Beine stellen kannst'", so der Graf. Alles sei für dieses Ziel geopfert worden. Bis zum Durchbruch habe es aber Jahre gedauert. "In unserem Umfeld wurden die Leute Ärzte oder Anwälte, sie bauten Häuser und bekamen Kinder", sagte der Sänger. "In deren Augen war ich der Typ mit dem Hut am Bahnhof", sagte er. "Aber meine Frau hat all die Jahre fest an mich geglaubt."

Der Graf von Unheilig in dunklem Anzug bei einer Veranstaltung, im Hintergrund Logos von Sponsoren wie Sparkasse.

Was Sie vielleicht noch nicht über den Grafen wussten

  • Die Sache mit dem Älterwerden

Der Graf hadert mit einem seiner bekanntesten Markenzeichen. Sein Bart - bei dem Musiker an beiden Kinnseiten kantig rasiert - ist mit den Jahren deutlich grauer geworden. "Damit habe ich schon zu kämpfen, das muss ich sagen", sagte der Sänger im vergangenen Jahr der Deutschen Presse-Agentur - wenn auch mit einem Lachen. "Das lässt mich wirklich älter aussehen". Wenn er den Bart abrasiere, sehe er eigentlich "circa fünf Jahre jünger aus". Andererseits sei er aber auch "so fit wie nie", betonte der Graf, der weder seinen richtigen Namen noch sein genaues Alter verrät. Jeden zweiten Tag gehe er joggen - und Fleisch esse er mittlerweile nur noch einmal in der Woche. "Das war gar nicht so einfach, ich komme aus einer Metzger-Familie", sagte er. Früher habe es da jeden Tag Fleisch gegeben. "Diesen Kreislauf habe ich jetzt durchbrochen."

Der Graf von Unheilig blickt nachdenklich nach oben, im Hintergrund leuchten Bühnenlichter.

Was Sie vielleicht noch nicht über den Grafen wussten

  • Der große Traum vom ESC

Der Graf wollte schon als Kind am Eurovision Song Contest (ESC) teilnehmen. Er habe den Wettbewerb fast jedes Jahr mit seinen Eltern im Fernsehen verfolgt, erzählte er 2014 der dpa. Unheilig trat damals beim Vorentscheid an, um Deutschland in Kopenhagen zu vertreten. Wenn man die Riesenbühne sehe, denke man schon: "Irgendwann will ich das auch mal machen." Der Song "Als wär's das erste Mal" sollte der Band aber kein Glück bringen. Schlussendlich bekam die Band Elaiza den Zuschlag.

Der Graf mit Kinnbart trägt einen schwarzen Anzug und eine Krawatte.

Was Sie vielleicht noch nicht über den Grafen wussten

  • Pleite bis Ende 30

Der Graf lag seinen Eltern noch bis Ende 30 auf der Tasche. "Dank ihrer Hilfe konnte ich zumindest die Miete bezahlen", sagte er Musiker 2012 der Zeitung "Bild am Sonntag". Das habe sich "natürlich blöd angefühlt, ich war ja nicht mehr 20. Aber was soll ich sagen: Die Investition hat sich gelohnt." Über seine Musik habe er sich auch seinem Vater angenähert. Mit ihm habe er nie ein besonders inniges Verhältnis gehabt. "Als mein Vater vor zwei Jahren auf mich zukam und mir zum ersten Mal sagte, wie toll er findet, was ich alles erreicht habe, war das einer der schönsten Momente in meinem Leben."

Der Graf im Anzug zwinkert und gestikuliert vor verschneiter Bergkulisse.

Was Sie vielleicht noch nicht über den Grafen wussten

  • Brachte jahrelang kaum ein Wort heraus

Der Graf hat als Kind jahrelang kaum den Mund aufgemacht. "Ich war ein stilles Kind, habe nie viel geredet. Deswegen habe ich gern Kunst und Sport gemacht. Da musste ich nicht reden", sagte der Sänger 2010 der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Mit sieben Jahren sei er eines Tages aus der Schule gekommen und habe kaum noch ein Wort gesagt: "Meine Eltern brachten mich zu Ärzten und Psychologen. Aber für die war ich auch ein Rätsel: Stottern, Sprachproblem, oder lag es am Zwerchfell? Keiner wusste Rat. Der Witz war: In den Sommerferien habe ich geplappert wie ein Wasserfall, und in der Schule kam kein Wort mehr heraus." Heute merke er, dass er beim Reden viel nachzuholen habe, sagte der Aachener. "Ich will immer drei Sachen gleichzeitig sagen und bleibe dann hängen." Dennoch sei es für ihn "ein innerer Sieg, auf der Bühne zu stehen und zu Tausenden Leuten zu sprechen". "Mein Schuldirektor riet mir damals: Junge, mach später einen Beruf, wo du nicht viel telefonieren musst. Das fand ich ganz schlimm. Deswegen ist mein heutiger Erfolg auch ein kleiner Triumph über die Zeit damals."

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