Übernächster König: Was sich im Palast ändern könnte, bis George an der Reihe ist

Prinz William, Prinz George und Prinzessin Charlotte
Einem Bericht der Zeitung "Daily Mail" zufolge wird von George etwa nicht mehr erwartet, dass er nach seiner Ausbildung zum Militär geht.
Dass manche mit dem Tod von Elizabeth II. im vergangenen September eine Krise der Monarchie vorhersagten, hat sich nach Einschätzung des Verfassungsrechtler Craig Prescott, der an der Universität Bangor gearbeitet hat und nun ans College Royal Holloway der Universität London wechselt, nicht erfüllt. Deshalb steht nicht nur Thronfolger William seit sein Vater Charles Monarch ist unter Dauerbeobachtung.

George darf noch Kind bleiben

Auch Williams ältester Sohn George wird vermehrt ins Rampenlich gehohlt. Fragt man Prescott, was derzeit Georges Rolle in der Monarchie ist, hat er eine vergleichsweise simple Antwort. Eigentlich sei seine Rolle im Moment nur, ein Kind zu sein. "Und ich glaube, William und Catherine haben den Ansatz, ihm eine Kindheit zu geben, die so normal wie möglich ist." Normal sei natürlich relativ, sagt Prescott der dpa.

Große Unterschiede in der Schullaufbahn

Dass das Aufwachsen in der royalen Familie ein Stück weit normaler geworden ist, macht Prescott etwa an der Schulbildung fest. Anders als noch Elizabeth II. werde George nicht zuhause unterrichtet, sondern gehe in die Schule. Die Familie, die in Windsor, westlich von London lebt, wohne auch nicht im königlichen Windsor Castle selbst, sondern in Adelaide Cottage auf dem Gelände des Schlosses - also eher in einem Haus als in einem Palast. "Sein Leben ähnelt dem von anderen Kindern aus sehr reichen Familien", sagt Prescott.
 
Aber es sei nicht mehr völlig abgeschottet wie früher. Natürlich sehe man aber, dass die Familie bei Events auftrete. Bei der Krönung seines Großvaters Charles III. war George zum Beispiel Ehrenpage.
 
Derzeit steht die Frage im Raum, an welche weiterführende Schule George gehen wird. Öfter fällt der Name "Eton", also die Eliteschule nahe Windsor, die auch William besuchte. Berichten der Zeitungen Daily Mail und Mirror zufolge könnte auch mit einer Tradition gebrochen werden - angeblich wird von George nicht mehr erwartet, dass er nach seiner Ausbildung zum Militär geht.
 
Wie wird sich die Monarchie verändern, bis George an der Reihe wäre? "Das ist die große Frage", sagt Prescott. Charles wolle die Monarchie verschlanken, das sei nun aber großteils eher zufällig passiert - mit dem Rückzug von Prinz Andrew (63), Prinz Harry (38) und dessen Frau Herzogin Meghan (41). Es gebe zunehmend Bedenken wegen der Kosten der Monarchie, der König habe aber bereits einen Schritt gemacht. Die große Frage sei nun die Nutzung der Schlösser und großen Anwesen.
 
Prescott setzt sich mit dem Königshaus auseinander und arbeitet an einem Buch zu "moderner Monarchie".
 
"Ich glaube, es ist sehr wahrscheinlich, dass Prinz George eines Tages König sein wird", antwortet er auf eine entsprechende Frage. Die Unterstützung für die Monarchie werde in Umfragen wahrscheinlich in bestimmten Momenten auch mal fallen, habe aber während der Regentschaft der Queen stabil um die 70 Prozent gelegen.
 
Auch in den Krisenzeiten um Prinzessin Diana. Beobachten müsse man aber, wie sich das bei jüngeren Menschen entwickle - die 18- bis 25-Jährigen schienen weniger für die Monarchie zu sein, sagt Prescott. Das sei immer so gewesen, scheine nun aber nochmal eine neue Entwicklung zu sein.

Volk wartet noch nicht auf "King George"

Dass eine mögliche Regentschaft von George noch in weiter Zukunft liegt, lässt sich übrigens auch an einem anderen Detail festmachen. An den Souvenirshops in der Nähe des Buckingham Palace. Die Läden verkaufen allerhand royalen Klimbim, aber auf den ersten Blick findet sich nur eine Tasse, auf der neben der Queen, Charles und William auch George zu sehen ist. Fragt man nach Andenken zu dem Prinzen, schüttelt ein Verkäufer den Kopf. Der sei ja noch so jung.

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