Tochter von David Bowie: Schwere Vorwürfe an berühmten Vater
Alexandria "Lexi" Jones, die Tochter der verstorbenen Musikikone David Bowie und des Supermodels Iman Abdulmajid, hat in einem emotionalen und sehr ausführlichen Instagram-Video über ihre schwierige Jugend gesprochen.
Dabei erhebt die 25-Jährige Vorwürfe gegen ihre Eltern.
Mit 12 litt Jones an Depressionen, Substanzmissbrauch und einer Essstörung
Jones wuchs im Rampenlicht auf – eine Kindheit, die von der Berühmtheit ihrer Eltern geprägt war. Doch trotz der damit einhergehenden Privilegien, für die sie durchaus dankbar sei, sei ihr Leben alles andere als einfach gewesen, betont sie.
In dem Video erzählt Jones offen, dass sie mit 12 Jahren an Depressionen, einer Essstörung und Substanzmissbrauch litt. Schon zuvor habe sie angefangen, sich selbst zu verletzen. Sie habe sich deshalb oft schuldig gefühlt, obwohl sie doch ein nach außen hin so wunderbares Leben hatte – und sie habe sich gefragt, ob Menschen in ihrem Umfeld sie wirklich mochten oder nur wegen ihres berühmten Namens.
Oft habe sie das Gefühl gehabt, eher eine Idee als eine echte Person zu sein. Und es sei schwierig gewesen, all den Erwartungen gerecht zu werden. "Ich wurde beobachtet, noch bevor ich eigentlich wusste, was beobachtet werden bedeutet."
2014 erkrankte ihr Vater an Leberkrebs, Jones war damals 14 Jahre alt. Sie beschreibt, wie sie in dieser Zeit mit ihrem Konsum von Alkohol und Drogen versuchte, der Realität zu entfliehen. Sie sagt: "Ich habe nicht gefeiert, ich bin geflüchtet – vor meinen komplizierten Gedanken und meiner komplizierten Familie."
Knallhartes Wildnis-Therapieprogramm
Ein entscheidender Wendepunkt in ihrem Leben kam, als sie plötzlich und ohne ihr Wissen an einem Wochentag aus ihrem Elternhaus geholt und in ein sogenanntes Wildnis-Therapieprogramm geschickt wurde. "Ich hatte mich schon für die Schule fertig gemacht." Sie erinnert sich, wie ihr Vater ihr vor ihrer Abreise einen Brief vorlas, dessen Worte sie bis heute begleiten: "Es tut mir leid, dass wir das tun müssen."
Zwei Männer warteten eigenen Angaben zufolge im Wohnzimmer auf sie und brachten sie – obwohl sie sich mit Händen und Füßen dagegen wehrte – in das Programm. Diese Männer gingen sogar soweit, dass sie die Teenagerin fesselten. Jones schrie um Hilfe, aber ihre Eltern hätten nur weinend zugesehen. Sie wusste bis zuletzt nicht, wohin sie gebracht wurde, erzählt Jones. Im Therapieprogramm verbrachte sie schließlich insgesamt 91 Tage. Dort schlief sie mitten im Winter unter freiem Himmel und erlernte Überlebenstechniken. Geduscht wurde nur einmal wöchentlich. "Diese gesamte Erfahrung fühlte sich demütigend und entmenschlichend an." Sexuellen Missbrauch hätte sie aber nicht erfahren, betont Jones.
Danach wurde sie in ein sehr streng geführtes Internat in Utah verlegt. Dort blieb sie ein Jahr lang.
Der Tod von Vater David Bowie
Für Lexi waren diese Erfahrungen prägend – und traumatisch. Besonders schmerzhaft sei für sie der Moment gewesen, als sie im Internat die Nachricht vom Tod ihres Vaters erhielt. David Bowie verstarb am 10. Jänner 2016, nachdem er zwei Tage zuvor noch mit seiner Tochter telefoniert hatte. "Wir sagten uns, dass wir uns lieben."
Und weiter: "In den Berichten hieß es, er sei im Kreise seiner ganzen Familie gestorben. 'Ja, die ganze Familie war da. Außer mir'", so Jones immer noch hörbar verletzt im Video. "Es gibt Momente, in denen ich wünschte, manche Dinge wären anders gewesen."
Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums.
Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
- Rat auf Draht ist die österreichische Notrufnummer für Kinder und Jugendliche. Die Nummer ist unter 147 rund um die Uhr anonym und kostenlos erreichbar.
- Die Ö3-Kummernummer ist unter 116 123 täglich von 16 bis 24 Uhr und ebenfalls anonym erreichbar.
- Die Telefonseelsorge ist unter der kostenlosen Telefonnummer 142 rund um die Uhr als vertraulicher Notrufdienst jeden Tag des Jahres erreichbar.
- Auf der Website www.bittelebe.at finden Angehörige/Freunde von Menschen mit Suizidgedanken Hilfe.
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