USA: Königin Camilla kämpfte nach Ankunft mit typischem Problem
Charles und Camilla besuchten die britische Botschaft in den USA
Der britische König Charles III. ist am Montag zu einem Staatsbesuch in den USA eingetroffen. Er und Königin Camilla waren auf dem Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews in der Nähe von Washington gelandet. Höhepunkt der mehrtägigen Visite sind ein Gespräch mit Präsident Donald Trump im Weißen Haus und ein Staatsbankett sowie eine Rede des Monarchen vor dem US-Kongress am Dienstag.
Camilla "etwas gejetlagged"
Am Montag stand zunächst eine Gartenparty auf dem Programm. Zuvor besichtigte das Königspaar die Bibliothek der britischen Botschaft in Washington. Vor Ort verriet Camilla dem US-People-Magazin zufolge, dass sie wegen der Zeitverschiebung mit typischen Problem zu kämpfen hat: Sie fühle sich "etwas gejetlagged".
Charles und Camilla in der Bibliothek der britischen Botschaft
Der Besuch gilt wegen des wankelmütigen Charakters von Donald Trump als Drahtseilakt. Der Republikaner hatte sich in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder alles andere als diplomatisch über Premierminister Keir Starmer geäußert, auf dessen Wunsch die Reise stattfindet. Anstoß nimmt Trump vor allem an der mangelnden Bereitschaft der Briten, seinen Krieg gegen den Iran zu unterstützen.
Für den Monarchen ist Trump aber auch wegen dessen offen geäußertem Wunsch, Kanada den USA einzuverleiben, ein schwieriger Partner. Charles III. ist auch Kanadas Staatsoberhaupt. Zudem ist der König ein stetiger Mahner zum Umwelt- und Klimaschutz - Trump hingegen wettert gerne gegen Windräder und hält den Klimawandel für einen Schwindel. Trotzdem, so berichtet die Sunday Times unter Berufung auf Palast-Insider, sei der König guter Dinge und freue sich auf die Herausforderung. Er soll mit Trump demnach ein geradezu freundschaftliches Verhältnis pflegen.
Kein Treffen mit Epstein-Opfern
Forderungen nach einem Treffen mit Überlebenden und Angehörigen der Opfer des Missbrauchsskandals um den verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein wies der Palast ab. Charles jüngerer Bruder, Ex-Prinz Andrew, war viele Jahre mit Epstein befreundet. Das Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte ihm vorgeworfen, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Andrew wies das stets zurück. Trotzdem einigte er sich mit Giuffre auf einen Berichten zufolge millionenschweren Vergleich.
Drahtseilakt trotz jahrzehntelanger Diplomatie-Erfahrung
Charles sei "generell sehr gut" darin, in schwierigen diplomatischen Fahrwassern zu navigieren, sagt der Monarchie-Experte Craig Prescott von der Londoner Royal Holloway-Universität. Der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit biete den Briten zudem eine gute Möglichkeit zu argumentieren, "dass es bei dem Besuch nicht eigentlich um Keir Starmer und Donald Trump geht".
Dennoch erwartet Prescott nach eigenen Worten, dass Charles III. die US-britischen Spannungen in seiner Rede vor dem US-Kongress am Dienstag auf verklausulierte Weise ansprechen wird. Nach Angaben des Palastes soll es darin um die gemeinsame Vergangenheit und tiefe Verbindung beider Staaten gehen. Dabei könnte der König zur Sprache bringen, wie die Verbindung im Lauf der Jahrhunderte weniger eng geworden sei, mutmaßt Prescott.
Graham Smith von der britischen Anti-Monarchie-Gruppe Republic erwartet dagegen, dass der König "die Rituale durchlaufen wird, ohne irgendetwas Gehaltvolles zu bieten". Das einzig Interessante an diesem "sinnlosen Besuch" sei die Frage, "wie Trump sich benimmt", schrieb Smith im Onlinedienst X.
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