Skandal um König Charles' Vorzeigeprojekt - Ökodorf gleicht "apokalyptischer" Bruchbude

König Charles
König Charles III. gilt als einer der umweltbewusstesten Monarchen der Geschichte - doch nun sorgt eines seiner Projekte für Empörung.

König Charles III. gilt als einer der umweltbewusstesten Monarchen der Geschichte. Seit über 50 Jahren warnt er vor den Folgen des Klimawandels - doch nun sorgt eines seiner Projekte im Namen der Umwelt für Empörung.

Das von Charles' Wohltätigkeitsorganisation unterstützte Vorzeigeprojekt für Öko-Dörfer gleicht nach über einem Jahrzehnt einem apokalyptischen Szenario, bemängelt ein Filmemacher gegenüber der britischen Boulevardzeitung Daily Mail, die diese Woche auch Fotos der offenbar verfallenen Siedlung Coed Darcy veröffentlichte (zu sehen hier).  

Öko-Projekt mit Zombie-Dorf verglichen

Einst wurden fast 300 Häuser auf dem Gelände einer ehemaligen Ölraffinerie in Llandarcy bei Neath in Südwales errichtet. Ziel war es, das Industriegebiet in ein blühendes neues Dorf zu verwandeln.

Der britische Monarch, damals noch Prince of Wales, besuchte das Gelände im Jahr 2013, nachdem die erste Bauphase abgeschlossen war. Viel Lärm um nichts: Denn wie Daily Mail berichtet, sollen die Bauarbeiten an dem Projekt schon bald darauf eingestellt worden sein.

Dem Bericht zufolge sind sämtliche Gebäude in der vermeintlichen Öko-Anlage unbewohnt. Das Gebiet wird von der Zeitung mit einem "Zombie"-Dorf aus einem Hollywoodfilm verglichen.

Filmemacher Jay Curtis habe die bewohnte Umgebung erkundigt, als er zufällig auf Coed Darcy stieß. Er erinnert sich an seine Entdeckung: "Es ist wie ein Dorf, das die Zeit vergessen hat", erzählte er der Daily Mail über seine Entdeckung. "Es wirkte völlig verlassen." Und weiter: "Ich kann es nur mit einem apokalyptischen Film vergleichen – wie etwas, das man in einem Hollywoodfilm entdecken würde", so der Filmemacher. "Ich dachte zwischenzeitlich, es handelt sich vielleicht um ein Filmset, da in Wales momentan viele Filmaufnahmen stattfinden."

Kritik an von Charles' unterstütztem Öko-Dorf

Bereits Ende Jänner hatte das Portal walesonline von dem heruntergekommenen Zustand der Siedlung berichtet. "Trotz der Verbindung zum Königshaus und ehrgeiziger Pläne kam die Erweiterung aufgrund mangelnder Infrastruktur, unzureichender Entwässerung und der Gefahr von Bodenverunreinigungen zum Erliegen", hieß es da. "Obwohl das nahegelegene Hauptgebiet bewohnt ist, hat dieser abgelegene Teil nie Bewohner beherbergt. Heute liegt das verlassene 'Testdorf' gespenstisch still da und wird langsam von der Natur zurückerobert (...)."

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