Adelsexperte über royale Distanz: Fotos mit Beatrice und Eugenie könnten Fragen aufwerfen

Die beiden Töchter von Ex-Prinz Andrew sind in der Öffentlichkeit kaum noch zu sehen.
Prinzessin Beatrice mit langem Haar trägt einen weinroten Hut mit Schleier und Blumen, im Hintergrund steht Prinzessin Eugenie unscharf.

Es gab eine Zeit, da machten die britischen Prinzessinnen Beatrice und Eugenie vor allem mit ihren Hüten Schlagzeilen. Der modische Geschmack der beiden wurde immer wieder zum Thema. Ein ausgefallenes Stück, das Beatrice zur Hochzeit ihres Cousins Prinz William mit Kate Middleton trug, wurde von der Presse wahlweise als Geweih, Toilettensitz oder Brezel verspottet. Doch das ist lange her. Inzwischen sind die beiden Töchter von Ex-Prinz Andrew in der Öffentlichkeit kaum noch zu sehen. 

Ob das an dem tiefen Fall ihres Vaters liegt, der wegen seiner Verwicklung in den Epstein-Skandal samt Prinzentitel alle Ämter und Ehrungen verloren hat? Zumindest wird darüber in der britischen Boulevardpresse heftig spekuliert. 

Nicht mehr in Ascot dabei 

Auslöser war unter anderem eine Mitteilung der Organisation Anti-Slavery International, die sich gegen moderne Sklaverei einsetzt. Prinzessin Eugenie werde ihre Schirmherrschaft niederlegen, hieß es darin. Gründe wurden nicht genannt. Das Thema galt eigentlich als Herzensanliegen der 35-Jährigen. Nur wenige Tage zuvor hatten britische Medien berichtet, die beiden Schwestern seien von dem prestigeträchtigen Pferderennen Royal Ascot ausgeladen worden. Sie dürfen demnach weder an der Kutschprozession dabei sein, noch auf der royalen Ehrentribüne Platz nehmen. 

Vor allem Beatrice sollen die Neuigkeiten schwer getroffen haben, berichtete die Mail on Sunday unter Berufung auf ungenannte Insider-Quellen. 

Nicht nur Ex-Prinz Andrew, sondern auch die schon lange von ihm geschiedene Mutter der beiden Prinzessinnen, Sarah Ferguson, besser bekannt als "Fergie", pflegte eine Freundschaft zu Jeffrey Epstein. Der 2019 gestorbene Geschäftsmann und Sexualstraftäter betrieb jahrelang einen Missbrauchsring, dem viele Minderjährige zum Opfer fielen. Selbst die beiden Prinzessinnen dürften im Schlepptau ihrer Eltern Bekanntschaft mit Epstein gemacht haben, wie aus den vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten hervorgeht. 

König Charles III. will die Königsfamilie verschlanken 

Der Verfassungsexperte und Royal-Kenner Craig Prescott von der Londoner Universität Royal Holloway hält es für plausibel, dass sowohl die Menschenrechtsaktivisten als auch die Royals bewusst auf Abstand zu den Schwestern gehen wegen der Verbindungen ihrer Eltern zu Epstein. Das Boulevardblatt Daily Express hatte gar berichtet, Thronfolger Prinz William habe die "brutale Forderung" gestellt, die Mitglieder der engeren Königsfamilie dürften sich bis Ende des Jahres nicht an der Seite der Schwestern fotografieren lassen. Prescott kann sich auch das vorstellen. "Er dürfte sehr besorgt um die Monarchie sein, und Fotos mit Beatrice und Eugenie könnten mehr Fragen aufwerfen, als dem Königshaus derzeit lieb ist", sagt der Experte der Deutschen Presse-Agentur über William. 

Er gibt jedoch zu bedenken, dass die beiden Prinzessinnen noch nie Teil des als "arbeitende Royals" bezeichneten engen Kreises waren. Schon seit mehreren Jahren sind sie etwa bei der als "Trooping the Colour" bekannten Geburtstagsparade für den Monarchen nicht mehr dabei. König Charles III. will die Königsfamilie verschlanken, das ist schon lange bekannt. Frühere Spekulationen, die Töchter Andrews könnten eines Tages royale Aufgaben übernehmen, "scheinen als Möglichkeit ausgeschieden", sagt Prescott mit britischem Understatement. 

Kommentare