Affäre um Bruder Andrew: Steht König Charles vor seiner Abdankung?
König Charles III.
In Großbritannien ist derzeit viel vom Niedergang der Monarchie die Rede. Auch wenn es noch nicht ganz so weit sein sollte, ist der Skandal um den Ex-Prinzen Andrew und dessen Verbindung zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein eine Zäsur, die in der Geschichte Großbritanniens ihresgleichen sucht. Von allen Ämtern, Titeln und Ehrungen entkleidet, verbrachte er seinen 66. Geburtstag in der vergangenen Woche auf einer Polizeiwache, während die Ermittler mehrere Anwesen durchsuchten.
Andrews Verbindung zum verstorbenen US-Multimillionär Epstein, der einen Missbrauchsring betrieb, dem viele Mädchen und Frauen zum Opfer fielen, könnte noch ernsthafte Folgen nach sich ziehen. Bislang lautet der Verdacht lediglich auf Fehlverhalten im öffentlichen Amt. Doch eines der Epstein-Opfer, Virginia Giuffre, hatte Andrew vorgeworfen, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Er streitet das vehement ab.
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Die Angelegenheit werfe "fundamentale Fragen für die Institution der Monarchie auf", sagt der Verfassungsexperte und Royal-Kenner Craig Prescott von der Londoner Universität Royal Holloway.
Abdankung nicht ausgeschlossen
Seit Jahren wird spekuliert, König Charles könne eines Tages wie andere europäische Monarchen das Zepter an seinen ältesten Sohn William weiterreichen. Dass die Affäre um Andrew so eine Entwicklung wahrscheinlicher macht, hält Prescott nicht für ausgeschlossen. Doch er gibt zu bedenken, dass es dem König bislang einigermaßen gut gelungen ist, Schaden von sich abzuwenden.
Charles habe den Eindruck erweckt, gut mit der Sache umgegangen zu sein, in dem er Andrew seine Titel aberkannte und ihn aus dem luxuriösen Anwesen Royal Lodge hinauskomplimentierte. "Ich denke, die Menschen haben eine Menge Mitgefühl für den König und die Situation, in der er sich befindet", so Prescott.
So gelte es als weithin anerkannt, dass Charles sich gegen die Rolle seines Bruders als Handelsbeauftragter der Regierung ausgesprochen habe. Der Verdacht, Andrew könne in dieser Position vertrauliche Informationen an Epstein weitergegeben haben, brachte die Ermittlungen gegen ihn ins Rollen.
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