Prinz William spricht offen über psychische Krisenmomente

Immer wieder lenken William und seine Frau Prinzessin Kate die Aufmerksamkeit auf das Thema psychische Gesundheit.
Prinz William mit Bart und Anzug blickt nach oben.

Der britische Prinz William hat überraschend offen über seine Gefühle und dem Umgang mit ihnen gesprochen. Im Gespräch mit BBC-Radiomoderator Greg James appellierte er, sich mit seinen Emotionen auseinanderzusetzen. "Lerne, dich selbst zu lieben und zu verstehen", so William. In der Sendung ging es um Suizidprävention bei Männern. Es brauche etwa auch mehr männliche Vorbilder, die über das Thema sprechen - "damit das für uns alle zur Selbstverständlichkeit wird", meinte der Prinz. 

Auch er reflektiert aktiv über seine psychische Gesundheit. William: "Ich nehme mir viel Zeit, um meine Gefühle zu verstehen (...). Ich glaube, dass es wirklich wichtig ist, sich von Zeit zu Zeit damit auseinanderzusetzen. Sich selbst zu hinterfragen und herauszufinden, warum man sich so fühlt, wie man sich fühlt." Manchmal gebe es "eine offensichtliche Erklärung, manchmal nicht. Ich glaube, dass eine psychische Krise vorbei geht – man kann einen schweren psychischen Krisenmoment erleben, aber er wird vorübergehen". 

"Um sich beim Thema psychische Gesundheit wohlzufühlen, muss man es verstehen. Männer, die sich wirklich damit beschäftigt haben, was Gefühle sind, warum wir so fühlen, wie wir fühlen, und was wir dagegen tun können, sind auch Teil dieser Diskussion", so William in dem Gespräch, aus dem mehrere britische Medien zitierten.

Um Hilfe bitten

In dem Radio-Gespräch ging der Thronfolger auch auf seine privaten Strategien um Umgang mit psychischen Krisen ein. "Wenn wir geboren werden, wenn wir aufwachsen und unser Leben leben, haben wir je nach den Umständen, der Familie, der Erziehung und was auch immer eine Art Werkzeugkasten neben uns, aber niemand hat auch alle Werkzeuge darin", so William. "Kein Mensch auf dieser Welt hat alle Werkzeuge für jede Eventualität, der Ihr psychischer Zustand begegnen kann. Ich suche gerne nach neuen Werkzeugen, die ich in meinen Werkzeugkasten legen kann, wenn ich sie vielleicht einmal brauchen werde. Wenn wir es so betrachten, normalisiert es die Vorstellung, dass das Gehirn manchmal einfach ein wenig Hilfe braucht, aber wir können nicht erwarten, alle Antworten selbst zu haben, und es ist in Ordnung, um Unterstützung zu bitten, einen Freund zu fragen, sich an andere zu wenden, und das wird dann einfach zum Normalisierungsprozess dessen, was in deinem Kopf vor sich geht."

Immer wieder lenken William und seine Frau Prinzessin Kate die Aufmerksamkeit auf das Thema psychische Gesundheit. "Man kann in einer Minute noch normal sein Leben leben und dann ändert sich etwas Massives und man merkt, dass man nicht unbedingt die Werkzeuge oder die Erfahrungen hat, um damit umgehen zu können", sagte William etwa im Jahr 2022 in der BBC-Sendung "Newsbeat".

"Müssen auch auf unsere Seele aufpassen"

Der heute 43-Jährige musste im Alter von 15 Jahren den plötzlichen Tod seiner Mutter Diana verarbeiten. "Wenn wir nicht auf uns aufpassen können, können wir auch nicht mit den Herausforderungen und Problemen umgehen, denen wir Tag für Tag gegenüber stehen", sagte der Thronfolger. Prinzessin Kate hatte hinzugefügt, auf die eigene psychische Gesundheit zu achten sei genauso wichtig wie auf die körperliche. "Genauso wie wir ins Fitnessstudio gehen, müssen wir auch auf unsere Seele aufpassen und sie hegen und pflegen", sagte sie im Gespräch mit mehreren Therapeuten und anderen Expertinnen und Experten für das Thema.

Kate setzt sich immer wieder öffentlich gegen die Stigmatisierung von psychischen Krankheiten bei Kindern ein. Sie ist Schirmherrin von mehreren Wohltätigkeitsorganisationen aus diesem Bereich.

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