Williams und Kates überraschende Entscheidung vor Harrys Rückkehr zieht klare Grenze

Prinz William und Prinzessin Kate
Prinz Harry wird diese Woche in London vor Gericht als Zeuge aussagen.

Vor dem Londoner High Court beginnt am Montag ein Prozess von Prinz Harry und weiteren Klägern gegen den Boulevardzeitungsverlag Associated Newspapers (ANL) wegen Verletzung der Privatsphäre. Sie werfen dem Verlag der Zeitungen Daily Mail und Mail on Sunday unter anderem vor, Privatdetektive angeheuert zu haben, um Abhörgeräte in Autos und Wohnungen zu verstecken und illegal private Telefongespräche mitzuschneiden.

Prinz Harry als Zeuge vor Londoner Gericht

Zudem seien etwa medizinische Daten "durch Täuschung" erlangt worden. Zu den Klägern gehören neben Harry, dem in den USA lebenden jüngsten Sohn von König Charles III., auch Popstar Elton John und dessen Mann David Furnish sowie die Schauspielerin Elizabeth Hurley

Prinz Harry soll voraussichtlich am Donnerstag als Zeuge in dem Verfahren aussagen.

Anders als bei seinem letzten Besuch in London wird er seinen Vater voraussichtlich nicht treffen, berichtet der britische Mirror. Der Monarch hält sich derzeit auf seinem Landsitz Balmoral in den schottischen Highlands auf und wird erst im Laufe der Woche aufgrund eines Arzttermins nach London zurückkehren.

Auch Prinz William, der seit Jahren kaum noch mit seinem Bruder spricht, wird diese Woche nicht für ein Treffen mit Harry zur Verfügung stehen. Der Palast hatte erst vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass der Thronfolger und seine Ehefrau Kate nach Schottland reisen werden, um "die schottischen Traditionen und ihr kulturelles Erbe in den Fokus zu rücken und zu zeigen, wie sie Gemeinschaften verbinden und Generationen inspirieren"

Das Timing ihrer Reise hatte bereits vergangene Woche für Spekulationen gesorgt. Die Boulevardpresse fragte sich, ob William und Kate mit ihrer kurzfristig verkündeten Entscheidung, Schottland zu besuchen, dem Wirbel um Harrys England-Aufenthalt entkommen wollen.

Laut Mirror werde sich Prinz William am Tag der Zeugenaussage seines jüngeren Bruders weit entfernt von London aufhalten und Termine in Bristol wahrnehmen. 

Royal-Expertin Jennie Bond zufolge würde dies viel über die Royals und ihre Beziehungen aussagen. 

Die ehemalige BBC-Königshauskorrespondentin erklärte gegenüber dem Mirror: "Eigentlich sollte es eine so unkomplizierte Beziehung sein: Vater und Sohn, die sich immer wieder treffen, obwohl sie auf verschiedenen Kontinenten leben. Aber so einfach ist es ganz und gar nicht. Ihre Beziehung ist äußerst komplex." 

Unterschiedliche Meinungen in Bezug auf britische Presse

"Wir wissen aus Harrys Buch, dass Charles entschieden anderer Meinung ist als sein Sohn, was dessen Vorgehen gegen die Boulevardpresse – und die damit verbundenen Klagen – angeht", führte Bond bezugnehmend auf Harrys 2023 erschienene Memoiren mit dem Titel "Spare" (deutscher Titel "Reserve") aus. "Der König ist der Ansicht, dass er und der Rest der Familie sich im Allgemeinen darüber hinwegsetzen und ihrem Leben und ihren Aufgaben nachgehen sollten." 

Harry hingegen habe es sich zur Aufgabe gemacht, die britische Presse zu "reformieren". "Es mag also ein glücklicher Zufall sein, dass Charles sich wie üblich im Jänner in Schottland aufhält, wenn Harry aus Kalifornien zurückfliegt, um sich vor Gericht gegen Associated Newspapers zu stellen", kommentierte Bond die Situation.

Adelsexperten: "Die Fronten sind klar"

Williams und Kates Abwesenheit würde ebenfalls Bände sprechen. "Auch William und Catherine haben Termine in Schottland, die Fronten sind also klar", so Bond. "Harry wird sich auf seinen Prozess konzentrieren, und es ist wahrscheinlich, dass er seinen Vater – oder natürlich seinen Bruder – während dieser Reise nicht sehen wird."

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