Prinz Harry kämpft in Rede an Familien mit Tränen

Harry und Meghan ist es ein Anliegen, auf die Gefahren von Social Media für Minderjährige aufmerksam zu machen.
Prinz Harry in Anzug und Krawatte lächelt vor einem Backsteingebäude.

Schon seit längerem machen Prinz Harry und Ehefrau Meghan auf die Gefahren von Social Media für Kinder und Jugendliche aufmerksam und gründeten 2024 sogar das "Parents' Network" für Eltern. Auch sie selbst achten penibel darauf, dass ihr eigener Nachwuchs – Archie (6) und Lilibet (4) – in Beiträgen auf Instagram und Facebook nicht zu erkennen ist.

Nun hat sich der 41-Jährige inmitten eines richtunggebenden Prozesses mit Familien getroffen, die ihre Kinder durch die Auswirkungen sozialer Medien verloren haben, und ihnen für ihren Einsatz gegen große Technologieunternehmen gedankt. Bei einer Veranstaltung am 11. Februar, die nach der Gerichtsverhandlung stattfand, sprach der britische Royal über die Herausforderungen, denen die Angehörigen gegenüberstehen, und zeigte großes Mitgefühl für ihre Situation. Harry kämpfte sogar mit den Tränen.

Harry: "Ich war selbst schon in ähnlichen Situationen"

Bei dem Prozess steht die Klage einer jungen Frau im Fokus, die die Technologieunternehmen Meta und Google ins Visier nimmt. Sie wirft den Konzernen vor, ihre Plattformen gezielt so gestaltet zu haben, dass sie Kinder und Jugendliche abhängig machen und somit negative Auswirkungen auf deren mentale Gesundheit fördern. Dies habe nach ihrer Ansicht sowohl psychische Schäden bei Minderjährigen verursacht als auch in einigen Fällen zu Todesfällen geführt. Im Rahmen des Prozesses sollen auch hochrangige Vertreter der Unternehmen aussagen. Dazu gehören Meta-CEO Mark Zuckerberg und YouTube-Chef Neal Mohan.

Harry fand bei der Veranstaltung für die trauernden Familien, die sich der Klage anschlossen, tröstende, dankbare und empathische Worte. Er erklärte in seiner Ansprache: "Wir haben immer wieder gesagt, dass dies eine David-gegen-Goliath-Situation ist." Er zog Parallelen zu eigenen Erfahrungen und sprach sichtlich bewegt und mit Tränen kämpfend über die emotionale Belastung, die solche Gerichtsverfahren mit sich bringen können. 

"Ich war selbst schon in ähnlichen Situationen – wenn auch ganz anders – aber wenn man im Gericht sitzt und dieses überwältigende Gefühl hat, weil man nicht fassen kann, was die Gegenseite sagt, wie sie das verteidigen, was sie verteidigen, und die Lügen, die sie verbreiten, das Leben entwerten, das Leben Ihrer Kinder entwerten – falls das bei Ihnen Gefühle auslöst, ist das völlig normal", so Harry tröstend. Der Herzog von Sussex spielt dabei auf den Gerichtsprozess gegen die britischen Boulevardpresse wegen angeblich illegaler Recherchemethoden und Verletzung der Privatsphäre an. 

Harry spricht von "Wahrheit, Gerechtigkeit und Verantwortlichkeit"

Er lobte die Familien für ihren Mut und ihre Entschlossenheit, sich Gehör zu verschaffen und ihre Geschichten immer wieder zu erzählen. "Danke, dass ihr getan habt, was ihr getan habt. Danke, dass ihr eure Geschichten immer wieder erzählt habt. Wahrheit, Gerechtigkeit und Verantwortlichkeit: das sind die drei Dinge, die daraus entstehen werden", betonte Harry.

Der Prozess ist einzigartig und könnte den Umgang mit sozialen Medien grundlegend verändern. Laura Roome, die in einer Fernsehsendung über den Fall sprach, bezeichnete ihn als "ersten seiner Art" und fügte hinzu: "Die Welt wacht auf angesichts der Gefahr, die schädliche Inhalte in sozialen Medien für junge Menschen darstellen können."

Harry und Meghan veröffentlichten auf ihrer Homepage ein Statement zum Prozess. Sie nennen ihn unter anderem einen "entscheidenden Moment" für Familien, die Wahrheit, Gerechtigkeit und Schutzmaßnahmen für Kinder weltweit einfordern. Weiter schreiben sie: "Familien, die durch Online-Schäden am Boden zerstört sind haben viel zu lange auf diesen Moment gewartet."

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