Marius Borg Høiby: Präzedenzfall könnte kontroverse Wendung im Prozess bringen

Strafmilderung für Vergewaltigung im Schlaf könnte Auswirkungen auf Høiby haben.
Mette-Marit und Marius Borg Høiby

Im Prozess gegen den ältesten Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit hat die Staatsanwaltschaft in Oslo sieben Jahre und sieben Monate Haft für Marius Borg Høiby gefordert (dazu mehr). Eine Gesetzesänderung könnte jetzt Auswirkungen auf sein Urteil haben, wie die Presse derzeit spekuliert.

Könnte Strafmaß für Marius Borg Høiby gesenkt werden?

Wie berichtet wird, hat der Oberste Gerichtshof in Norwegen das Strafmaß in einem Vergewaltigungsfall am 27. März deutlich reduziert - auf eineinhalb Jahre.

Ein Mann war zuvor zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden, weil er eine Teenagerin im Schlaf vergewaltigt hatte, berichtet das norwegische Portal NRK.

"Ich verstehe das so, dass die Strafe für Vergewaltigung im Schlaf zwar weiterhin als schweres Sexualverbrechen gilt, aber in der Regel geringer ausfallen sollte als für Vergewaltigungen, die durch Gewalt oder Drohungen begangen wurden", sagte Richterin Cecilie Østensen Berglund laut NRK über die Entscheidung, die auch auf Høiby Auswirkungen haben könnte.

Der Präzedenzfall könnte die künftige Rechtsprechung in Norwegen maßgeblich prägen. Die Strafe für Vergewaltigungen, bei denen die Opfer schliefen, könnte dadurch reduziert werden, berichten norwegische Medien. "Dies wird eindeutig Bedeutung für den Fall Høiby haben", sagte Anwalt Petar Sekulic gegenüber NRK.

Im norwegischen Kontext wird "Vergewaltigung im Schlaf" als Vergewaltigung einer schlafenden Person definiert, und laut Rechtsprechung gilt Schlaf als ein Zustand, in dem man nicht in der Lage ist, sich dem Geschlechtsverkehr zu widersetzen.

Marius Borg Høiby bleibt in U-Haft - Antrag abgelehnt

Høiby bleibt während des Prozesses weiterhin in Untersuchungshaft. Sein Antrag auf Freilassung wurde abgelehnt, wie das zuständige Gericht in Oslo vor rund zwei Wochen mitteilte. "Das Gericht verweist auf die Schwere und den Umfang des Falls sowie die hohe Wiederholungsgefahr", hieß es. Diese Gefahr sei nicht mehr gegeben, hatte Marius' Anwältin des norwegischen "Bonusprinzen" zuvor argumentiert.

Prinzessin Mette-Marits Sohn ist unter anderem in vier Fällen von Vergewaltigung nach norwegischem Recht angeklagt. In drei Fällen soll er Frauen im Genitalbereich berührt haben. In einem Fall soll es zur Penetration mit dem Penis gekommen sein. "Vergewaltigung kann tiefe Spuren hinterlassen und Leben zerstören", sagte der Staatsanwalt. Während der Taten sollen die Frauen geschlafen beziehungsweise ein Blackout gehabt haben.

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