Die Eltern einer royalen Dame hielten ihren Schwiegersohn für "wahrscheinlich untreu"
Die britische Königsfamilie
Mehr als 73 Jahre waren sie verheiratet - damit stellen die 2022 verstorbene Königin Elizabeth II. und Prinz Philip in der Geschichte der britischen Royals einen Rekord auf.
Einfach soll die Ehe nicht immer gewesen sein. Das Magazin Marie Claire berichtet unter Berufung auf Historiker David Cannadine, dass Elizabeths Eltern am Anfang nicht begeistert von ihrem Schwiegersohn waren. In seinem Werk "Queen Elizabeth II: A Concise Biography of an Exceptional Sovereign" (2025) schrieb er Marie Claire zufolge: "Während seines aktiven Kriegsdienstes in der Royal Navy verbrachte er bald einen Teil seines Landurlaubs in Windsor und hielt sich über Weihnachten 1943 im Schloss auf." Und weiter: "Nicht lange danach erzählte Philip laut einer Überlieferung seinem Cousin, König Georg von Griechenland, dass er Prinzessin Elizabeth heiraten wolle, und drängte ihn, Georg VI. in seinem Namen zu fragen, ob er ein geeigneter Ehemann für seine Tochter sei." Dieser sei davon zunächst nicht überzeugt gewesen. Cannadine: "Laut (König Georges Privatsekretär) Tommy Lascelles hielten der König und die Königin Prinz Philip für "grob, ungehobelt, ungebildet und wahrscheinlich untreu" – eine Ansicht, die Lascelles zweifellos teilte." Und doch sollte erst der Tod Elizabeth und Philip scheiden.
Konflikte habe das Paar nie nach außen getragen, sagte der 2025 verstorbene Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert einmal. Philip sei der einzige, der Kritik an der Königin üben dürfe. Dies verdeutliche ihre tiefe Verbundenheit. "Er hat ihr die Meinung gesagt und ist auch mal wütend aus dem Zimmer gerannt." Für Biograf Gyles Brandreth stand fest: "Die Queen trägt die Krone, aber ihr Ehemann hat die Hosen an."
Verheirateter Junggeselle
Aber obwohl das Paar nach außen jahrzehntelang als Einheit auftrat, wurde in einem Dokumentarfilm des italienischen TV-Senders Rai behauptet, dass die königliche Ehe wiederholt zusammenzubrechen drohte. Demnach soll das Paar kurz nach Elizabeths Krönung im Jahr 1952 erstmals vor schwierigen Herausforderungen gestanden sein.
"1956 markiert den Beginn der Krise in ihrem Eheleben. Von diesem Jahr an sollten die beiden separate Leben führen, er als reueloser Junggeselle und sie als resignierte Frau, alle mit offiziellen Verpflichtungen beschäftigt. Laut der Boulevardpresse hätte Elizabeth die Ehe beinahe 63 Mal beendet", wurde im Film gesagt.
Einige britische Medien halten frühere Affären des stattlichen Prinzen tatsächlich für möglich, etwa mit der inzwischen verstorbenen Tänzerin Pat Kirkwood. Er besuchte sie 1948 in ihrer Garderobe und lud den Star zum Dinner ein, als Elizabeth schwanger war. Kirkwood betonte aber stets, niemals ein Techtelmechtel mit Philip gehabt zu haben.
2500 Geschenke zur Hochzeit
Prinzessin Elizabeth und Leutnant Philip Mountbatten von der Royal Navy gaben sich am 20. November 1947 in der Westminster Abbey in London vor 2.000 Gästen das Jawort. Das mit 10.000 Perlen bestickte elfenbeinfarbene Kleid der Braut stammte von Hofdesigner Norman Hartnell. Der Hof ließ verlauten, dass die Königliche Familie wegen der kurz nach Kriegsende noch geltenden Rationierungen dafür sämtliche der ihnen zustehenden Kleidercoupons hergegeben habe.
Das königliche Paar erhielt 2.500 Hochzeitsgeschenke aus aller Welt. Darunter waren auch nützliche Dinge für Küche und Haushalt. Philips bedeutendstes Hochzeitsgeschenk: Er gab für die Königin seines Herzens das Rauchen auf.
Die Königin saß ganz allein und gefasst bei der Trauerfeier für ihren verstorbenen Mann in Windsor. Prinz Philip ist am 9. April 2021 gestorben.
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