Schulbericht aus 1972: Schon als Kind war Fergie "unberechenbar"

"Obwohl Sarah enthusiastisch ist und es allen recht machen möchte, hat sie noch nicht gelernt, ihre Energie in die richtige Richtung zu lenken", heißt es in dem Bericht.
Sarah Ferguson, Herzogin von York, posiert vor einer grünen Landschaft.

Nichts prägt uns Menschen so sehr wie unsere Kindheit und Jugend. So, wie wir die Welt kennenlernen, so sehen wir sie auch, wenn wir erwachsen sind. Schon oft zeigen sich bestimmte problematische Verhaltensweisen bereits im Kindesalter. Und manche Ereignisse beeinflussen uns mehr, als uns vielleicht lieb ist.

Bei Sarah Ferguson, der ehemaligen Herzogin von York, ist das nicht anders.

Ein lebhaftes Kind voller Energie

In den 1970er-Jahren besuchte die junge Sarah die Hurst Lodge School in Ascot. Sie galt als fröhliches, optimistisches und auch sportliches Mädchen, gleichzeitig dürfte sie aber nicht leicht zu händeln gewesen sein, was besonders ihre Lehrer auf die Palme gebracht haben dürfte.

In einem Schulbericht aus dem Jahr 1972, den die britische Times veröffentlicht hat, steht über sie geschrieben: "Obwohl Sarah enthusiastisch ist und es allen recht machen möchte, hat sie noch nicht gelernt, ihre Energie in die richtige Richtung zu lenken. Sowohl ihre Leistungen als auch ihr Verhalten sind unberechenbar, und sie muss beides besser kontrollieren." Damals war sie 12 Jahre alt.

Und Fergusons schulische Ergebnisse? Diese waren bestenfalls durchwachsen, berichtet die deutsche Zeitschrift Gala. Entgegen früherer Annahmen verließ Fergie die Schule mit lediglich zwei (und nicht sechs, wie es lange Zeit hieß) O-Level-Abschlüssen, einer Art Sekundarabschluss in England. Besonders in gesprochenem Englisch zeigte sie angeblich große Stärken, während es in den Fächern wie Französisch und Geografie "Nicht genügend" hagelte. In Biologie und englischer Literatur reichte es immerhin für ein "Genügend", in Kunst schaffte sie es auf ein "Befriedigend". 

Ferguson sprach aber immer ehrlich davon, keine besonders gute Schülerin gewesen zu sein. In Interviews betonte sie, stolz darauf zu sein, trotz ihren eher schwachen schulischen Leistungen erfolgreich in ihrem späteren Leben gewesen zu sein.

In ihrem Werk "Finding Sarah: A Duchess's Journey to Find Herself" erwähnt Ferguson aber auch, dass bei ihr ADHS und Dyskalkulie diagnostiziert wurden. Weitere Herausforderungen, die sie ein gesamtes Leben begleiten sollten.

Trotz all dieser Schwierigkeiten zeigte Ferguson schon früh Führungsqualitäten. Sie war Kapitänin der Schulmannschaft im Netball und galt als gesellig, beliebt und kreativ. Außerdem war sie eine begeisterte Reiterin.

Familiäre Krisen und das Ringen mit den eigenen Dämonen

Auch der frühe Verlust familiärer Stabilität prägte Ferguson nachhaltig und trug ebenso dazu bei, dass ihre Noten nicht die besten waren. Ihre Eltern, Ronald Ferguson und Susan Barrantes, trennten sich 1972, als sie 13 Jahre alt war. "Im Sommer 1974 kreisten meine Gedanken um alles Mögliche, nur nicht ums Lernen. Mathematik entging mir, und ich mühte mich zwar mit Englisch ab, konnte mich aber nicht konzentrieren", schrieb sie in ihrer Biografie "My Story". 

Die Trennung der Eltern hinterließ tiefe Spuren. Der Biograf Andrew Lownie schrieb in seinem Buch "Entitled" über diese emotional herausfordernde Zeit im Leben Fergusons: "Die Trennung hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf Sarah, die sich selbst die Schuld an der Scheidung gab, sich dem Frustessen zuwandte und an Gewicht zunahm. Später behauptete sie, sie leide unter Unsicherheit, einem Gefühl der Wertlosigkeit, dem Bedürfnis, anderen zu gefallen, und es falle ihr schwer, stabile Beziehungen aufzubauen."

Lownie berichtet zudem davon, dass Fergie ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter hatte, da diese ihre Familie verließ, "um nach London und dann nach Argentinien zu ziehen, angeblich weil sie die Ausbildung der Kinder nicht unterbrechen wollte." 1998 kam ihre Mutter mit nur 61 Jahren bei einem Autounfall ums Leben, was Fergie in eine tiefe Krise stürzte. 

Fergie lernt Andrew kennen

Nach ihrem Schulabschluss entschied sich Ferguson für eine Ausbildung an einer Sekretärinnenschule. Ihre berufliche Laufbahn führte sie zunächst in eine PR-Agentur, bevor sie in einer Galerie und schließlich in einem Verlagshaus in London tätig war. Ihr Lebensstil war geprägt von Reisen und einem Jetset-Leben, das sie in exklusive Kreise führte.

Eine entscheidende Wendung in ihrem Leben ereignete sich im Jahr 1985, als sie von der königlichen Familie zu einer Party auf Schloss Windsor eingeladen wurde. Auf dieser Veranstaltung begann ihre Beziehung zu damaligen Prinzen Andrew, die sie später zur Herzogin von York machte. Schon in ihrer Kindheit hatte Ferguson Kontakt zu den Royals, insbesondere durch ihren Vater, der durch den Polo-Sport mit der Familie verbunden war.

Seit ihrer Ehe mit Andrew war – und ist – Sarah Ferguson aus den Schlagzeilen nicht mehr wegzudenken. Aktuell ist sie aufgrund ihrer Verstrickung mit Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erneut in aller Munde. Der KURIER berichtet regelmäßig ausführlich davon. 

Kommentare