Ex-Palastbutler über Andrew: "Vielleicht hatte König Charles so ein Gefühl"
Andrew Mountbatten-Windsor
Andrew Mountbatten-Windsor hat durch seine Verbindung zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein seine gesellschaftliche Stellung und seine Privilegien verloren. 2019 trat er von allen royalen Pflichten zurück. Im Oktober entzog ihm König Charles auch den Prinzentitel. Zudem musste er das Anwesen Royal Lodge in Windsor räumen. Zuflucht bekam er auf dem Gelände Sandringham in Norfolk im Osten Englands.
Andrew hat Bedauern über seine Freundschaft zu dem Sexualstraftäter Epstein ausgedrückt, ein Fehlverhalten aber stets bestritten. 2022 legte er eine Zivilklage von Virginia Giuffre, die ihm mehrfachen sexuellen Missbrauch vorgeworfen hatte, mit einem Vergleich bei.
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Er habe wenig Kontakt zu Andrew gehabt. Andrew sei zwar höflich gewesen, "aber man bekam auch das Gefühl, dass er dachte, er sei besser als alle anderen", entgegnete der frühere Palast-Angestellte Grant Harrold auf eine entsprechende Frage des Newsportals Ladbible im Format "Honesty Box". Von keinem anderen Mitglied der Royal Family sei eine derartige Ausstrahlung ausgegangen, so Harrold. "Es ist schwer zu erklären, aber ich wollte nicht in seiner Gegenwart sein." Auch Kollegen konnten nichts Nettes über Andrew berichten.
"Ich denke, der König wusste, was kommen würde"
Der König stehe seinen Geschwistern - vor allem Anne - nahe. Bei Andrew sei das wohl nicht so gewesen. "Vielleicht hatte der König eine Vorahnung. Wer weiß? Vielleicht hatte er so ein Gefühl." Die Brüder hätten nie viel miteinander zu tun gehabt", sagte Harrold, der einst als Butler bei den Royals gearbeitet hat. Andrews Verhaftung sei "beispiellos" gewesen. "Deshalb hat der König die Titel aberkannt. Ich denke, der König wusste, was kommen würde."
Andrews Verbindungen zum 2019 verstorbenen Epstein sorgen seit Monaten in Großbritannien für Wirbel. Im Februar war er zwischenzeitlich festgenommen worden.
Andrew wird verdächtigt, während seiner Zeit als Sonderbeauftragter für Handel zwischen 2001 und 2011 vertrauliche Informationen an Epstein weitergegeben zu haben. Grundlage der Ermittlungen sind von der US-Regierung freigegebene Dokumente über Epstein. Denen zufolge soll Mountbatten-Windsor Berichte der britischen Regierung über Investitionsmöglichkeiten in Afghanistan sowie Einschätzungen zu Vietnam und Singapur an Epstein weitergeleitet haben. Handelsgesandte sind laut offiziellen Richtlinien zur Verschwiegenheit über im Zusammenhang mit ihren Reisen erlangte Informationen verpflichtet. Bei einer Verurteilung wegen Fehlverhaltens in offizieller Funktion droht in Großbritannien bis zu lebenslange Haft. In den sogenannten Epstein-Akten taucht der einstige Lieblingssohn von Queen Elizabeth vielfach auf.
Epstein soll über tausend Minderjährige und Frauen missbraucht haben
Epstein soll mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht haben. Teilweise soll der bestens vernetzte Multimillionär die Opfer an Prominente vermittelt haben. Im Juli 2019 wurde Epstein erneut festgenommen und musste eine Haftstrafe verbüßen. Am 10. August 2019 wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden, nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben.
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