Adelsexpertin: Diese 2 royalen Geschwister stritten sich "wie Hund und Katz"

Heute gilt Anne als große Stütze ihres Bruders. Adelsexpertin Ingrid Seward zufolge war das Verhältnis der Geschwister aber nicht immer von Herzlichkeit geprägt.
Die britische Königsfamilie auf dem Balkon des Buckingham-Palasts

Copyright-Hinweis öffnen/schließenDie britische Prinzessin Anne ist gefragt wie nie. Kaum ein Tag vergeht, an dem sie nicht ein Unternehmen besucht, ein Dinner für die Mitarbeitenden einer Wohltätigkeitsorganisation gibt oder einen neuen Sportplatz eröffnet. Die einzige Tochter der gestorbenen Queen Elizabeth II. verbringt ein Leben im Schatten ihres älteren Bruders Charles. Doch das scheint sie nie wirklich zu stören. Im Gegenteil: Ihre beiden Kinder, Peter Phillips und Zara Tindall, erhalten auf ihren Wunsch keine royalen Titel. Anne findet, dass es so leichter für sie sein wird, ein normales Leben zu führen. 

"Alte Bohne" Charles

Dass Anne und Charles einander sehr verbunden sind, sei der britischen Zeitung Mirror zufolge auch in einer Doku über seine Krönung im Jahr 2023 deutlich geworden. Die Prinzessin habe ihren älteren Bruder an seinem großen Tag mit einem humorvollen Spitznamen angesprochen. "Hallo, alte Bohne", habe Anne Charles begrüßt, woraufhin dieser lachte und ihre Hand küsste. Anne dürfte Charles gegenüber also nicht allzu ehrfürchtig sein.

Der britischen Adelsexpertin Ingrid Seward zufolge war das Verhältnis der Geschwister nicht immer von derartiger Herzlichkeit geprägt. In ihrem Buch "My Mother and I" schrieb sie dem Magazin Marie Claire zufolge von Streitereien in der Kindheit. "Prinzessin Anne war bis zur Geburt von Prinz Andrew im Februar 1960 die Zweite in der Thronfolge. Und obwohl sie fast neuneinhalb Jahre lang an zweiter Stelle stand, sorgte sie dafür, dass sie in allen anderen Belangen die Erste war", so Seward weiter. 

Anne sei "in ihrer Jugend eine enorme Rivalin von Charles" gewesen. Dieser habe "gegen seine eigensinnige Schwester keine Chance" gehabt - "obwohl sie zwei Jahre jünger war". Offenbar zurecht: "Alles, was er hatte, wollte sie auch, und laut Anne stritten sie sich wie Hund und Katz", so Autorin Seward weiter. "Wenn sie richtig aufgebracht war, warf sie Dinge nach Charles und legte sich wütend auf den Boden, wo sie um sich trat, bis sie bekam, was ihr Herz begehrte." Trotzdem sollen sie sich immer gut verstanden haben. "Auch wenn Anne ihrem Bruder auf dem Schlachtfeld des Kinderzimmers mehr als ebenbürtig war, war es Charles, der die größte Aufmerksamkeit auf sich zog. Er war dazu geboren, König zu sein, und diese Tatsache wurde ihm und seiner Schwester von frühester Kindheit an subtil eingeimpft." 

Heute gilt Anne als große Stütze ihres Bruders. In Thronfolge kommt sie nach ihren drei Brüdern - obwohl sie die Zweitälteste der Geschwister ist.

Thronfolgeregelung benachteiligte Frauen

Erst im Jahr 2011, pünktlich zur Hochzeit von Prinz William und Kate hatte das britische Parlament endgültig mehr Gleichberechtigung bei der Thronfolge gefordert. Durch die Änderung des über 300 Jahre alten Gesetzes hätte auch eine erstgeborene Tochter von William und Kate einmal Königin werden können. 

Nach altem Recht wäre ein Mädchen nur dann Königin geworden, wenn es keinen jüngeren Bruder mehr bekommt. Mit der Änderung bekamen Frauen dieselben Rechte auf den Thron wie Männer. Auch die Vorschrift, die Katholiken als Kronerben ausschließt, fiel damals. Rückwirkend geändert wurde die Thronfolge danach aber nicht: Das neue Thronfolgegesetz rückte Prinzessin Anne, die Tochter der verstorbenen Queen Elizabeth, nicht weiter nach oben.

Als 2013 Williams und Kates Sohn George geboren wurde, spielte die Frage, ob es ein Junge oder ein Mädchen, für die Thronfolge erstmals keine Rolle mehr.

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