Adelsexperte: Queen war zutiefst bestürzt über Harrys vertane Chance

Sechs Jahre ist es her, dass sich der britische Prinz Harry und seine Frau Herzogin Meghan aus dem engeren Kreis der Royals verabschiedet haben.
Meghan und Harry umgeben von Menschen und Kameras.

Sechs Jahre ist es her, dass sich der britische Prinz Harry und seine Frau Herzogin Meghan aus dem engeren Kreis der Royals verabschiedet haben. Sie leben jetzt mit ihren beiden Kindern Prinz Archie und Prinzessin Lilibet im US-Bundesstaat Kalifornien.

Als schwer belastet gilt das Verhältnis zur königlichen Familie spätestens seit Harry und Meghan mit US-Talkshow-Legende Oprah Winfrey im Jahr 2021 vor laufenden Kameras über ihren Ausstieg sprachen und sich bitter beklagten. Es folgten eine Netflix-Dokuserie und Harrys Autobiografie "Spare" (zu Deutsch: "Reserve"), in der er vor allem gegen seinen Bruder Prinz William und Königin Camilla austeilte.

Adelsexperte Hardman: Queen handelte entschlossen

Dem Adelsexperten und Autor Robert Hartman zufolge hat die sonst so stoische inzwischen verstorbene Queen Harrys und Meghans Ausstieg aus der ersten Reihe der Royals sehr betroffen gemacht. Der Zeitung Telegraph sagte er: "Aus Sicht der Königin hatten Harry und Meghan alles vor ihren Füßen liegen, wollten aber alles wegwerfen … Sie war zutiefst bestürzt und schrecklich traurig über diese vertane Chance, handelte aber entschlossen."

Nach Harrys und Meghans Ankündigung auszusteigen hatte ein Krisengipfel der Königsfamilie auf dem ostenglischen Landsitz Sandringham stattgefunden. Königin Elizabeth erklärte anschließend, sie unterstütze "voll und ganz" den Wunsch des Paares, "ein neues Leben als junge Familie aufzubauen". Sie verwies aber auf die noch notwendige Klärung "komplexer" Fragen. Dann war klar: Harry und Meghan müssen künftig auf den Titel "Ihre Königliche Hoheit" verzichten. Zudem erhalten sie seitdem keine öffentlichen Gelder mehr. Auch war vereinbart worden, dass Harry und Meghan gänzlich von den königlichen Pflichten zurücktreten, "offizielle militärische Termine eingeschlossen". Das Paar sollte weiter 2,4 Millionen Pfund an Steuergeldern zurückzahlen, die es für die Renovierung seines Landhauses Frogmore Cottage in der Nähe von Schloss Windsor ausgegeben hatte.

Meghan und Harry hatten in dem Interview mit US-Talkshow-Legende Oprah Winfrey schwere Vorwürfe gegen die Königsfamilie erhoben, ihr mangelnde Unterstützung vorgeworfen und sie rassistischer Gedankenspiele bezichtigt. Als sie mit Sohn Archie schwanger gewesen sei, habe es Bedenken gegeben, "wie dunkel seine Haut sein könnte, wenn er geboren wird", erzählte Meghan. Von welchem Royal diese Aussagen kamen, wollte das Paar nicht preisgeben - lediglich Queen Elizabeth II.und ihr Mann Prinz Philip wurden später ausgenommen. Ausdrücklich kritisierte Harry damals auch, dass keines seiner Familienmitglieder sich gegen "koloniale Untertöne" in Berichten der britischen Boulevardpresse gewandt habe. Vor allem dieser Vorwurf dürfte der stets um den Commonwealth bemühten Queen Sorgen bereitet haben. Sie stand an der Spitze des losen Staatenverbunds, dem 54 Länder angehören. Die meisten davon waren früher Teil des britischen Empires.

Nach dem Interview hatte sich der Buckingham-Palast zu Wort gemeldet. In einer Mitteilung im Auftrag von Queen Elizabeth hieß es, die Königsfamilie nehme die Vorwürfe des Paares "sehr ernst". Besonders den Vorwurf des Rassismus wolle man intern aufarbeiten. "Die ganze Familie ist traurig darüber, wie schwierig die vergangenen Jahre für Harry und Meghan gewesen sind", hieß es weiter. Die angesprochenen Themen seien besorgniserregend. Obwohl sich die Erinnerung an die Vorfälle teilweise unterscheide, würden die Vorwürfe ernst genommen und von der Familie privat aufgearbeitet, hieß es weiter. "Harry, Meghan und Archie werden immer sehr geliebte Familienmitglieder sein".

Adelsexperte Hardman zum Telegraph über die Queen: "Sie hatte eine sehr direkte Art, möglicherweise weil um sie herum so viel Trubel herrschte. Während andere Leute völlig aus der Fassung geraten wären, blieb sie ruhig und war immer unglaublich pragmatisch."

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