Adelsexperte: "Es sieht nach einer sehr kleinen Royal Family in der Zukunft aus"

Wie lange sich die Prinzessinnen Beatrice und Eugenie noch mit den Titeln schmücken dürfen, ist laut Royal-Kenner Craig Prescott fraglich.
Prinz William steht mit seinen Söhnen George und Louis auf einem Balkon und schaut nach oben.

Ihr Vater ist aufgrund seiner Verwicklungen in den Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein tief gefallen: Andrew Mountbatten Windsor verlor samt Prinzentitel alle Ämter und Ehrungen - und sein Ansehen. Der Verfassungsexperte und Royal-Kenner Craig Prescott von der Londoner Universität Royal Holloway hält es für plausibel, dass die britischen Royals bewusst auch auf Abstand zu Andrews Töchtern, den Prinzessinnen Beatrice und Eugenie, gehen.

Das Boulevardblatt Daily Express hatte gar berichtet, Thronfolger Prinz William habe die "brutale Forderung" gestellt, die Mitglieder der engeren Königsfamilie dürften sich bis Ende des Jahres nicht an der Seite der Schwestern fotografieren lassen. Prescott kann sich auch das vorstellen. "Er dürfte sehr besorgt um die Monarchie sein, und Fotos mit Beatrice und Eugenie könnten mehr Fragen aufwerfen, als dem Königshaus derzeit lieb ist", sagt der Experte der Deutschen Presse-Agentur über William. 

Beatrice und Eugenie werden wohl keine "working royals"

König Charles III. will die Königsfamilie verschlanken, das ist schon lange bekannt. Frühere Spekulationen, die Töchter Andrews könnten eines Tages royale Aufgaben übernehmen, "scheinen als Möglichkeit ausgeschieden", sagt Prescott mit britischem Understatement. 

Ob sich die beiden gut geschlagen hätten, ist allerdings fraglich. Immer wieder gab es auch unrühmliche Schlagzeilen. So soll Beatrice dem Sänger Ed Sheeran einmal beinahe ein Auge ausgestochen haben, als sie bei einem Dinner in der Royal Lodge in Windsor, dem ehemaligen Wohnsitz ihres Vaters, in Übermut mit einem Schwert herumfuchtelte. Wie der Manager Sheerans Jahre später bestätigte, hatte sie ein zeremonielles Schwert von der Wand genommen, nachdem der ebenfalls anwesende Popstar James Blunt gesagt hatte, er würde sehr gerne zum Ritter geschlagen werden. Beatrice holte zum improvisierten Ritterschlag aus und übersah den hinter ihr stehenden Sheeran. Der musste demnach mit mehreren Stichen wegen einer klaffenden Wunde auf der Wange genäht werden. 

Eugenie andererseits erhielt viel Zuspruch, als sie bei ihrer Hochzeit mit dem Geschäftsmann Jack Brooksbank ein am Rücken weit ausgeschnittenes Kleid wählte, das ihre Operationsnarben zeigte. Die 35-Jährige musste sich bereits als Kind schweren Eingriffen an der Wirbelsäule unterziehen lassen. Das Paar hat zwei Söhne, die allerdings wie auch die beiden Töchter von Beatrice und ihrem Mann, dem italienischen Immobilienunternehmer Edoardo Mapelli Mozzi, keine Prinzen- und Prinzessinnentitel tragen. 

Wie lange sich Beatrice und Eugenie noch mit den Titeln schmücken dürfen, ist laut Experte Prescott fraglich. Er hält es für möglich, dass William, wenn er einmal König ist, die Titel einkassiert - womöglich sogar bei seinem Bruder Prinz Harry und dessen Frau Herzogin Meghan sowie den beiden Kindern Prinz Archie und Prinzessin Lilibet. "Es sieht nach einer sehr kleinen Royal Family in der Zukunft aus", sagt Prescott. 

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