Patrick Duffy: Für immer der "Dallas"-Bobby

Der Schauspieler wird 65. Von "Dallas" bis "Eine starke Familie": er war immer der Nette.

Der Mann hat mit einer Duschszene Fernsehgeschichte geschrieben - dabei war er weder völlig nackt zu sehen, noch wurde er unter der Dusche ermordet. Patrick Duffy gehört zu den größten Serienhelden des 20. Jahrhunderts, obwohl die Kritikermeinung über Talent und die Tiefgründigkeit seiner Rollen nie enthusiastisch war. Am Montag (17. März) wird Duffy, der ewige Bobby Ewing, 65 Jahre alt. Der Schauspieler versucht dennoch so faltenfrei wie möglich auszusehen, wie aktuelle Bilder beweisen. Er ist der Mann aus Atlantis
Kaum zu glauben, dass es jemand zum weltweit bekannten Schauspieler bringt, der in der Provinz von Montana aufwächst und dem im Studium beide Stimmbänder reißen. Doch Duffy gilt als zäher Arbeiter - und sieht dazu noch gut aus. Und so lief er in seiner ersten größeren Rolle, gute zehn Jahre vor "Baywatch", meistens in einer Badehose rum: "Der Mann aus Atlantis" war die interessante Idee, den letzten Überlebenden der sagenhaften Insel auf das späte 20. Jahrhundert loszulassen, inklusive seiner Fähigkeit, unter Wasser zu atmen. Ein bisschen ging dann aber doch die Fantasie mit den Drehbuchschreibern durch und die 1977 gestartete Serie wurde 1978 wieder abgesetzt. Glücksgriff mit neuer Serie 
Doch der Achtungserfolg genügte, um Duffy die Rolle in einer Miniserie zu verschaffen. Er sollte den netten, gut aussehenden, aber bescheidenen Bobby in einem Projekt namens "Dallas" spielen. Zur Überraschung der Produzenten selbst entwickelte sich daraus nicht nur eine Serie, sondern einer der größten Erfolge der Fernsehgeschichte. "Dallas" gehört zu den Achtzigern wie Zauberwürfel, Walkman und Aerobic und Duffy gehörte zu "Dallas". Er will aus "Dallas" aussteigen
Aber was wurde dem Zuschauer nicht alles zugemutet. Unter anderem ein Serienvergehen, das schon fast ein Fall für die Vereinten Nationen ist: Duffy will aussteigen und so wird Bobby schlicht und einfach erschossen. Doch sein Freund Larry Hagman, der "J. R." (re.) spielt, kann Duffy doch zur Serien-Rückkehr überreden. Also wacht Bobbys Frau Pamela zum Ende einer Folge auf, geht in die Dusche - und da steht der ein Jahr zuvor erschossene Bobby. Alles in 31 Folgen geschehene wird weggewischt mit ihrem Satz: "Ich hatte einen furchtbaren Traum." Bobby antwortet: "Alles ist nie passiert." Eltern werden ermordert
Mitten in der Serie traf ihn der härteste Schicksalsschlag: 1986 wurden seine Eltern bei einem Raubüberfall auf ihre Bar erschossen. Duffy fand Trost bei seiner zehn Jahre älteren Frau, mit der er seit 1974 verheiratet ist, und der Religion: Obwohl katholisch erzogen, ja nach seiner Geburt am St.-Patricks-Tag sogar nach dem Heiligen benannt, sind er, seine Frau und die beiden Söhne Buddhisten. Braver Vater in Sitcom
1991 war Schluss mit Öl, doch Duffy machte gleich weiter mit einer Serie. "Eine starke Familie" lief sieben Jahre. Bei etwa einem Drittel der Episoden führte er auch Regie. Es gab einige "Dallas"-Specials und auch in einer Soap Opera war er zu sehen: Heuert bei "Reich und Schön" an
Was passte besser zu Bobby/Patrick als "Reich und schön"? "Dallas"-Neuaufguß
Vor knapp zwei Jahren kam "Dallas" wieder. "J. R." Hagman war wieder mit dabei, bis zu seinem Tod ein halbes Jahr später. Und auch Duffy, wieder als der nette Bobby, der zwar gleich in der ersten Folge die Diagnose Krebs bekommt, aber nichts sagt und tapfer weiter der Nette ist. Nein, so richtig Ecken und Kanten hat die Rolle nicht. Aber sie wird gebraucht, damit die Bösen einen Gegner und die Zuschauer Hoffnung haben. Alles wird gut. Oder zumindest nett. Family Guy
Dabei hat Duffy Humor. Für eine Folge der Tricksatire "Family Guy" drehten er und "Pam" noch einmal die berühmt-berüchtigte Duschszene. "Oh Bobby", sagt Pam, "ich habe gerade die verrückteste "Family Guy"-Episode geträumt." Duffy beruhigt sie und fragt: "Was zum Teufel ist "Family Guy"?"
(apa, kurier / mich) Erstellt am
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