Ozzy Osbourne: Familie möchte Musiker auferstehen lassen
Die Familie der 2025 verstorbenen Rock-Legende Ozzy Osbourne arbeitet daran, sein Erbe auf außergewöhnliche Weise zu bewahren. Sharon Osbourne (73) und ihr Sohn Jack (40) haben im Podcast "The Osbournes" bestätigt, dass sie trotz der anhaltenden Kritik an ihrem Vorhaben festhalten, den "Prince of Darkness" mithilfe eines KI-gesteuerten Avatars auch nach seinem Tod auf der Bühne auftreten zu lassen.
Es ginge hierbei aber nicht um Geld, betonte Sharon Osbourne. Vielmehr sei der Gedanke aus dem Wunsch heraus geboren worden, ihren Mann dauerhaft im kulturellen Gedächtnis zu verankern. "Die Technologie entwickelt sich weiter", erklärte sie. "Wenn mir jemand vorwirft, ich würde nur auf Geld aus sein – nein. Sie kennen meinen Mann nicht. Ich kenne meinen Mann." Weiters fügte sie hinzu: "Und mein Mann sagte mir immer wieder: 'Wie lange glaubst du, wird man sich an mich erinnern?'"
Ein digitales Vermächtnis – für die Familie und die Fans
Im Kern des Vorhabens steht die Erschaffung eines KI-Avatars, der Ozzy Osbourne in seiner ikonischen Erscheinung digital repräsentieren soll. Nach Angaben von Sharon und Jack sei dies nicht nur eine Hommage an den Musiker, sondern auch eine Möglichkeit, sein Leben und Werk für kommende Generationen, einschließlich seiner Enkelkinder, zugänglich zu machen.
Jack Osbourne erläuterte, dass das Projekt auf "geschlossener KI" basiert. Das bedeutet, dass das Projekt nicht mit dem Internet verbunden ist, sondern ausschließlich auf einer speziell kuratierten Datenbank beruht. "Diese enthält nur Informationen, die entweder mein Vater selbst gesagt hat oder die korrekt über ihn geschrieben wurden", erklärte der 40-Jährige. Er bezeichnete die Methode als "innovativ" und "stilvoll". Er sei überzeugt: "Entweder machen wir es, oder jemand anderes wird es tun. Für mich geht es nicht darum, so zu tun, als wäre er noch am Leben. Es geht darum, sicherzustellen, dass er nie vergessen wird."
In einem YouTube-Livestream (siehe oben) ging Jack Osbourne näher auf die Entscheidung seiner Familie ein. "Was wir machen, wird richtig geschmackvoll sein", betonte er. Besonders wichtig sei ihm, dass sein Vater selbst in die Pläne eingeweiht war. "Wir haben tatsächlich darüber gesprochen, bevor er gestorben ist, so etwas zu machen. Ich weiß, dass er dafür gewesen wäre."
Avatar-Ozzy: Ein umstrittenes Projekt
Richtig überzeugt sind die Fans vom Projekt trotzdem nicht. Seit der Ankündigung des Vorhabens im Mai, das in Zusammenarbeit mit einem Virtual-Entertainment-Unternehmen entwickelt wird, wird darüber heiß diskutiert. Kritiker werfen der Familie vor, mit dem Projekt die Grenze zwischen Erinnerung und Kommerz zu verwischen.
Bei der öffentlichen Vorstellung des KI-Projekts Ende Mai in Las Vegas sagte Jack: "Es ist irgendwie gruselig, wie wirklich sehr präzise es ist. Er wird digital als er selbst existieren, solange wir Computer haben."
ABBA zeigt, dass es auch funktionieren kann
Dass Konzerte mit Avataren von toten Künstlern aber auch erfolgreich sein können, zeigt die virtuelle Konzertreihe "ABBA Voyage", die seit 2022 in der ABBA-Arena in London stattfindet. Statt der realen Kult-Band sind Avatare ("ABBAtars") auf der Bühne zu sehen, die Musik wird von einer Live-Band gespielt. Der Gesang der ABBAtars wurde von der Band speziell für diese Show neu aufgenommen. Die Kritiken sind positiv, noch bis Herbst 2026 sind täglich (!) Konzerte geplant.
Der KI-Gedanke kann aber auch nach hinten losgehen: So plante die US-Castingshow "The Voice", Popstar Christina Aguilera mit der 2012 verstorbenen Legende Whitney Houston auf der Bühne im Duett auftreten zu lassen. Die Familie Houstons war vom Hologramm jedoch nicht überzeugt und zog den Auftritt, der bereits aufgezeichnet wurde, wieder zurück. Bei Fans stieß er online jedoch auf positive Resonanz.
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