Mutter von Moderatorin entführt und vermisst: Polizei rekonstruiert Ereignisse

Moderatorin Savannah Guthrie mit ihren Geschwistern Annie und Camron sitzen nebeneinander auf einem Sofa und halten Blätter in den Händen, Guthrie wirkt emotional bewegt.
Selbst US-Präsident Donald Trump hat sich inzwischen in den Fall eingeschaltet, der seit Tagen landesweit Schlagzeilen macht.

Im Fall der verschwundenen Mutter der US-Moderatorin Savannah Guthrie hat das FBI eine Belohnung von 50.000 US-Dollar (42.301,20 Euro) ausgesetzt. Gesucht werden Hinweise, die zur Auffindung der 84-jährigen Nancy Guthrie oder zur Festnahme und Verurteilung von Verantwortlichen führten, wie der Leiter der FBI-Außenstelle Phoenix bei einer Pressekonferenz im US-Bundesstaat Arizona sagte. Guthrie war zuletzt am Samstagabend gesehen worden.

Die Tochter von Nancy Guthrie, US-Fernsehmoderatorin Savannah Guthrie, hatte sich mit einer emotionalen Botschaft an den oder die Entführer gewandt. "Wir müssen zweifelsfrei wissen, dass sie lebt und dass Sie sie (in ihrer Gewalt) haben", sagte Guthrie in einem Video, das auf ihrem Instagram-Account veröffentlicht wurde. "Wir möchten von Ihnen hören und sind bereit zuzuhören. Bitte melden Sie sich bei uns."

In einem weiteren Video spricht ihr Bruder Camron. "Wer auch immer da draußen unsere Mutter hat, wir wollen von euch hören", sagt er etwa und appelliert an den oder die Täter: "Ihr müsst euch melden. Wir müssen einen Weg finden, um zu kommunizieren, damit wir weiterkommen. Zuerst müssen wir wissen, dass ihr unsere Mutter habt. Wir wollen mit euch reden und wir warten auf Kontakt."

Die Polizei geht davon aus, dass Nancy Guthrie aus ihrem Haus in Arizona entführt wurde. Der zuständige Sheriff Chris Nanos betonte, die Ermittler hätten weiterhin keine Tatverdächtigen. Man gehe nach wie vor davon aus, dass Guthrie "noch da draußen" sei. Einen bestätigten Hinweis darauf, dass sie noch lebt, gebe es jedoch bisher nicht.

Am Samstag entführt

Die Ermittler legten zudem eine ungefähre zeitliche Rekonstruktion der Ereignisse vor. Demnach wurde Guthrie am Samstagabend von Familienangehörigen zu ihrem Haus gebracht. In der Nacht trennte sich die Türklingel-Kamera vom Netz; wenig später registrierte eine Software eine Person auf dem Grundstück - Bildmaterial existiert dazu nach Angaben der Behörden nicht. Am Sonntagvormittag bemerkte die Familie das Verschwinden, kurz darauf wurde der Notruf abgesetzt. Forensisch gesichert sei bisher lediglich eine Blutspur im Eingangsbereich des Hauses, die per DNA eindeutig Nancy Guthrie zugeordnet worden sei.

Zu einem mutmaßlichen Erpresserschreiben, das an Medien verschickt worden sei, teilte das FBI mit, man nehme dieses ernst und ermittle dazu. Das Schreiben enthalte eine Geldforderung und Fristen, es gebe jedoch keinen überprüfbaren Lebensbeweis und bisher keine weitere Kontaktaufnahme. Die Ermittler sprachen von konkreten Details in dem Schreiben, ob diese Angaben auf tatsächliches Täterwissen hindeuten, sei noch unklar. Die Ermittler warnten zugleich vor Trittbrettfahrern. Im Zusammenhang mit einer vorgetäuschten Erpressungsforderung sei eine Person festgenommen worden.

Motiv der mutmaßlichen Entführung unbekannt

Selbst US-Präsident Donald Trump hat sich inzwischen in den Fall eingeschaltet, der seit Tagen landesweit Schlagzeilen macht. Er teilte auf der Plattform Truth Social mit, er habe mit Guthrie gesprochen und ihr die Unterstützung der Bundesstrafverfolgungsbehörden zugesichert. "Wir setzen alle Ressourcen ein, um ihre Mutter sicher nach Hause zu bringen." Die Gebete der Nation seien bei ihr und ihrer Familie. "GOTT SEGNE UND BESCHÜTZE NANCY", schrieb Trump. Zum Motiv hinter der mutmaßlichen Entführung ist bisher nichts bekannt.

Kommentare