Mel Brooks hat auch mit 100 keine Zeit für die Pension
Mel Brooks
Dass viele Schauspielerinnen und Schauspieler ihren Beruf lieben und auch mit 70 oder 80 Jahren noch vor der Kamera oder auf der Bühne stehen, hört man öfter. Wenn man aber mit 100 Jahren auch noch immer nicht ans Aufhören denkt, dann ist das wirklich außergewöhnlich. Genau das tut der US-Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Mel Brooks, der heute, Sonntag, seinen 100. Geburtstag feiert.
Und erst vor zwei Monaten hat er die Fortsetzung der Komödie „Spaceballs“ angekündigt („Spaceballs: The New One“). „Es ist genau wie der Alte, nur neuer. Deswegen heißt er ,Der Neue’. Da habt ihr’s“, sagte er in einer Videobotschaft auf der CinemaCon in Las Vegas.
Brooks ist dabei einerseits als Produzent tätig, schlüpft aber auch in die Kultrolle als weise Alien-Figur „Yogurt“. Der Originalfilm kam 1987 heraus und machte sich über Science-Fiction-Filme wie „Star Wars“ und „Star Trek“ lustig. Die Fortsetzung soll im April 2027 ins Kino kommen.
Komödien-Spezialist
Und sich über etwas lustig machen kann Mel Brooks. In „Der wilde, wilde Westen“ (1974) nimmt er sich etwa die amerikanischen Westernfilme vor. Dabei setzt er sich gezielt mit Rassismus und der Stellung von Afroamerikanern in den USA auseinander. Dass Brooks vor heiklen Themen nicht zurückschreckt, beweist auch der Kultfilm „Frühling für Hitler“ (1967), wo es um einen Broadway-Produzenten geht, der gemeinsam mit einem Buchprüfer einen Flop auf die Musicalbühne bringen möchte und dafür die Hitler-verherrlichende Musikrevue wählt.
In Österreich wurde die Musicalversion „The Producers“ 2008 im Ronacher Theater aufgeführt, musste aber aufgrund von geringer Auslastung nach Berlin übersiedeln und wurde dort dann ab Frühjahr 2009 gespielt. Im dpa-Interview wurde Brooks damals auch direkt darauf angesprochen, ob er denke, dass das deutsche Publikum darüber lachen könne (in Österreich konnte man es ja eher nicht).
„Auf jeden Fall. Diejenigen, die das Theater lieben und die Unterhaltung, sind die Deutschen, die ich mag. Mein Vater war ja auch Deutscher und er war ein sehr lustiger Kerl. Ich denke, er hätte das Musical gemocht. Leider habe ich ihn nie kennengelernt, denn er starb, als ich zwei Jahre alt war. Wenn man etwas Wichtiges zu sagen hat, dann sollte man es mit ganz viel Humor sagen. Ich will mich ja nicht auf eine Seifenkiste stellen und predigen.“
Preisregen
In den USA kamen Film und Musical jedenfalls sehr gut an. 1969 bekam Mel Brooks den Oscar für das beste Originaldrehbuch und 2001 staubte das Musical bei der Tony-Verleihung zwölf Trophäen ab. Zu den Oscars (2023 bekam Mel Brooks noch einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk) gesellten sich auch noch Grammys und Emmys, was den Komödienspezialisten zum EGOT-Künstler macht.
Mel Brooks bei der Oscar-Verleihung 1969
Brooks wurde als Sohn jüdischer Einwanderer aus Danzig und Kiew als Melvin Kaminsky in Brooklyn geboren. Da sein Vater an einer Nierenkrankheit starb, als Mel Brooks gerade einmal zwei Jahre alt war, wurden seine drei älteren Brüder und er von der Mutter allein großgezogen.
Als ihn sein Onkel dann mit neun Jahren in das Musical „Anything Goes“ auf dem Broadway mitnahm, war für ihn klar, was er einmal machen möchte. Nach der Highschool wurde er aber in die US-Army eingezogen und kämpfte im Zweiten Weltkrieg. Erst danach begann seine Karriere als Stand-up-Comedian.
Privat war Mel Brooks zweimal verheiratet, mit Florence Baum von 1953 bis 1962 und mit Anne Bancroft von 1964 bis zu ihrem Tod im Jahr 2005. Er hat vier Kinder und hat in seinem Beruf auch seine Berufung gefunden, wie er in der HBO-Dokumentation „Mel Brooks: The 99 Year Old Man“ sagt.
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