Liza Minelli: Schockierende Erinnerungen an Mama Judy Garland

In ihrer Autobiographie "Kids, Wait Till You Hear This!" blickt Liza Minelli auf ihr bewegtes Leben zurück. Auch ihre berühmte Mutter ist Thema.
Liza Minnelli singt mit einem Mikrofon in der Hand.

Am 10. März erscheint Liza Minellis Autobiographie "Kids, Wait Till You Hear This!" – und der Titel scheint dem Inhalt tatsächlich gerecht zu werden. Denn schon jetzt sorgen Auszüge aus den Memoiren für Aufsehen. 

Im Buch gibt die 79-Jährige Einblicke in ihr bewegtes und farbenprächtiges Leben, das von so vielen Höhen und Tiefen geprägt war, wie es auch das kreativste Drehbuch Hollywoods nicht besser erzählen könnte. Einen großen Teil der Memoiren widmet Minelli natürlich auch ihrer weltberühmten Mutter Judy Garland, die schon mit 16 Jahren als Dorothy in "Der Zauberer von Oz" zur Leinwandikone wurde.

Dass Garland zeit ihres Lebens mit einer schweren Alkohol- und Tablettensucht zu kämpfen hatte, ist weitgehend bekannt und fixer Teil der Legenden-DNA der Schauspielerin und Sängerin. Minelli findet in ihrem Buch darüber offene und auch gnadenlose Worte. 

Garland probierte auch Elektroschocktherapie

1969 starb Garland an einer unbeabsichtigt eingenommenen Überdosis an Schlafmitteln. Für Minelli natürlich ein Schock, wie sie in ihrer Autobiographie (Teile davon wurden in der Sunday Times vor-veröffentlicht) schreibt: "Ich habe acht Tage und Nächte durchgeweint – es war eine Zeit unvorstellbarer Trauer und schicksalhafter Veränderung." Ihre Mutter hatte bereits 1952 versucht, sich das Leben zu nehmen, doch am nächsten Tag war sie plötzlich wieder bester Laune, was Minelli so sehr imponierte, dass sie ihre Mutter für "unsterblich" hielt. 

In ihren Memoiren wird deutlich, wie sehr Minelli ihre Mutter liebte und es wohl nach wie vor tut. Die Vorwürfe, Garland sei eine schlechte Mutter gewesen, will sie so nicht stehen lassen. Denn Garland habe alles in ihrer Macht stehende getan, um gegen ihre Sucht anzukämpfen, hat laut Minelli Millionen Dollar für Entzugskliniken und private Krankenhäuser ausgegeben. Doch: "Nichts hat gewirkt, nicht einmal Elektroschocktherapie."

Die Schuld an Garlands Suchterkrankung sieht Minelli nicht bei ihrer Mutter, sondern ganz bei anderen Personen, wie sie in der Autobiographie deutlich macht: "Es gibt kein Geheimnis, wer dafür die Verantwortung trägt – es waren die Studio-Bosse und meine Großmutter, die sie mit Uppers und Downers vergiftet haben, seit sie ein Kinderstar war."

Minelli musste sich um kranke Mutter kümmern

Doch es sind nicht nur erfreuliche Erinnerungen, die Minelli an ihre Mutter hat. Denn die Rollen seien oft vertauscht gewesen und sie war es, die sich bereits mit 13 Jahren um ihre Mutter kümmern musste. Für sie war Minelli "Betreuerin, Krankenschwester, Ärztin, Pharmakologin und Psychiaterin" in Personalunion gewesen, schreibt sie. Die Methode von Garland, schwere Zeiten zu überstehen, sei bis an ihr Lebensende dieselbe gewesen: mit "einem schlauen Spruch, einer Pille und einem Drink".

Bei den Oscars den Rollstuhl gedrängt

Doch auch Dinge, die noch nicht allzu lang zurückliegen, sind Thema in "Kids, Wait Till You Hear This!". So verliert Minelli keine guten Worte über ihren eigentlich weltweit gefeierten Auftritt bei den Oscars 2022 an der Seite von Superstar Lady Gaga

Damals kam sie in einem Rollstuhl auf die Bühne – doch das sei bei weitem nicht ihre eigene Entscheidung gewesen, betont Minelli, die zum damaligen Zeitpunkt unter starken Rückenschmerzen litt, im Buch. "Mir wurde unerklärlicherweise befohlen, im Rollstuhl zu sitzen oder gar nicht erst zu erscheinen." Laut ihrer Aussage begründeten die Organisatoren der Preisverleihung die Entscheidung mit ihrem Alter und angeblichen Sicherheitsbedenken. 

"Man sagte mir, es läge an meinem Alter und an Sicherheitsgründen, da ich vom Regiestuhl rutschen könnte, was absoluter Schwachsinn war. Ich saß viel tiefer, als ich es auf dem Regiestuhl getan hätte. Jetzt konnte ich den Teleprompter über mir kaum noch lesen."

Nach der Zeremonie suchte Lady Gaga das Gespräch mit Minnelli und fragte, ob alles in Ordnung sei. In ihren Memoiren schildert Minnelli, dass sie Gaga mit den Worten "Ich bin ein großer Fan" geantwortet habe. Ob es sich dabei um eine charmante Ablenkung oder eine ehrliche Antwort handelte, ließ sie aber offen. 

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