LDS, Nackt-Flitzer und Ohrfeigen: Die größten Oscar-Skandale

Ein Rückblick auf die skandalträchtigsten Oscar-Verleihungen.
Angelina Jolie Oscars

Langsam steigt die Spannung in Hollywood, die Oscars werden vergeben. Der Rote Teppich vor dem Dolby Theatre, über den am Sonntagabend die Stars flanieren werden, liegt bereits. Über 250 Meter lang und gut zehn Meter breit ist das textile Schmuckstück am sonst stark befahrenen Hollywood Boulevard.

Fix ist bereits, welche Stars über den Teppich schreiten: Zu den großen Namen zählen Robert Downey Jr., Javier Bardem, Gwyneth Paltrow, Anne Hathaway oder Demi Moore. Auch Nicole Kidman, Sigourney Weaver, Jimmy Kimmel oder Channing Tatum gehören zum illustren Kreis. Als "Presenter" sind auch vier Oscargewinner des Vorjahres - Mikey Madison ("Anora"), Zoe Saldaña ("Emilia Pérez"), Adrien Brody ("Der Brutalist") und Kieran Culkin ("A Real Pain") - dabei.

Doch nicht nur die Spannung auf die Gewinner und Gewinnerinnen steigt - Zuschauer erwarten sich wohl auch dieses Jahr das eine oder andere Hoppala oder Skandälchen. Immerhin gab es in der Vergangenheit immer wieder Momente, die bei der Preisverleihung für Kopfschütteln sorgten. 

Die größten Oscar-Skandale und Aufreger

  • Nackte Tatsachen

Als der britische Schauspieler David Niven 1974 seine Rede hielt, flitzte ein nackter Mann über die Bühne, um sich über die Show zu mokieren. Niven nahm es gelassen und riss einen Schmäh über den Nackedei. Als 2024 im Dolby Theatre in Los Angeles zum 96. Mal die Oscars verliehen wurden, sorgten abermals nackte Tatsachen für Schlagzeilen. Der amerikanische Wrestler und Schauspieler John Cena kam qusi unverhüllt auf die Bühne.

Die Einlage war offenbar geplant. Moderator Jimmy Kimmel kündigte gerade die Kategorie "Bestes Kostümdesign" an und scherzte: "Können Sie sich vorstellen, dass heute ein nackter Mann über die Bühne laufen könnte? Wäre das nicht verrückt?" Da lugte plötzlich Cena hinter der Bühnendekoration hervor.

  • Jolies Bruder-Kuss und famose Bein-Pose

Heute gibt sie sich als Philatropin, vor einigen Jahren aber wollte Angelina Jolie mit provokanten Sagern und Aktionen auf sich aufmerksam machen. Als sie im Jahr 2000 einen Oscar für "Durchgeknallt" bekam, gab sie ihrem Bruder James Haven einen leidenschaftlichen Kuss auf die Lippen, dankte ihm und sagte, sie sei "so verliebt" in ihn. Etwas zu viel Geschwisterliebe für das prüde Amerika. 

Bei der 84. Oscar-Verleihung sorgte dann Angelina Jolies Bein für mehr Furore als die Gewinner. Die Schauspielerin erschien in einem extravaganten Dress mit Beinschlitz auf dem Red Carpet. Ihre eigenwillige Pose, bei der sie ihr Bein den Fotografen entgegenstreckte, sorgte für Amusement im Netz. Das Promi-Portal TMZ bezeichnete den Auftritt als den "verzweifeltsten Versuch, Aufmerksamkeit für ein Körperteil zu erregen".  

Jolie hat danach angeblich ihre Stylistin gefeuert.

  • Große Emotionen

Überwältigt sind wohl die meisten Gewinner eines Oscars - Halle Berry hat sich 2002 aber gar nicht mehr eingekriegt auf der Bühne der Academy Awards, als sie für ihre Rolle als Leticia Musgrove in dem Drama "Monster’s Ball" als erste Schwarze Frau den Oscar als "Beste Hauptdarstellerin" gewann. Ihre tränenreiche Dankesrede, bei der sie ihre Auszeichnung namenlosen Schwarzen Frauen widmete und von einer "aufgestoßenen Tür" sprach, gilt noch heute als einer der emotionalsten Momente der Oscar-Historie.

Ebenfalls unvergesslich bleibt Gwyneth Paltrows Oscar-Rede, die sie 1999 nach ihrem Award-Gewinn für "Shakespeare in Love" (Beste Hauptdarstellerin) hielt. Auch mit ihr gingen die Emotionen durch, als sie unzähligen Menschen - darunter Harvey Weinstein - dankte und über die "tremendous love" (enorme Liebe) sprach, die sie befähigt habe, die Rolle zu spielen.

2023 gestand Paltrow im Podcast "Call Her Daddy", dass ihr Oscar-Gewinn zu einer schweren Identitätskrise geführt habe. Sie war damals erst 26 Jahre alt. "Wenn man den wichtigsten Preis gewinnt, fragt man sich: Was macht man eigentlich? Wohin soll man gehen?", sagte Paltrow. "Die Aufmerksamkeit, die man an so einem Abend und in den Wochen danach bekommt, war überwältigend. Es ist total desorientierend. Und ehrlich gesagt, auch ziemlich ungesund. Ich dachte nur: 'Das ist Wahnsinn. Ich weiß nicht, was ich tun soll, ich bin völlig orientierungslos.' Es war einfach zu viel. Nicht, dass ich es missen möchte, es war eine unglaubliche Erfahrung, aber es hat mich schon viel hinterfragen lassen."

  • Homophobe Statements

Weltweit für Empörung sorgten homophobe Statements einiger Jury-Mitglieder im Jahr 2006. Sie wollten sich den Film "Brokeback Mountain" nicht ansehen, weil sie behaupteten, sich durch die homoerotischen Szenen angegriffen zu fühlen.

  • High auf dem Red Carpet

Die South-Park-Schöpfer Trey Parker und Matt Stone besuchten die 72. Oscarverleihung 2000 unter dem Einfluss der Droge LSD – ein wahrhaft surrealer Moment in der Oscar-Geschichte. Die beiden trugen Kleider und imitierten Jennifer Lopez und Gwyneth Paltrow, als ihr Song "Blame Canada" aus "South Park: Bigger, Longer & Uncut" für den Oscar als Bester Originalsong nominiert war.

  • Ups, falscher Gewinner

Ein Riesenpatzer vor einem Millionen-Publikum katapultierte Faye Dunaway vor einigen Jahren ins Rampenlicht. Mit Warren Beatty stand die Schauspielerin 2017 auf der Oscar-Bühne, um den "Besten Film" zu verkünden. Doch im vermeintlichen Sieger-Umschlag steckte die falsche Karte - Dunaway laß laut "La La Land" vor. Erst nach einigen Momenten wurde korrigiert: "Moonlight" war der Gewinner.

  • Oscar-Ohrfeige

Will Smith ("King Richard", "I Am Legend", "Men in Black") hatte bei den Oscars 2022 Chris Rock auf der Bühne eine Ohrfeige verpasst, nachdem dieser einen Witz über Jada Pinkett Smith gemacht hatte, und damit für einen der bisher wohl größten Skandale bei den Academy Awards gesorgt. Der Scherz bezog sich auf die Kurzhaarfrisur, die Will Smiths Frau wegen ihres Haarausfalls trug. Will Smith entschuldigte sich später. Er wurde aber für zehn Jahre von Veranstaltungen der Oscar-Akademie ausgeschlossen.

Kommentare