Wollte nicht ihr Leben opfern: Warum Helen Hunt Hollywood den Rücken kehrte

Für ihr schauspielerisches Schaffen wurde Helen Hunt vielfach ausgezeichnet. Darauf, ihren Bekanntheitsgrad in der Filmfabrik zu erweitern, verzichtete sie aber freiwillig.
Helen Hunt

Seit den 70er Jahren steht sie vor der Kamera: Helen Hunt wurde über die Jahre hinweg für ihr schauspielerisches Schaffen vielfach ausgezeichnet - dem Druck auf Frauen, der in Hollywood vorherrscht, will sie sich aber nicht beugen. Hunt, die 2007 mit "Then She Found Me" ihr Regie-Debüt gab, bevorzugt ein einfaches Leben, weitgehend abseits der Filmfabrik. Auf Botox und Co. pfeift sie und stellt auch sonst ihre eigenen Regeln auf. 

Bereits Mitte der 2000er Jahre hatte sich die US-Amerikanerin, die ihre erste größere Kinorolle 1985 in der Teenie-Komödie "Girls Just Want to Have Fun" an der Seite von Sarah Jessica Parker ergattert hatte, allmählich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen - auch wenn sie weiterhin beschäftigt geblieben ist. 

Helen Hunts Erfolgsrezept - ohne ihr Leben der Karriere zu opfern

Dem schnelllebigen Hollywood-Zirkus wollte sie sich aber nicht opfern. Nach ihrem Oscar-Gewinn 1997 für ihre Rolle als Carol Connelly in "Besser geht's nicht" begann sie darüber nachzudenken, wie berühmt sie wirklich werden wollte. Sie beschloss, nach dem Film eine Drehpause einzulegen und kehrte erst im Jahr 2000 auf die Leinwand zurück. 

"Es fühlte sich einfach an, als wäre es an der Zeit, ein paar Jahre Pause zu machen", erklärte Hunt damals gegenüber Female.com.au. "Es war schon seltsam, gleichzeitig den Emmy und den Oscar zu gewinnen, aber ich wollte auch ein Leben haben. Ich hatte Angst, dass ich mein ganzes Leben in der Branche verbringen würde, also beschloss ich, mich von einigen Projekten zurückzuziehen", so Hunt ferner.

Zwischen 2001 und 2004 legte sie eine weitere Schauspielpause ein. Nach ihrer Rückkehr wurden die Rollen weniger. Was nicht zuletzt daran lag, dass Hunt den Produzenten Matthew Carnahan geheiratet hatte und 2004 Mama einer Tochter wurde, was ihre Prioritäten verschob. 

Sie konzentrierte sich weitgehend auf die Erziehung ihres Kindes. Zudem entschied sich die Leinwand-Ikone bewusst dagegen, den gleichen Bekanntheitsgrad wie Kollegen wie Jack Nicholson anzustreben. Stattdessen wählte Hunt ein ruhigeres Leben, um sich nicht von intensiver Beobachtung "einschüchtern" zu lassen. 

Hunt hatte Theaterwissenschaften studiert, kehrte aber später noch einmal ans College zurück, um ihre Ausbildung zu vertiefen. 2008 gestand sie gegenüber Redbook: "Ich belegte einen Philosophie-Kurs und bereute es zutiefst. Ich dachte, das wäre genau mein Ding. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr es nicht zu mir passte."

Dass man beruflich nicht immer Vollgas geben muss, um erfolgreich zu bleiben, bewies sie 2012, als sie für ihre Rolle in dem Film "The Sessions" für einen Oscar nominiert wurde.

Helen Hunt pfeift auf Schönheitsideale

Im Juni 2025 erklärte Hunt, sich zu weigern, den Schönheitsidealen Hollywoods zu entsprechen. Sie habe sich früher unter Druck gesetzt gefühlt – doch ihre Einstellung habe sich in den letzten Jahren gewandelt.

"Es war unmöglich, sich nicht dem Schönheitsideal anzupassen. Und es war mit einem gewissen Maß an Kummer und Scham verbunden, nicht genau so auszusehen", erzählte die Schauspielerin offen im Gespräch mit Flow Space. Gleichzeitig hatte sie zunehmend das Gefühl, dass die Erwartungen Hollywoods an ihr Aussehen ihr Selbstwertgefühl beeinträchtigten. 

In den 1980er Jahren sei sie von ihrem Äußeren besessen gewesen zu sein. Heute lasse sie aber nicht mehr zu, dass der Druck, bestimmten Vorstellungen zu entsprechen, ihre psychische Gesundheit schädigt: "Mir wurde klar: Das könnte still und leise dein ganzes Leben ruinieren. Ich habe eine Entscheidung getroffen: Ich lasse mich nicht darauf ein. Ich lasse es nicht zu, dass es viel Raum in meinen Gedanken einnimmt." 

Ihr neues Motto wurde stark von "The Only Diet There Is", einem Buch der spirituellen Lehrerin Sondra Ray, beeinflusst. "Was ich daraus mitgenommen habe, ist: Iss, worauf du Lust hast, und genieße jeden Bissen. Punkt", so Hunt über ihre Lebensphilosophie. 

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