Happy Birthday, Robert Redford

Der Schauspieler und Regisseur wurde am 18. August 75 Jahre alt. Seine blonden Haare und blauen Augen machten ihn zum Brad Pitt der 60er Jahre. Seine Rollen sind ebenso legendär wie sein Umweltengagement.

Robert Redford, einer der bekanntesten und wohl talentiertesten Männer in der Filmbranche, feierte am 18. August seinen 75sten Geburtstag. Er verkörpert vielleicht wie kein anderer in Hollywood den amerikanischen Traum vom Aufstieg aus einfachsten Verhältnissen. 

Redfords bekannteste Filme finden Sie unter nachfolgendem Link. Redford wurde am 18. August 1936 als Charles Robert Redford Jr. in Santa Monica geboren. Sein Vater war Buchhalter von Standard Oil. 1955, zum Zeitpunkt seines Highschool Abschlusses, starb seine Mutter Martha Hart. Als Kind stahl er gerne Radkappen und auch während seiner College-Zeit verursachte er Probleme. Er verlor sein Baseball-Stipendium, weil er betrunken war. Er trampte durch Europa, lebte vom Verkauf selbstgemalter Bilder, bis er zurück in New York als Talent entdeckt wurde. Seitdem wurde er als Schauspieler, Regisseur und Filmproduzent mit Oscars und Golden Globes verwöhnt. Er sei "von Natur aus ein Rebell", bestätigt der mit seinen blauen Augen, dem kantigen Gesicht und vollen Haarschopf immer noch blendend aussehende Filmstar nicht ohne Stolz. Statt sich wie viele seiner Kollegen am Strand von Malibu oder in den Straßenschluchten von Manhattan niederzulassen, zog Redford in die Einsamkeit der Rocky Mountains. Dort schuf er in Park City, im Mormonenstaat Utah, mit Sundance eine Kaderschmiede für den Independent Film, den von Hollywood unabhängigen Film. Den Namen wählte er übrigens nach seiner Filmrolle "Butch Cassidy and the Sundance Kid". In Utah lebt der begeisterte Skifahrer, Reiter und Wanderer seit den 1990er Jahren mit der Hamburger Künstlerin Sybille Szaggars. Geheiratet wurde allerdings erst vor zwei Jahren, und zwar in Deutschland. Für die Trauung wählten der Hollywoodstar und die Wirtstochter aus der Hansestadt ein Luxushotel mit Blick auf die Elbe. In seiner ersten Ehe war er von 1958 bis 1985 mit Lola Jean Van Wagenen verheiratet. Mit Van Wagenen hat Redford vier Kinder: Scott (starb 1959 im Alter von 2 1/2 Monaten an plötzlichem Kindstod), Shauna Redford (51), David James Redford (49) und Amy Heart Redford (41). Mittlerweile ist der 75-Jährige auch Großvater von vier Enkeln. Er scherzte einmal, dass er der bestaussehendste Opa in seinem Umkreis sei, abgesehen von Marlon Brando. In den späten 80er Jahren war er mit der brasilianischen Schauspielerin Sonja Braga (Bild) liiert. Redford war bislang in knapp 50 Rollen zu sehen, in acht Filmen führte er Regie. Zuletzt inszenierte er das Historiendrama "Die Lincoln Verschwörung", das Ende September in die Kinos kommt. Zudem dreht die Hollywoodikone mit dem Nachwuchsstar Shia LaBeouf ("Transformer 3") gerade den Politthriller "The Company You Keep". Darin spielt Redford einen Anwalt, der von seiner Vergangenheit als Anhänger der radikalen Gruppe "Weather Underground" eingeholt wird.

Im Bild: Redford mit seinem ersten Oscar 1981 für "Eine ganz normale Familie". Seine Liebe zum Baseball verlor der Oscar-Preisträger nie. In den 1950er Jahren war er Pitcher im Team der Universität von Colorado (bis zu seinem Rauswurf). Im April 2011 durfte er den ersten Ball vor der Eröffnung des MLB National League Baseball Spiels zwischen den Chicago Cubs und den Pittsburgh Pirates in Chicago werfen. Nebenbei engagiert sich Redford als Kämpfer für den Naturschutz und redet seinen Landsleuten ins Gewissen. "Ich mache mir Sorgen um mein Land", wetterte er einst gegen die nach seinen Worten "inkompetente" Regierung von Präsident George W. Bush. Sie habe "die Ängste der Menschen nach den Anschlägen vom 11. September ausgenutzt", kritisierte der liberale Schauspieler und Regisseur. "In meinem ganzen Leben habe ich noch nie dunklere Zeiten erlebt", klagte er immer wieder. 1961 gab Redford sein Kinodebüt mit "Hinter feindlichen Linien". 1966 erzielte er mit der Neil-Simon-Komödie "Barfuß im Park" (mit Jane Fonda) seinen ersten größeren Leinwanderfolg. Den Durchbruch schaffte er 1969 an der Seite von Paul Newman in "Die zwei Banditen". Von da an stieg er schnell zum Publikumsliebling und Kassenmagneten auf. "Der Clou" brachte ihm 1973 seine erste Oscar-Nominierung ein, acht Jahre später erhielt sein Regiedebüt "Eine ganz normale Familie", das den American Way of Life am Beispiel einer Mittelstandsfamilie kritisch begutachtet, gleich vier Oscars. Im Laufe seiner rund fünfzigjährigen Karriere spielte Redford auch den neureichen Emporkömmling Jay Gatsby in der Verfilmung von F. Scott Fitzgeralds Roman "Der große Gatsby" (1974), zusammen mit Dustin Hoffman (Bild) als Watergate-Reporter Bob Woodward in "Die Unbestechlichen" (1976) ... ... oder als Abenteurer und Liebhaber von Meryl Streep in dem preisgekrönten Melodram "Jenseits von Afrika" (1985).

Im Bild: Redford mit seiner Frau Sybille Szaggars. Mit seinem Kollegen Paul Newman verband ihn seit der ersten gemeinsamen Rolle in "Butch Cassidy and the Sundance Kid" eine innige Freundschaft. Über die er einmal sagte: "Es gibt bestimmte Freundschaften, die sind einfach zu gut und zu stark, um darüber zu reden." Als Newman 2008 starb, meinte Redford: "Ich habe einen echten Freund verloren. Mein Leben und dieses Land wurde durch ihn besser." In den 1990er Jahren erntete Redford vor allem für seine Regiearbeiten das Lob der Kritik. Mit der Verfilmung des Bestsellers "Der Pferdeflüsterer" feierte er einen seiner größten Erfolge. In dem Streifen über einen Tierfreund, der verletzte Pferdeseelen heilen kann, stellte er seine Naturverbundenheit und Vorliebe für emotionale Dramen als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller dreifach unter Beweis. "Ich habe nichts gegen Filme, die einfach nur unterhalten wollen", sagt er. "Aber wenn eine Geschichte nicht eine bestimmte emotionale Tiefe besitzt, dann bin ich nicht daran interessiert, daraus einen Film zu drehen". 2008 erhielt der talentierte Schauspieler einen Ehrendoktor der Brown University. Es war bereits sein zweiter: Bereits 2004 erhielt er vom Bard College den Ehrendoktor "Humane Letters degree". Der immer kritische Schauspieler sieht sich selbst nicht gerne im Film. Die einzige Leistung, mit der er schauspielerisch zufrieden war, war in "Der Clou" 1973.

2002 überreichte ihm sein "Cherie Bitter"-Co-Star Barbara Streisand den Ehrenoscar. In den 70ern erwägte der politisch engagierte sogar eine Kandidatur als Senator in Utah, doch es kam nie dazu. 

Im Bild: Redford mit seinem Sohn James. Zu Redfords bekanntesten Filmen gehören neben "Jenseits von Afrika", "Der Clou" auch Romanzen wie "Staatsanwälte küsst man nicht" mit Debra Winger, "Ein unmoralisches Angebot" mit Demi Moore, oder "Aus nächster Nähe" mit Michelle Pfeiffer.
(KURIER.at / lyk, apa) Erstellt am
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