Harry in Afghanistan, 2008

© APA/AFP/POOL/JOHN STILLWELL

Porträt
01/13/2020

"Dirty Harry": Die wilden Jahre des eigensinnigen Royals

Prinz Harry sorgte schon früher für Schlagzeilen - mit handfesten Skandalen, die ihm die Briten stets nachsahen.

von Irene Thierjung

Eine Hakenkreuz-Binde um den Arm, in einer Hand ein Drink, in der anderen eine Zigarette: Als dieses Bild von Prinz Harry bei einer Kostümfeier 2005 um die Welt ging, war der Aufschrei groß.

Wirklich überrascht war allerdings kaum jemand von dem bizarren Auftritt, galt der 21-Jährige doch schon lange als Enfant Terrible der britischen Royals.

Bereits mit 17 Jahren war Harry beim Konsum von Alkohol und Cannabis erwischt worden; später machte er mit rassistischen Bezeichnungen für Militärkameraden und Prügelattacken auf Paparazzi Schlagzeilen. Erst in den Jahren vor seiner Hochzeit mit Meghan Markle kam Harry langsam zur Ruhe.

Dass die Briten „Dirty Harry“, wie Boulevardblätter ihn nannten, alle Eskapaden nachsahen, lag an der schweren Kindheit des jungen Mannes. Als zweiter Sohn von Thronfolger Charles und seiner ersten Frau Diana hatte Henry Charles Albert David – so heißt Harry eigentlich – mit acht Jahren die Trennung seiner Eltern nach einer großteils unglücklichen Ehe zu verarbeiten.

Tod der Mutter

Nur fünf Jahre später folgte der bisher schlimmste Schicksalsschlag im Leben des Prinzen: seine geliebte Mutter starb an der Seite ihres damaligen Lebensgefährten Dodi Al-Fayed bei einem Autounfall in Paris – sie war von Paparazzi auf Motorrädern verfolgt worden.

Mit 35 Jahren ist Harry heute nur unwesentlich jünger als seine Mutter es bei ihrem Tod war, Diana starb mit 36 Jahren. Wie sehr Harry der Verlust geprägt hat, erfuhr die Öffentlichkeit vor zwei Jahren. Er habe sich jahrelang geweigert, auch nur an seine Mutter zu denken, sagte der Prinz in einem Interview.

Er habe unter Angstzuständen gelitten und sei mehrmals kurz vor dem Zusammenbruch gestanden. Erst mit 28 Jahren habe er Hilfe in Anspruch genommen, ermutigt durch seinen älteren Bruder William. Gemeinsam setzten sich die beiden zuletzt für Menschen mit psychischen Problemen ein.

Nach seinen schwierigen Jugendjahren hatte vor allem das Militär Harry Halt gegeben. Nach seinem Schulabschluss am berühmten Eton College 2003 hatte er zunächst einige Zeit auf einer Rinderfarm in Australien und in einem Waisenhaus in Lesotho gearbeitet, ehe er 2005 seine Offiziersausbildung an der Royal Military Academy Sandhurst begann.

Im Dezember 2007 wurde Harry in der afghanischen Provinz Helmand stationiert und nahm dort auch an Fronteinsätzen teil. 

Als mehrere ausländische Medien entgegen einer Vereinbarung mit dem Königshaus darüber berichteten, wurde Harry Ende Februar 2008 aus Sicherheitsgründen aus Afghanistan abgezogen und zum Hubschrauberpiloten ausgebildet.

2015 schied Harry aus der Armee aus, engagierte sich aber weiter für Veteranen, etwa als Patron der „Invictus Games“. Bereits 2013 hatte er zu Gunsten einer Hilfsorganisation an einem 335 Kilometer langen Marsch zum Südpol teilgenommen.

In den Jahren vor seiner Hochzeit mit Meghan galt Harry als der begehrteste Junggeselle Großbritanniens, auch wegen seiner herzlichen und unkomplizierten Art. Von 2004 bis 2010 war er mit Chelsy Davy, der Tochter eines reichen simbabwischen Geschäftsmannes, liiert.

Die Beziehung scheiterte Beobachtern zufolge vor allem am großen medialen Interesse, ebenso wie die Beziehung zur aus adeligen Kreisen stammenden Cressida Bonas (2012 bis 2014).

"Kronjuwelen" in Las Vegas

Den bislang letzten großen Skandal lieferte Harry 2012. Nach einem Aufenthalt in Las Vegas veröffentlichte das Promi-Portal TMZ Nacktaufnahmen des Prinzen und seiner „Kronjuwelen“ in Begleitung einer ebenfalls nackten Unbekannten, die im Luxushotel Wynn entstanden sein sollen - offenbar bei einer Runde Strip-Billard.

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