Warum für Opernsängerin Olga Peretyatko die Rückkehr nach Wien so emotional ist
Olga Peretyatko
Die russische Sopranistin Olga Peretyatko (45) ist auf den Bühnen dieser Welt zu Hause, eröffnete 2016 gemeinsam mit Plácido Domingo den Opernball, hatte 2014 ihr Debüt als Elvira Walton in "I Puritani" an der Metropolitan Opera in New York und sang dort in der Saison 2015/2016 die Gilda in "Rigoletto".
Nach Wien kommt Peretyatko immer gerne zurück, wie etwa jetzt für eine ganz besondere Vorstellung von "Tamerlano", die morgen, Donnerstag, im Wiener Musikverein stattfindet (Tickets unter musikverein.at).
Neue Version
"Man kann eine völlig neue Version von Händels ,Tamerlano‘ erwarten. Kirill Richter hat die Oper überarbeitet, indem er usbekische Nationalinstrumente und unerwartete musikalische Elemente hinzugefügt hat, inspiriert von dem Land, in dem sich das Grab Tamerlans befindet und in dem er fast wie ein Heiliger verehrt wird. Es wird anders klingen als alles, was man bisher gehört hat", so die Sopranistin zum KURIER.
Wien an sich sei für die Künstlerin mit besonders viel Emotionalität verbunden. Auf die Frage, woran sie sich gerne erinnert, meint sie "an Auftritte an der Wiener Staatsoper und im Musikverein sowie die Zeit mit einer lieben Freundin, die dort lebte – eine talentierte Juwelierin, die im vergangenen Jahr verstorben ist. Mit diesem neuen Tamerlano-Projekt zurückzukehren, bringt all diese Erinnerungen zusammen."
Wann sie danach wieder in der österreichischen Hauptstadt zu sehen und hören sein wird, steht allerdings noch in den Sternen. "Wann ich an die Wiener Staatsoper zurückkehre, ist eine Frage für die Direktion der Staatsoper, nicht für mich. Ich würde jederzeit sehr gerne zurückkommen. Das Wiener Publikum kann sich hoffentlich schon bald wieder auf mich freuen", gibt sie einen kleinen Wink mit dem Zaunpfahl.
In nächster Zeit sind jedenfalls Engagements beim Puccini-Festival in Italien sowie an der Scala in Mailand in "Les pêcheurs de perles" geplant. Auch eine neue Rolle als Donna Elvira in "Don Giovanni" steht an.
"Werde weniger reisen"
Und dann wäre da ja auch noch die fünfjährige Tochter Maya, mit der Olga Peretyatko mit ihrem Mann, dem Opernsänger Grigory Shkarupa, in der Schweiz lebt.
"Mir wird bewusst, dass ich für längere Projekte weniger reisen werde. Aber im Grunde entspricht das auch meinen eigenen Wünschen. Maya wird in Luzern zur Schule gehen, wo wir leben und wo sie bereits den Kindergarten besucht", versucht sie die Balance zwischen Bühne und Familienleben zu halten.
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