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Schauspieler Andreas Lust: Zwischen Bühne, Tatort und Netflix

Der Schauspieler spricht über seine Rückkehr auf die Theaterbühne und seine Wandlungsfähigkeit.
Ein Mann im dunklen Anzug lehnt an einem Tisch und schaut ernst in die Kamera.

Einen Plan B zum Schauspiel gab es nie, „weil es immer das war, was ich machen wollte, und das wurde auch bestätigt“, erzählt Andreas Lust (59) in der KURIER-TV-Sendung „Herrlich ehrlich – Menschen hautnah“.

Die ganze Sendung:

Herrlich ehrlich: Andreas Lust

Er sei immer schon bisschen „ein Träumerling“ gewesen, habe sich gerne Dinge vorgestellt, Kostüme und Geschichten entwickelt sowie Schultheater gespielt. „Und da war immer sehr positives und wohlwollendes Feedback. Man hat das Gefühl gehabt, man wird geliebt. Und dadurch ist man immer weitergegangen und irgendwann ist es zum Beruf geworden.“

Und Lust taucht tief in seine Rollen ein. Für den Film „Revanche“, der 2009 sogar als bester fremdsprachiger Film für einen Oscar nominiert wurde, hat er eine Woche bei der Polizei recherchiert. 

„Das ist mehr oder weniger der Hauptspaß an dem Beruf, dass man in verschiedene Umgebungen, Berufe und Menschen eintaucht und dass das jedes Mal was anderes ist.“

Seit fast 20 Jahren (2027 ist das Jubiläum) mimt Lust den Gerichtsmediziner Dr. Stefan Schnell in der Serie „Schnell ermittelt“. Mit einem derartigen Erfolg habe er aber nicht gerechnet. Umso mehr freue es ihn, dass „Schnell ermittelt“ für viele Familien zu einem gemeinsamen Fernseherlebnis geworden sei.

Eine Frau und ein Mann sitzen in einem Fernsehstudio in roten Sesseln vor Bildschirmen, auf denen der Schriftzug „Herrlich ehrlich“ zu sehen ist.

Lisa Trompisch im "Herrlich ehrlich"-Studio mit Schauspieler Andreas Lust

Die Ibiza-Affäre

Wie extrem wandlungsfähig Andreas Lust ist, hat er auch in der Sky-Serie „Die Ibiza Affäre“ als H. C. Strache bewiesen. „Es gibt schon auch Rollen, die würde ich nicht spielen, aber in dem Fall war das eine schöne Herausforderung und ich habe da auch Parallelen gesehen. Als Kind weißt du ja nicht, in welche Richtung es sich entwickelt. Und meiner Meinung nach hätte es sich bei H. C. Strache auch in eine komplett andere Richtung entwickeln können, wenn er in einem anderen Umkreis gewesen wäre und von anderen Menschen das bekommen hätte, was er gesucht hat. Bei ihm ist das halt so verlaufen und bei mir so, aber es gibt durchaus biografische Parallelen.“

Überhaupt könne er gut „problembehaftete Charaktere spielen. Ich kann die gut nachvollziehen und zu einer tieferen Wahrheit kommen, aber ich würde gern mehr Lustiges spielen. Ich freue mich über alles, das ein bisschen humoristischer ist.“

Ein Sommernachtstraum

Ab 30. Juli ist er genau in so einer Rolle auf der Theaterbühne zu sehen – und zwar spielt er im Shakespeare-Stück „Ein Sommernachtstraum“ bei den Festspielen Stockerau den Handwerker Niklas Zettel.

Das Stück sei sehr zeitgemäß, so Lust. Vor allem der darin thematisierte Geschlechterkampf und die unberechenbaren Kräfte der Natur. „Die Natur ist in einem Ungleichgewicht, und es geht nichts mehr weiter. Also diese Abläufe stimmen nicht mehr, sondern es ist Sand im Getriebe, es ist ein plötzlicher Stillstand, der sich in dieser Sommernacht auflöst.“

Mann im Anzug steht vor einem abstrakten Gemälde und hält die Arme seitlich ausgestreckt.

Im „Sommernachtstraum“ in Stockerau spielt Andreas Lust den Handwerker Niklas Zettel. 

Der „Sommernachtstraum“ hat auch viele Botschaften, wie zum Beispiel, dass die Liebe unberechenbar ist und nie glatt läuft oder dass Fantasie und Träume helfen können, Konflikte zu lösen und neue Perspektiven zu öffnen. „Ich träume sehr viel, nicht nur im Schlaf, sondern auch tagsüber, und das hilft mir insofern, als dass ich damit in mir selbst so eine Euphorie auslösen kann, die mich weiterträgt oder die mir Kraft gibt“, sagt der Schauspieler dazu.

Lust-Festspiele

Ab Herbst stehen dann sowieso regelrechte „Lust-Festspiele“ an, denn ab September dreht der Schauspieler in Berlin eine neue Netflix-Serie. „Eine historische Geschichte, aber mehr darf ich noch nicht erzählen.“ Auch ist er in gleich zwei „Tatorten“ zu sehen, in Stuttgart („Lucys Geburtstag“) und in Hannover („König in Gelb“). Der Landkrimi „Der Todesengel“ steht ebenfalls auf dem Programm. Und im kommenden Jahr der Kinofilm „Man lebt, weil man geboren ist“, in dem er den Journalisten André Müller spielt.

Zu bereuen habe er nichts im Leben, wie er erzählt. „Es gibt Dinge, die würde ich nicht mehr machen, einfach aus einem besseren Wissen heraus, aber ich bereue es nicht, denn es war der Weg.“

Und seinem jüngeren Ich würde er heute gerne „mehr Entspannung wünschen, und ich würde ihm sagen: Einfach durchatmen, lass laufen.“

Ob Andreas Lust den Schauspielberuf durch die KI bedroht sieht, warum er durch Stress besser funktioniert, wie er in die Zukunft blickt und noch viel mehr, sehen Sie im Video oben.

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