Rebecca Horner spricht über Staatsballett-Aus: "Leicht war es nicht"
Ballerina Rebecca Horner
Ihre Elevenauftritte eingeschlossen, war Rebecca Horner 26 Jahre dem Wiener Staatsballett „verbunden und verpflichtet“.
Wie der KURIER bereits berichtete, hat sie es am 31. Dezember 2025 verlassen. Keine einfache Entscheidung, wie sie erzählt.
„Leicht war es nicht. Und es war keine Entscheidung, die ich von heute auf morgen getroffen habe.“
Sie hat schon einmal das Staatsballett verlassen und ein Jahr bei einer zeitgenössischen Company im Ausland verbracht, genauer gesagt in Den Haag. Das sei extrem horizonterweiternd gewesen. „Und ich habe mir einfach selbst geschworen, ich möchte gerne diese Erfahrungen mitnehmen, in allem, was ich plane.“
Nach ihrer Rückkehr an die Staatsoper mehrten sich dann aber auch ihre eigenen Tanzprojekte. Überhaupt würde ihr der zeitgenössische Tanz sehr am Herzen liegen und sie möchte diese Szene auch in Wien vorantreiben, den Fokus darauf legen, „eine Stimme dafür sein“, wie sie dem KURIER sagt.
Im Sommer 2025 verpasste sie den Saisonbeginn, da sie aufgrund einer schlimmen Augenerkrankung, einer zweischichtigen Hornhautentzündung, die über Nacht ausbrach, pausieren musste.
Ihre Ärztin war froh, dass sie sich so schnell behandeln ließ, denn sonst hätten irreparable Schäden entstehen können. „Ich war da kurz in einer existenziellen Krise.“ Ihr Körper zeigte Rebecca Horner Grenzen auf, erzwang regelrecht die Zeit zum Nachdenken.
Nach ihrem Krankenstand kämpfte sie sich aber im Staatsballett wieder mit voller Kraft zurück. „Ich bin aber fast wie ein Fremdkörper hineingekommen. So, wie wenn man den Stoff in Mathe verpasst und dann dazukommt und ein bissl verunsichert ist. Dann habe ich auch gemerkt, dass ich mich diesem Gefühl der Verunsicherung eigentlich nicht mehr hingeben möchte. Ich bin 36 und habe drei Kinder, das darf ich nicht und will ich auch nicht.“
Sich neu (er)finden
Sie würde überhaupt auch gerne mehr Zeit mit ihrer Familie, abseits der straffen Trainingspläne des Staatsballetts, verbringen.
Vor Weihnachten 2025 traf sie dann endgültig die Entscheidung. „Plötzlich hat sich für mich alles sehr richtig angefühlt, sodass ich auch mit viel Liebe gegenüber dem Haus das Haus verlassen kann. Auch mit meinen schönen Erinnerungen, die ich einfach so weitertragen kann.“
Sie sei jetzt bereit, sich wieder neu zu finden, und auch zu erfinden, ohne Angst.
„Ich möchte noch so gerne eigene Erfahrungen in meinem Leben machen und Dinge ausprobieren und erleben. Ich habe viel Erfahrung und noch viel Kraft. Und mit dieser Kraft möchte ich jetzt rausgehen, den Moment nicht verpassen und es später vielleicht bereuen.“
Sie wolle sich jetzt einfach voll und ganz auf ihre eigene Kunst konzentrieren. Und was kommt, das kommt.
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