Opernball-Moderatorin Teresa Vogl spricht über ihren schweren Unfall
Teresa Vogl
Die gebürtige Niederösterreicherin stammt aus einer Familie, „wo vieles möglich war und ich durfte eigentlich alles ausprobieren, was ich wollte“, wie Teresa Vogl (43) in der KURIER TV-Sendung „Herrlich ehrlich – Menschen hautnah“ erzählt.
Die ganze Sendung:
Herrlich ehrlich: Teresa Vogl
Besonders ihre Oma hat ihre künstlerischen Vorlieben geprägt, denn sie war eine „der treuesten Stadttheater St. Pölten-Operetten-Abonnentinnen (Anm.: das heutige Landestheater Niederösterreich)“ und Teresa war als Kind mindestens einmal im Monat mit.
Das habe das Theaterfieber so richtig entfacht. „Es war einfach ein Rausch an Musik, an Kostümen und an Geschichten.“ Und bis heute ist der ORF-Kulturexpertin extrem wichtig, Geschichten zu erzählen.
„Und wer mich wirklich sehr geprägt hat, war ein Musiklehrer in St. Pölten am Gymnasium, der auch dieses Bühnentalent erkannt hat und mich zu einem Vorsingen für die drei Knaben in der ,Zauberflöte’ geschickt hat. Und dieses Vorsingen habe ich gewonnen. Ich habe die ganze sechste und fast die ganze siebte Klasse im Theater in St. Pölten verbracht.“
Kulturexpertin Teresa Vogl
Teresa Vogl lernte acht Jahre lang Klavier, absolvierte eine klassische Gesangsausbildung und nahm Schauspielunterricht. Mit 18 machte sie ein Praktikum in der Ö1-Marketingredaktion und begann Germanistik, Französisch und Musikwissenschaften zu studieren.
Mit Mitte 20 kehrte sie als Praktikantin zu Ö1 (dem Sender ist sie bis heute auch durch ihre Sendung „Pasticcio“ sehr verbunden) zurück. Damals bekam sie schon die Chance, ein „Pasticcio“ zu gestalten.
„Und ich in meiner Naivität hab mich zwei Wochen in einem leeren Büro eingesperrt und bin raus mit einer fertigen Sendung und wusste gar nicht, dass das die heilige Kuh der Ö1-Musikredaktion ist“, erzählt Vogl lachend.
Schwerer Unfall
Doch dann schlug das Schicksal zu. Zwei Wochen vor der Sendungsaufzeichnung erlitt Vogl einen schweren Radunfall, brach sich vier Mal (!) den Schädel.
„Es war Glück im Unglück. Ich hatte zwar vier Brüche im Kopf, aber es war nichts verschoben. Es war notwendig für die Heilung, dass ich wochenlang ruhig liege und mich nicht bewegen darf. Es war auch relativ schmerzhaft, aber ich konnte zwei Wochen nach dem Unfall bei Ö1 anrücken und tatsächlich dieses erste ,Pasticcio’ aufzeichnen. Das war mir so wichtig, dass mich auch der Schädelbruch nicht davon abgehalten hat.“
Lisa Trompisch im „Herrlich ehrlich“-Gespräch mit Teresa Vogl.
Der Schritt ins Fernsehen passierte eher zufällig. Sie fiel durch ihre diversesten Bühnenmoderationen auf.
2020 trat sie in die Fußstapfen von Barbara Rett und moderierte erstmals den Wiener Opernball. Auch am 12. Februar wird Vogl, diesmal in einer grünen Traumrobe von Designerin Eva Poleschinski, am ORF-Bildschirm zu sehen sein.
Und gerade wenn man so exponiert in der Öffentlichkeit steht, sind die Kritiker nicht weit.
„Das ist auch etwas, das mich persönlich beschäftigt. Ich glaube, niemand steht da drüber. Aber, ich glaube dennoch, dass es eine gewisse Wahlfreiheit ist, wie sehr man sich dem dann tatsächlich aussetzt. Wenn man 100 Leute nach ihrer Meinung fragt, wird man 100 verschiedene Antworten bekommen. Ich schätze Kritik von jenen Menschen sehr, von denen ich mir auch Ratschläge holen würde.“
Social-Media-Kommentare liest sie erst gar nicht. „Ich bin durchaus kritikfähig, aber eher von Leuten, die ich kenne, denen ich vertraue. Aber sich so der allgemeine Meinung auszusetzen, da hab ich das Gefühl, man muss sich ein bisschen schützen und ich finde, dass diese Öffentlichkeit nicht nur positiv ist, aber sie gehört einfach zum Beruf.“
Bel Ami
Am 16. Februar steht sie mit einem ganz besonderen Programm auf der Bühne der Ottakringer Brauerei. „Bel Ami“ ist eine schillernde Reise durch Musik und Zeitgeist der 1920er-Jahre. Und Vogl gibt da die Conférencière mit Tanz- und Schauspielszenen. Ein Projekt mit „einem fantastischen Orchester“, welches ihr sehr am Herzen liegt.
„Ich bin in meiner angestammten Rolle als Moderatorin, hab aber – und das macht den Reiz für mich aus – kleine Spielszenen zwischendurch. Wir haben eine große Abwechslung, es passiert einfach wahnsinnig viel an dem Abend. Da steckt einfach so viel Liebe und Herzblut drinnen und besonders die Tanzszenen machen mir großen Spaß.“
Die ORF-Show „Dancing Stars“ wäre dann aber doch nichts für sie. „Man muss nicht alles ausreizen, aber bei ,Bel Ami’ macht es wirklich großen Spaß.“
Auch in Zukunft wird es mehr Schauspielprojekte geben, Vogl hat auch schon 2022 in der Miniserie „Die doppelte Frau“ mitgespielt, von denen sie jetzt „aber noch nicht mehr erzählen darf, leider.“
Am 7. März gibt’s auch wieder den „Female Empowerment Buchclub“ mit Teresa Vogl um 17 Uhr im MQ Libelle.
Mehr zu „Bel Ami“ und warum Teresa Vogl ihr Job so wahnsinnig viel Freude bereitet, sehen Sie im Video oben.
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