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Kernölamazone jetzt solo: Was hinter der "japanischen Schreivase" steckt

Gudrun Nikodem-Eichenhardt über ihr erstes Soloprogramm und warum sie gerne unbequeme Fragen stellt.
Eine Frau in grüner Kleidung und einem bläulichen Blazer sitzt mit fragenden, offenen Händen vor einem grünen Hintergrund.

Geboren in der Weststeiermark, stammt Gudrun Nikodem-Eichenhardt aus einer Lehrerfamilie. Vor einer Tafel wollte sie beruflich aber nicht landen, sondern viel lieber auf der Bühne. Auch wenn dieser Wunsch viele Diskussionen mit ihrem Vater nach sich zog. 

„Ich habe mit meinem Vater eigentlich immer sehr viele Auseinandersetzungen gehabt, der hat immer gewusst, was mir guttut, und ich war mir sicher, dass ich besser weiß, was mir guttut“, erzählt sie lachend in der KURIER-TV–Sendung „Herrlich ehrlich - Menschen hautnah“.

Die ganze Sendung:

Herrlich ehrlich: Gudrun Nikodem-Eichenhardt

Sie hat dann Musical studiert und im Zuge dieser Ausbildung auch gemerkt, wie sehr ihr vor allem das Schauspiel und eben auch der Humor liegen. „Dort konnte ich wirklich alles lernen. Und da war der Humor definitiv das, wo mein Schwerpunkt war, wo meine Sehnsucht und auch meine Liebe hingegangen sind.“

Sie gründete die „Kernölamazonen“, welche 2025 ihr 20-jähriges Bestehen feierten. Von Anbeginn war da auch Caroline Athanasiadis als Choreografin mit dabei, seit 2007 steht sie gemeinsam mit Nikodem-Eichenhardt auf der Bühne. 

Und obwohl die beiden wirklich grundverschieden sind, haben sie sich „immer wieder füreinander entschieden“, so die Nikodem-Eichenhardt über den langjährigen Erfolg als Kabarett-Duo.

Zwei Frauen sitzen in roten Sesseln in einem modernen Studio, zwischen ihnen ein kleiner Tisch mit Getränken und Blumen.

Lisa Trompisch mit Gudrun Nikodem-Eichenhardt

Sie selbst bezeichnet sich übrigens gerne augenzwinkernd als „Schilchermischung“. „Ich lache sehr gerne, aber im Grunde bin ich schon herb. Das, was mich interessiert, ist eher das, was Menschen vielleicht provozieren könnte. Das ist auch das LehrerInnenkind, um das auch noch schön zu gendern, und dass man da auch gleich noch mal mit dem Finger draufzeigt. Das habe ich in den Genen. Ich mag das gerne und ich stell auch sehr gerne Fragen“, so die Kabarettistin. 

„Und da würde ich sagen, eine Schilchermischung ist herb und da bin ich auch herb. Da bin ich nicht nett, sondern da geh ich schon direkt dorthin und drücke drauf, wo es was zu wissen gibt. Das finde ich spannend, das finde ich auch oft lustig. Und ich finde auch, dass das der Punkt ist, wo man sich weiterentwickeln kann“, erzählt sie.

Am 15. September feiert sie mit ihrem ersten Soloprogramm „Die japanische Schreivase“ im Wiener CasaNova Premiere. Kleiner Exkurs: Eine Schreivase ist ein aus Japan stammendes Anti-Stress-Gadget, ein schallgedämpfter Plastikbehälter, in den man schreien, singen oder weinen kann.

Gudrun Nikodem-Eichenhardt mit einer japanischen Schreivase

Gudrun Nikodem-Eichenhardt mit einer japanischen Schreivase

Nikodem-Eichenhardt hat so eine Vase vor über sieben Jahren, als es ihr wirklich nicht gut ging, von Freunden geschenkt bekommen. „Es ist nachbarschaftstauglich. Und auch wenn man mal irgendwie in der Nacht einen Schreikrampf kriegt, dann weckt man niemanden damit auf. Und das war damals notwendig. Und deshalb gibt’s auch das Programm.“

Gleichberechtigung

Das Publikum wird dabei in weststeirische Gefilde geführt. Die Kabarettistin erzählt auch viel über ihren Vater, der sie sehr geprägt hat, Beziehungen und über „alle Themen rund um Frauen. Um Gleichberechtigung, um Wertigkeiten und um Achtsamkeit. Und auch das LehrerInnenkind ist immer wieder zur Stelle mit Rat und Tat und Exkursen.“

Nikodem-Eichenhardt möchte Menschen damit berühren „und mir ist wichtig, dass sie dann heimgehen und sich darüber Gedanken machen, wie die Zukunft denn aussehen könnte.“

Sie ist der Meinung, Frauen sollten den Mut haben, ihre Komfortzone zu verlassen, starre Bewertungen loszulassen und ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Wer mit sich selbst im Einklang wäre, könne Beziehungen auf Augenhöhe gestalten und anderen als Vorbild dienen. Entscheidend sei, dabei sich Offenheit zu bewahren und verschiedene Lebensentwürfe nebeneinander bestehen zu lassen. „Und dass wir uns, das muss ich auch sagen, nicht ständig um die Männer drehen.“

Wie Gudrun Nikodem-Eichenhardt mit Kritik umgeht, wer ihre Vorbilder waren, was sie gerne ihrem jüngeren Ich sagen würde und welche Träume sie noch hat, sehen Sie im Video oben und am Sonntag um 18:30 Uhr auf KURIER TV.

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