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Sport Wintersport
01/01/2021

Rekordsprung: Kubacki siegt in Garmisch, ÖSV verhindert Debakel

Der Pole sprang im zweiten Durchgang zum Schanzenrekord und Sieg. Aschenwald wurde als bester ÖSV-Adler Sechster.

von Christoph Geiler

Die Vierschanzentournee und die österreichischen Skispringer – das war über lange Jahre eine einzige Erfolgsstory. Von 2009 bis 2015 schwebten die ÖSV-Adler bei der Traditionsveranstaltung in anderen Sphären und landeten sieben Gesamtsiege in Folge.

Seit damals werden die Österreicher bei der Tournee aber regelmäßig von der Konkurrenz überflügelt. Bei den vergangenen vier Auflagen des Klassikers schaffte es kein ÖSV-Springer mehr in der Gesamtwertung aufs Stockerl, und auch heuer scheinen die Top drei bereits zur Halbzeit außer Reichweite.

Philipp Aschenwald liegt nach seinem sechsten Platz beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen auch in der Gesamtwertung an der sechsten Position. Sein Rückstand auf den norwegischen Leader Halvor Egner Granerud beträgt allerdings bereits 24,3 Punkte oder umgerechnet 13,5 Meter.

  1. Halvor Egner Granerud (NOR) 555,0 Punkte
  2. Karl Geiger (GER) 551,0
  3. Kamil Stoch (POL) 548,3
  4. Dawid Kubacki (POL) 546,4
  5. Markus Eisenbichler (GER) 531,5
  6. Philipp Aschenwald (AUT) 530,7
  7. Andrzej Stekala (POL) 527,0
  8. Ryoyu Kobayashi (JPN) 522,4.

Weiters:

11. Daniel Huber (AUT) 512,0
13. Jan Hörl (AUT) 502,0
14. Stefan Kraft (AUT) 499,7
18. Thomas Lackner (AUT)483,0

Einziger Lichtblick

„Ich kann damit mehr als zufrieden sein“, meinte der Zillertaler, der in Garmisch der einzige österreichische Lichtblick war und als Sechster ein ÖSV-Debakel abwendete.

SKI-JUMPING-FOUR-HILLS-MEN

Dass Philipp Aschenwald bei dieser Tournee der beste und konstanteste ÖSV-Springer sein würde, kommt etwas überraschend. Denn die bisherige Saison war für den 25-Jährigen nicht nach Wunsch verlaufen, bei der Tourneegeneralprobe in Engelberg war der Tiroler vor zwei Wochen nur auf den Rängen 29 und 38 gelandet. „Ich habe wieder den Wettkampfrhythmus gefunden und es fängt langsam zu laufen an“, sagte Philipp Aschenwald, der in der Gesamtwertung als einziger Österreicher in den Top Ten aufscheint.

Dort zeichnet sich mittlerweile ein Vierkampf um die begehrte Trophäe ab. Der norwegische Halbzeitführende Halvor Egner Granerud (in Garmisch Zweiter) und der viertplatzierte Pole Dawid Kubacki sind vor dem Bergiselspringen am Sonntag in Innsbruck nur durch 8,6 Zähler getrennt.

Titelverteidiger Kubacki machte mit seinem beeindruckenden Sieg beim Neujahrsspringen einen Riesensatz und schob sich in der Gesamtwertung von Rang 15 auf den vierten Platz hinter dem Deutschen Karl Geiger und seinem polnischen Landsmann Kamil Stoch.

Spektakulärer Rekord

Spektakulär war vor allem Kubackis Sprung im zweiten Durchgang, seine 144 Meter bedeuten einen neuen Schanzenrekord. „Ich bin stolz, ich bin wieder im Spiel“, meinte der Vorjahrssieger mit einem Augenzwinkern.

Der starke Auftritt von Kubacki und seinen polnischen Kollegen, die in Garmisch mit vier Springern in den Top Ten vertreten waren, ist umso bemerkenswerter, wenn man sich den turbulenten Tournee-Auftakt in Oberstdorf in Erinnerung ruft.

Dort war die ganze polnische Mannschaft wegen eines vermeintlichen Covid-19-Falles vom Bewerb ausgeschlossen worden. Erst wenige Stunden vor dem Wettkampf kam nach Nachtests das Kommando retour.

Die polnischen Springer wecken seither den Eindruck, als würden sie völlig unbeschwert und ohne Druck die Wettkämpfe bestreiten. „Mich erinnert die Geschichte an die dänischen Fußballer, die 1992 ganz kurzfristig und ohne Vorbereitung bei der EM einspringen mussten und dann Europameister wurden“, sagt Anton Innauer.

  1. Dawid Kubacki (POL) 282,1 Punkte
  2. Halvor Egner Granerud (NOR) 274,9
  3. Piotr Zyla (POL) 260,4
  4. Kamil Stoch (POL) 260
  5. Karl Geiger (GER) 259,9
  6. Philipp Aschenwald (AUT) 257,7
  7. Markus Eisenbichler (GER) 257,2
  8. Ryoyu Kobayashi (JPN) 257,2
  9. Johann Andre Forfang (NOR) 256,2
  10. Andrzej Stekala (POL) 253,7
  11. Martin Hamann (GER) 251,7
  12. Anze Lanisek (SLO) 250,7
  13. Peter Prevc (SLO) 249,1
  14. Daniel Huber (AUT) 246,6
  15. Daniel-Andre Tande (NOR) 244,4
  16. Pius Paschke (GER) 238,9
  17. Junshiro Kobayashi (JPN) 237,9
  18. Robert Johansson (NOR) 237,5
  19. Gregor Deschwanden (SUI) 236,7
  20. Michail Nazarow (RUS) 236,3
  21. Jan Hörl (AUT) 235,3
  22. Klemens Muranka (POL) 232
  23. Thomas Lackner (AUT) 231,5
  24. Mackenzie Boyd-Clowes (CAN) 231,5
  25. Antti Alto (FIN) 227
  26. Keiichi Sato (JPN) 226,7
  27. Richard Freitag (GER) 226,4
  28. Stefan Kraft (AUT) 226,1
  29. Cene Prevc (SLO) 223,3
  30. Yukiya Sato (JPN) 211,9
  • Nicht für den 2. Durchgang qualifiziert:

Markus Schiffner (AUT), Michael Hayböck (AUT).

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