Absturz mit Ansage: Fehlstart der ÖSV-Adler auf der Normalschanze
Es hatte sich im Laufe dieses Winters schon abgezeichnet, dass Österreichs Skispringer nicht so hoch im Kurs stehen wie in den letzten Wintern. Nur mit drei Saisonsiegen war das erfolgsverwöhnte Team von Andreas Widhölzl zu den Winterspielen angereist – und entsprechend im Keller war das Selbstvertrauen der österreichischen Höhenflieger.
Premierensieger holt Olympia-Gold
Diese fehlende Sicherheit und Leichtigkeit waren dem österreichischen Quartett dann auch beim Bewerb auf der Normalschanze deutlich anzumerken. Der erste Wettkampf bei diesen Spielen endete mit einer großen Enttäuschung: Bezeichnend, dass mit Stephan Embacher (20) der Olympia-Debütant als Siebenter der beste Österreicher war.
Die Chance auf eine Medaille hatte das rot-weiß-rote Quartett bereits im ersten Durchgang liegen gelassen. Die Top Ten waren zur Halbzeit eine österreichfreie Zone, Daniel Tschofenig war als Elfter noch der Beste, Jan Hörl musste sich mit dem 13. Rang begnügen, Debütant Stephan Embacher (19.) und Routinier Stefan Kraft (24.) lagen aussichtslos zurück.
Verwackelte Landung kostete Embacher wohl Medaille
Der junge Tiroler wird sich in den Hintern beißen, dass er bei seinem ersten Sprung die Landung verwackelt hatte und wertvolle Haltungspunkte einbüßte. Ohne diesen Patzer hätte der 20-Jährige womöglich den Sprung aufs Podest geschafft. Mit dem Versuch auf 105,5 Meter machte Stephan Embacher im zweiten Durchgang immerhin noch etliche Positionen gut. Seine deutlich routinierteren ÖSV-Teamkollegen fabrizierten derweil einen veritablen Absturz.
Der Bewerb auf der Normalschanze endete mit einem Premierensieg: Der Deutsche Philipp Raimund, der im Weltcup noch nie gewonnen hat, sicherte sich vor dem Polen Kacper Tomasiak und den Japaner Ren Nikaido sowie dem Schweizer Gregor Deschwanden den Sieg.
Mixed-Teambewerb als nächste Medaillenchance
Bereits am Dienstag wartet mit dem Mixed-Teambewerb die nächste Medaillenchance (19 Uhr). Bei der Olympia-Premiere vor vier Jahren in Peking war das österreichische Team nur auf Rang fünf gelandet. Und auch diesmal sind die Vorzeichen nicht gerade optimal. Nach den zwei Bewerben auf der Normalschanze ist das österreichische Quartett (je 2 Frauen und Männer) nur in der Außenseiterrolle. Jedenfalls waren im Frauen-Einzelwettkampf am Samstag gleich vier ausländische Teams besser als das ÖSV-Duo Lisa Eder (4.) und Julia Mühlbacher (21.).
Allen voran die Norwegerinnen rund um Olympiasiegerin Anna Odine Ström, die in diesem Bewerb 40 Punkte mehr sammelten als die zwei Österreicherinnen. Auch die Teams von Japan, Slowenien und Deutschland lagen teils deutlich vor den beiden ÖSV-Frauen.
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