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Sport Wintersport
02/19/2021

Schwarz sorgt mit RTL-Bronze für 300. WM-Medaille des ÖSV

Der Kärntner wird überraschend Dritter, Gold geht an den Franzosen Faivre, Silber an Luca De Aliprandini. Top-Favorit Pinturault scheidet aus.

Marco Schwarz hat das ohnehin üppige Medaillenkonto des ÖSV bei der Ski-WM in Cortina d'Ampezzo weiter aufgestockt. Der Kärntner gewann am Freitag Bronze im Riesentorlauf. Gold ging an den Franzosen Mathieu Faivre, Silber an den Italiener Luca De Aliprandini. Top-Favorit Pinturault, der zur Halbzeit souverän in Führung gelegen war, schied in der Entscheidung nach wenigen Toren aus. 

Schwarz gelang mit einer starken zweiten Fahrt, der zweitschnellsten überhaupt, der Sprung von Halbzeit-Rang sechs aufs Stockerl. "Ich habe brutal geschwitzt, das ist eine große Überraschung. Ich habe gewusst, dass ich es drauf habe. Es ist schön, dass ich es hier gezeigt habe. Bronze ist genial", lautete die erste Reaktion des 25-Jährigen, der mit dem nächsten Edelmetall nach dem Weltmeistertitel in der Kombination ganz und gar nicht gerechnet hatte: "Ich habe überhaupt nicht an eine Medaille gedacht, Pinturault hat einen Riesenvorsprung gehabt. Ich habe gar nicht zugeschaut, habe mir gedacht: 'Wenn es sein will, ist’s gut'."

Im zweiten Durchgang habe er "umgesetzt, was ich mir vorgenommen habe. Der Riesentorlauf-Schwung ist einer der schwierigsten Schwünge, deshalb ist diese Medaille umso schöner. Ich bin extrem glücklich."

Seine Spezialdisziplin, der Slalom, kommt ja erst noch. Der Ausblick? "Wunderschön. Der Trainer hat gesagt: Klimpern muss es beim Heimfahren. Das tut es jetzt schon."

Der frischgebackene Weltmeister Faivre braucht noch Zeit, um seinen Erfolg zu verarbeiten. "Mir gehen viele Dinge durch den Kopf. Es ist schwer zu glauben, was da passiert ist. Ich bin sehr stolz darauf, wie ich gefahren bin und wie ich das angegangen habe bin", sagte der 29-Jährige aus Nizza, der zuvor schon den Parallelbewerb gewonnen hatte. 

Tragische Figur Pinturault

Pinturault, der die letzten drei Weltcup-Riesenslaloms vor der WM gewonnen hatte, legte im ersten Durchgang mit Startnummer 4 auf der anfangs stellenweise noch extrem eisigen Piste "Labirinti" und dem Kurs seines Trainers Fabien Munier einen Fabellauf hin. Die Strecke wurde später unter Sonneneinwirkung etwas griffiger, trotzdem unterbot niemand mehr die erste Laufzeit von Pinturault. De Aliprandini hielt im drittletzten WM-Rennen dank einer sehenswerten Vollrisiko-Fahrt die vorletzte Chance auf Italiens erste Herrenmedaille bei dieser Heim-WM aufrecht und exekutierte das dann auch.

Pinturault hingegen scheiterte in der Entscheidung schon nach wenigen Toren. Es wäre nach zwei Mal Bronze (2015 und 2019) das erste WM-Gold für den Franzosen im Riesentorlauf gewesen. Nun ist aber Faivre der vierte französischer RTL-Weltmeister und erste seit Jean Claude Killy 1968. Parallel-Champion Faivre ist nun auch Cortina-Doppelweltmeister.

FIS Alpine Skiing World Championships 2021

Ligety verpasste sein Abschiedsrennen

Der Bewerb ging wegen Rückenproblemen ohne Ted Ligety in Szene, für den US-Mehrfachweltmeister hätte es das letzte Karriere-Rennen sein sollen. Der Norweger Henrik Kristoffersen war bei 2,32 Sekunden Rückstand auf Pinturault bereits nach Lauf eins ohne Chance auf eine erfolgreiche Titelverteidigung, der Norweger wurde am Ende Neunter und klagte erneut über sein Material. "Es kommt ja noch ein Rennen am Sonntag", hofft Kristoffersen auf den Slalom.

Die Schweiz hatte mit Loic Meillard einen Läufer zunächst aussichtsreich auf Platz fünf, aber mit dem Mitfavoriten Marco Odermatt (Startnummer 1) sowie Gino Caviezel und Justin Murisier die restlichen drei Läufer bereits im ersten Durchgang verloren. Meillard wurde am Ende Fünfter.

Wie eisig die Strecke war, sah man schon ganz am Beginn. Nachdem sogar ORF-Kamerafahrer Joachim Puchner gestürzt war, erwischte es gleich danach den mit Nummer 1 kommenden Odermatt. Insgesamt erreichten 60 Fahrer Lauf zwei, 38 kamen nicht ins Ziel. Nicht geschafft hat es auch der für Mexiko startende, 62-jährige Hubertus von Hohenlohe, der mit Nummer 99 fahrend nach wenigen Toren stürzte.

Endstand:

1.

Mathieu Faivre (FRA)

2:37,25

 

1:18,13

1:19,12

2.

Luca de Aliprandini (ITA)

2:37,88

+0,63

1:17,95

1:19,93

3.

Marco Schwarz (AUT)

2:38,12

+0,87

1:19,11

1:19,01

4.

Filip Zubcic (CRO)

2:38,84

+1,59

1:19,67

1:19,17

5.

Loic Meillard (SUI)

2:39,02

+1,77

1:18,80

1:20,22

6.

Zan Kranjec (SLO)

2:39,08

+1,83

1:19,37

1:19,71

7.

Stefan Luitz (GER)

2:39,24

+1,99

1:19,63

1:19,61

8.

Adam Zampa (SVK)

2:39,73

+2,48

1:20,71

1:19,02

9.

Henrik Kristoffersen (NOR)

2:39,78

+2,53

1:19,87

1:19,91

10.

Roland Leitinger (AUT)

2:40,12

+2,87

1:19,70

1:20,42

11.

River Radamus (USA)

2:40,59

+3,34

1:19,61

1:20,98

12.

Riccardo Tonetti (ITA)

2:40,69

+3,44

1:19,78

1:20,91

13.

Victor Muffat-Jeandet (FRA)

2:41,09

+3,84

1:20,97

1:20,12

14.

Giovanni Franzoni (ITA)

2:41,19

+3,94

1:21,39

1:19,80

15.

Samu Torsti (FIN)

2:41,33

+4,08

1:19,96

1:21,37

16.

Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR)

2:41,56

+4,31

1:21,61

1:19,95

.

Stefan Hadalin (SLO)

2:41,56

+4,31

1:22,61

1:18,95

18.

Seigo Kato (JPN)

2:41,58

+4,33

1:21,76

1:19,82

19.

Krystof Kryzl (CZE)

2:42,03

+4,78

1:21,14

1:20,89

20.

Andreas Zampa (SVK)

2:43,02

+5,77

1:21,71

1:21,31

21.

Albert Ortega (ESP)

2:43,57

+6,32

1:22,07

1:21,50

22.

Tiziano Gravier (ARG)

2:44,62

+7,37

1:22,35

1:22,27

23.

Andrej Drukarov (LTU)

2:45,89

+8,64

1:23,07

1:22,82

24.

Albert Popow (BUL)

2:45,95

+8,70

1:23,09

1:22,86

25.

Barnabas Szollos (ISR)

2:47,76

+10,51

1:23,49

1:24,27

26.

Willis Feasey (NZL)

2:49,68

+12,43

1:24,09

1:25,59

27.

Cristian Javier Simari Birkner (ARG)

2:49,84

+12,59

1:24,57

1:25,27

28.

Emir Lokmic (BIH)

2:50,40

+13,15

1:25,13

1:25,27

29.

Nicolas Pirozzi (CHI)

2:51,23

+13,98

1:25,09

1:26,14

30.

Tom Verbeke (BEL)

2:52,38

+15,13

1:25,03

1:27,35

Ausgeschieden im 1. Durchgang: Manuel Feller (AUT), Marco Odermatt, Justin Murisier, Gino Caviezel (alle SUI), Erik Read (CAN)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Stefan Brennsteiner (AUT), Alexander Schmid (GER), Alexis Pinturault, Thibaut Favrot (beide FRA), Mattias Rönngren (SWE), Giovanni Borsotti (ITA), Fabian Wilkens Solheim (NOR)

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