FBI-Chef in der Kabine, Trump am Telefon: So feierte USA Eishockey-Gold
"You can’t take our country — and you can’t take our game", hatte Kanadas damaliger Premierminister Justin Trudeau auf X geschrieben, als Kanada im Februar 2025 das Finale des prestigeträchtigen 4-Nations-Face-Off der National Hockey League mit einem Finalsieg gegen die USA gewann.
Kanada ist noch immer nicht der 51. Bundesstaat der USA, aber zumindest im Eishockey musste das Mutterland der Sportart eine empfindliche Niederlage hinnehmen.
Am Sonntag postete das Weiße Haus ein Bild, auf dem ein Weißkopfadler eine kanadische Gans erlegt. Das Eishockey-Team der USA besiegte in einem hochklassigen Finale der Olympischen Spiele Kanada mit 2:1 nach Verlängerung und holte den ersten Olympiasieg im Eishockey seit dem "Miracle on Ice", als sich 1980 eine Gruppe von Collegespielern u.a. gegen die schier unbesiegbaren Stars aus der Sowjetunion durchgesetzt hatte.
Nach dem Finale von Mailand war also Genugtuung angesagt. Kriegsminister Pete Hegseth schrieb zu einem Bild des überragenden US-Torhüters Connor Hellebuyck auf X: "Now we have a Secretary of War…and a Secretary of Defense!" Also übersetzt: "Jetzt haben wir einen Minister für Krieg und einen Minister für Verteidigung."
Nach den ausgelassenen Feierlichkeiten und der Medaillenvergabe auf dem Eis ging die Party in der Kabine weiter. Dort war auch FBI-Direktor Kash Patel zu sehen. Er sang und trank ausgelassen mit den NHL-Stars. Von einem Spieler bekam Patel auch eine Goldmedaille umgehängt. Danach sang er mit den Sportlern den US-Song "Courtesy of the Red, White and Blue".
Auf dem Kurznachrichtendienst X schrieb er: "An die sehr besorgten Medien: Ja, ich liebe Amerika und war zutiefst geehrt, als mich meine Freunde, die frischgebackenen Goldmedaillengewinner des Teams USA, in die Umkleidekabine eingeladen haben, um diesen historischen Moment mit den Jungs zu feiern." In einem anderen Beitrag hatte er der US-Auswahl dafür gedankt, "das großartigste Land der Welt und das großartigste Spiel, das je erfunden wurde", zu repräsentieren. Patel ist großer Eishockey-Fan.
Per Videoschaltung gratulierte US-Präsident Donald Trump den Spielern noch in der Kabine.
Der Stolz auf das Land wurde auch von den Spielern betont: Stürmer Jack Hughes, der bei einem Foul Teile von Zähnen verloren hatte und in der Verlängerung zum 2:1-Sieg traf, sagte: "Kanada hat ein großartiges Team, aber wir sind alle stolze Amerikaner und heute ging es um das ganze Land. Ich liebe die USA. Ich liebe meine Teamkollegen. Es ist eine unglaubliche Gemeinschaft in diesem Team. Das ist amerikanisches Eishockey pur."
Angesprochen auf sein zahnloses Siegerlächeln sagte Hughes: "Ich habe irgendwann aufs Eis geschaut und da meine Zähne gesehen." Kanadas Sam Bennett hatte Hughes mit dem Schläger im Gesicht getroffen. Hughes nahm es wohl auch angesichts des Prestigesieges mit Humor. "Jeder Eishockeyspieler verliert irgendwann seine Zähne", meinte der US-Stürmer.
Im Mai 2025 hatte das Team USA die Weltmeisterschaft in Stockholm gewonnen. Jetzt ist es auch Olympiasieger. "In den letzten zehn, 15 Jahren hat sich sehr viel im US-Eishockey getan. Viele amerikanische Spieler sind in die NHL gekommen. Das sind alles Weltklassespieler", sagte US-Kapitän Auston Matthews von den Toronto Maple Leafs. "Zum ersten Mal überhaupt hatte ich die Möglichkeit, an Olympischen Spielen teilzunehmen. Wir haben die Gelegenheit bekommen, das US-Eishockey voranzubringen. Das ist uns gelungen", sagte der Stürmer.
Dass die Amerikaner aber oft nicht ganz vorne mitspielten, lag auch an der Philosophie von US Hockey. Denn zu großen Turnieren wurden oft Talente geschickt, um zu sehen, wie sie auf höchstem Niveau agieren und ob sie für die NHL bereit sind.
Das Gewinnen stand dabei nicht im Vordergrund. Bis zu diesem Sonntag. Aktuell sind die USA bei Männern als auch bei den Frauen sind Weltmeister und Olympiasieger.
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