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Sport Wintersport
02/19/2021

Marco Schwarz: "Ich hätte gefragt, ob er nicht ganz dicht ist"

Der Kombinations-Weltmeister holte in der Problem-Disziplin Riesentorlauf eine Bronzemedaille, mit der kaum einer gerechnet hatte.

von Christoph Geiler

Anfang Jänner stellte Marco Schwarz seinem Trainer eine Frage, die ihn schon lange beschäftigt. „Wann werde ich es auch im Riesentorlauf einmal aufs Podest schaffen?“.

Die Antwort von Technik-Chefcoach Marko Pfeifer war damals in Adelboden deutlich: Bevor das tatsächlich passiere, sagte der Kärntner, würde Marco Schwarz „vier Slaloms gewinnen.“ Zu durchwachsen war zu diesem Zeitpunkt der Riesentorlauf-Winter verlaufen, zu groß schien noch vor eineinhalb Monaten die Kluft zu den Allerschnellsten in der österreichischen Problemdisziplin.

Aber welche Problemdisziplin eigentlich?

Tag der Außenseiter

Wenn es einen Bewerb gibt, in dem von den österreichischen Läufern bei dieser WM keine Medaille erwartet worden ist, dann ist das der Riesentorlauf. Und jetzt hat der ÖSV plötzlich gleich im Doppelpack zugeschlagen: 24 Stunden nach Katharina Liensberger carvte auch Marco Schwarz zu Bronze.

„Damit hätte ich am Allerwenigsten gerechnet. Wenn mir am Donnerstag wer gesagt hätte, dass ich im Riesen eine Medaille hole, dann hätte ich gefragt, ob er nicht ganz dicht ist“, sagt Schwarz.

Wer konnte schon damit rechnen, dass der 25-jährige Kärntner ausgerechnet bei der WM erstmals in einem Riesentorlauf in die Top drei fahren würde?

Wer konnte erahnen, dass sich Titelverteidiger Henrik Kristoffersen und viele andere Mitfavoriten auf der anspruchsvollen Piste dermaßen plagen würden?

Und wer konnte schon absehen, dass dem großen Alexis Pinturault, dem Monsieur Zuverlässig, im zweiten Lauf ein Anfängerfehler passiert und der dreifache Saisonsieger seine Halbzeitführung so billig vergeigt?

Rasante Fortschritte

„Ich hätte den vierten Rang auch genommen, damit wäre ich superzufrieden gewesen. Aber natürlich ist mir Bronze lieber“, meinte Marco Schwarz, der im zweiten Lauf von Rang 6 auf das Podium fuhr und an der Seite des Franzosen Mathieu Faivre (Gold) und Lokalmatador Luca de Aliprandini (Silber) ein Siegerfoto komplettierte, das so wohl keiner erwartet hatte.

Wobei der zweifache Saisonsieger im Slalom in den vergangenen Tagen sehr wohl gemerkt hatte, dass er auch im Riesentorlauf immer besser in Schwung. „Es ist mit jedem Lauf vorwärtsgegangen. Ich habe schon gewusst, dass ich es drauf habe“, erzählt der Kärntner, der diese Medaille seinem Kombi-Gold gleichstellt. „Das hat einen brutal hohen Stellenwert, weil ich vorher noch nie auf einem Riesentorlauf-Podest war. insofern glänzt Bronze wirklich fast wie Gold. “

Und dabei kommt ja seine Paradedisziplin ja erst noch. Im abschließenden Slalom ist Schwarz am Sonntag der Topfavorit. Aber auch er weiß spätestens seit dem Riesentorlauf: „Auch die Guten müssen es erst einmal runter bringen.“

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